Stand: 21.04.2015 14:48 Uhr

So bleiben Obst und Gemüse länger frisch

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Obst und Gemüse müssen richtig gelagert werden.

Jeder Deutsche wirft pro Jahr durchschnittlich 82 Kilo Lebensmittel weg. Den größten Anteil mit 44 Prozent nehmen dabei Obst und Gemüse ein. Fast die Hälfte davon wäre noch genießbar. Wer seine Lebensmittel richtig lagert, kann viel Geld sparen und kauft seltener Nachschub.

Hier eine Auswahl von gängigen Lebensmitteln und ihrer optimalen Lagerung:

Olivenöl würde im Kühlschrank schlierig werden, weil es auch einfach-ungesättigte Fettsäuren enthält. Deshalb sollte es lieber dunkel im Schrank oder bei dunklem Glas auch im Regal lagern. Leinöl hingegen ist im Kühlschrank besser aufgehoben.

Sind Eier frisch, müssen sie während der ersten zehn Tage nicht unbedingt in den Kühlschrank, da sie eine natürliche Schutzschicht haben, die sie vor Keimen schützt. Waren sie aber erst einmal im Kühlschrank, müssen sie auch dort bleiben, da die Schutzschicht dann zerstört ist. Im Kühlschrank sollten sie in die Tür oder weit oben ins Fach, da es dort etwas wärmer ist.

Kräuter am besten in einer Plastikbox im Kühlschrank aufbewahren. So halten sie recht lange. Wenn sie wie ein Bund Blumen in ein Glas gestellt werden, welken sie.

Karotten und Radieschen: Weil das Grün dem Gemüse das Wasser entzieht, ist es besser, es abzudrehen und wegzuwerfen. Anschließend werden sie gewaschen und möglichst in einer Kunststoffbox im Kühlschrank gelagert. So halten sie gut eine Woche im Gemüsefach.

Salat sollte ausgepackt, gut gewaschen und geschleudert werden. Danach wird er am besten portionsweise in verschließbaren Kunststoffbeuteln oder in feuchten Küchentüchern eingewickelt aufbewahrt. So bleibt er zwei bis drei Tage frisch, sonst nur einen Tag.

Gurken enthalten viel Wasser. Damit es nicht so schnell verdunstet, bleiben sie in der Kunststofffolie. Im Gemüsefach halten sie so bis zu fünf Tage durch.

Tomaten können einfach in einer Schale aufgehoben werden. Sie reifen weiter, deshalb möglichst entfernt von Obst und Gemüse lagern, da sie das Reifegas Ethylen absondern. Auch Paprika, Auberginen und Zucchini bleiben besser draußen. Als mediterranes Gemüse mögen sie die Kälte im Kühlschrank nicht und sind durch ihre dicke Schale auch gut gegen Keime geschützt.

Äpfel scheiden ebenfalls Ethylen aus, das die Reifung beschleunigt, damit aber auch den Verderb der Früchte, die danebenliegen. Deshalb ist es besser, sie in eine extra Schüssel zu legen und nicht in den Kühlschrank zu stellen.

Früchte wie Ananas, Mango oder Trauben fühlen sich im Körbchen bei Zimmertemperatur am wohlsten. Sind sie noch nicht reif, reifen sie im Körbchen nach. Aber umso süßer die Frucht schmeckt, umso schmaler ist der Grat zur Fäule, Wenn Obst also besonders süß schmeckt, ist es nicht mehr lange haltbar.

Angeschnittenes Obst bietet ganz viel Angriffsfläche für Keime, daher ist es im Kühlschrank besser aufgehoben. Die Kälte verlangsamt nämlich das Keimwachstum.

Pilze sollte man aus der Verpackung nehmen, da sich darin sonst Wasser ansammelt und sie dann schnell anfangen können zu schimmeln. Pilze sollten möglichst nur ein bis zwei Tage im Kühlschrank gelagert und dann verarbeitet werden.

Erdbeeren müssen auf jeden Fall in den Kühlschrank. Bakterien und Keime setzen sich schnell auf die große und sehr zarte Oberfläche dieser Früchte.

Kartoffeln und Zwiebeln mögen es kühl und vor allem dunkel. Bei Lichteinfall produzieren Kartoffeln den giftigen Bitterstoff Solanin. Zu erkennen ist das an grünen Flecken und Wurzeln. Um das zu verhindern, gehören Kartoffeln am besten in den kühlen, dunklen Keller - genau wie Zwiebeln, denn die schimmeln im Kühlschrank schneller.

Geeignetes Obst und Gemüse kommt im Kühlschrank ins Fach ganz unten, darüber Fisch und Fleisch, denn da ist es am kältesten, eins darüber Wurst und Käse und oben die Milchprodukte. Eier, Soßen und Getränke sollten in der Tür einen Platz bekommen.

Video
00:29 min

Temperaturzonen im Kühlschrank

Ist es egal, wo Eier, Gemüse oder Fleisch im Kühlschrank gelagert werden? Die Temperaturzonen im Kühlschrank. Video (00:29 min)

Interviewpartner im Beitrag:

Dennis Hoppe
examinierter Diätassistent
healthcompany Ernährungsberatung Stade
Falkenweg 24, 21717 Fredenbeck
Tel. (04149) 93 29 36
Internet: www.healthcompanystade.de

Prof. Dr. Werner Solbach
Direktor
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck
Internet: www.uksh.de

Dieses Thema im Programm:

Markt | 21.04.2015 | 20:15 Uhr

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