Stand: 14.12.2016 11:07 Uhr

Was taugen digitale Anlageberater?

von Lena-Maria Reers, NDR Info Wirtschaftsredaktion

Immer mehr Anleger verzichten auf den Gang zum Bankberater. Stattdessen steuern und verwalten sie ihre Geldanlage über das Internet. Dabei helfen ihnen sogenannte Robo-Advisor, das sind digitale Anlageberater. Finanztest hat 18 solcher Robos untersucht.

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Viele Banken nutzen sogenannte Robo-Advisors, Programme, die für Kunden Anlageentscheidungen treffen.

Seit etwa zwei Jahren gibt es Robos. Es sind Computerprogramme, die ihren Nutzern auf Grundlage von Algorithmen bestimmte Geldanlagen empfehlen. Einige von ihnen vermitteln und verwalten die Depots sogar. Hinter den Robos stecken Banken und sogenannte Fintechs, also Startups im Finanzbereich, sagt Karin Baur von Finanztest: "Manche sind sehr ausführlich und nehmen den Kunden so ein bisschen an die Hand und erklären alles. Andere stellen einfach ein paar Fragen und dann ist man auch schon beim Anlagevorschlag."

Immer geöffnet und deutlich günstiger

Ein Vorteil der Robos ist, dass der Kunde jederzeit seine Bankgeschäfte erledigen kann, auch abends auf der Couch. Und: Die Nutzung ist deutlich günstiger als der Besuch beim Bankberater. Zwischen 0,15 und 1,2 Prozent vom verwalteten Vermögen zahlt der Anleger pro Jahr. Bei Banken liegen die Verwaltungskosten laut Finanztest dagegen zwischen 1,5 und 1,8 Prozent. Ein Nachteil ist aber, dass Robos eine Haftung für ihre Vorschläge in der Regel ausschließen. "Wir haben festgestellt, dass einige der vorgeschlagenen Mischungen recht riskante Fonds dabei haben", sagt die Finanztest-Expertin.

Nichts für Anfänger

Problematisch sind zum Beispiel Fonds, die US-Anleihen umfassen. Denn der Wert des Dollars verändert sich ständig und das erhöht das Anlagerisiko. Robo-Nutzer sollten sich also gut mit Geldanlagen auskennen. Dann gibt es für sie einige gute Anbieter, so Baur: "Quirion und Liqid mischen noch herkömmlich die Anlageklassen und sind gleichzeitig sehr günstig. Bei Liqid ist es allerdings so, dass man mindestens 100.000 Euro braucht."

Wer seine Geldanlage nicht völlig aus der Hand geben möchte, sondern bei Änderungen mit entscheiden will, ist dem Test nach bei Ginmon gut aufgehoben. Für Einsteiger empfehlen die Verbraucherschützer Moneyfilter, weil es dort gute grundlegende Erklärungen gibt. Wie erfolgreich die Anlagestrategien der Robos sind, lässt sich aber noch nicht sagen. Dafür sind sie noch nicht lang genug am Markt.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 14.12.2016 | 06:41 Uhr

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