Sendedatum: 16.09.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Giftiges Benzol in Lebensmitteln nachgewiesen

Sanostol, ein Saft zur Nahrungsergänzung, sowie Karottensäfte und Karotten-Babygläschen namhafter Markenhersteller enthalten den giftigen Stoff Benzol. Das haben Untersuchungen im Auftrag von Markt ergeben. Benzol kann nachweislich Krebs auslösen. Wissenschaftler und Verbraucherschützer üben scharfe Kritik.

Bereits im April berichtete Markt über Benzol in Erfrischungsgetränken. Mit 2 bis 6,8 Mikrogramm Benzol pro Liter lagen manche Erfrischungsgetränke deutlich über dem zulässigen Grenzwert für Trinkwasser von einem Mikrogramm pro Liter. Einen Grenzwert für Erfrischungsgetränke gibt es nicht, zur Orientierung gilt die Trinkwasserverordnung. Doch bei Benzol kann schon die kleinste Menge gefährlich sein: "Benzol ist nachweislich eine krebserzeugende Verbindung, die bereits in äußerst niedriger Konzentration Krebs machen kann, beispielsweise Leukämie. Für solche Stoffe, die keine Grenzwerte haben, die keine Toleranzwerte haben, gilt das Minimierungsgebot", warnt der Toxikologe Dr. Hermann Kruse.

Verbraucherschützerin fordert Verbot von Natriumbenzoat

Auf der Zutatenliste von Sanostol steht der Konservierungsstoff Natriumbenzoat. Er steht im Verdacht, das von Markt entdeckte giftige Benzol zu bilden. Hersteller können freiwillig auf Natriumbenzoat verzichten, ein Verbot gibt es nicht.

"Ich halte das nicht für akzeptabel. Es müsste eigentlich zu einem Verbot dieses Stoffes kommen. Grundvoraussetzung für Zusatzstoffe ist, dass sie gesundheitlich unbedenklich sind", kritisiert Verbraucherschützerin Regina Aschmann.

Der Hersteller von Sanostol schreibt, dass die Benzolmenge in der Atemluft um ein Vielfaches höher sei. Trotzdem wolle man jede Möglichkeit prüfen, Natriumbenzoat als Konservierungsmittel zu ersetzen.

Benzol in Gläschen mit Babynahrung

Doch Benzol entsteht nicht nur durch den Konservierungsstoff Natriumbenzoat. Auch in erhitzen Karottenprodukten ist oft Benzol zu finden. Das von Markt beauftragte Labor findet Benzol auch im Möhrensaft von Schneekoppe und im "Biosaft Reine Karotte" von Hipp. Und ebenso in Karottenbrei-Babygläschen von sieben verschiedenen Herstellern. Die Ursache: Karottensaft und Karottenbrei werden industriell in geschlossenen Gefäßen erhitzt. Das dabei entstehende Benzol kann nicht entweichen. Nach der Abkühlung bleibt es im Lebensmittel.

Hipp erklärt: Von dem Karottensaft gehe keine Gefahr für die Gesundheit aus. Man arbeite aber daran die Spuren an Benzol weiter zu reduzieren. Und Schneekoppe schreibt: Man trinke üblicherweise nur 200 Milliliter Möhrensaft am Tag. Daher sei die Benzolaufnahme als gering zu bewerten.

Benzol entsteht beim Erhitzen von Karottenprodukten

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Verbraucherschützerin Regina Aschmann fordert ein Verbot des Konservierungsstoffs Natriumbenzoat, aus dem sich Benzol bilden kann.

Regina Aschmann von der Verbraucherzentrale Bremen dagegen warnt: "Natürlich werden die Lebensmittel erhitzt, um keimfrei zu sein. Dann muss man nach anderen Erhitzungsmethoden suchen. Ich halte Benzol für bedenklich und erst recht in Babynahrung. Es gibt kein empfindlicheres Lebewesen unter uns Menschen als Babys und Kleinkinder und da gehören solche Schadstoffe einfach nicht hinein. Hier sind Gesetzgeber und Hersteller gefordert, dafür zu sorgen."

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Markt | 16.09.2013 | 20:15 Uhr

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