Stand: 03.02.2014 20:15 Uhr

WMF-Kochtöpfe: Irreführung bei Preis und Qualität

von Julia Offen
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Nicht alle WMF-Töpfe werden in Deutschland hergestellt.

Kochtöpfe der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) stehen für beste Qualität und gelten als hochpreisig. Rund 20 Kochtopfserien stellt das Unternehmen her. Aber nur wenige gehören zum festen Katalogprogramm von WMF. Die Mehrzahl der WMF-Kochtopfserien wird in Kauf- und Möbelhäusern angeboten - als Set meistens dauerhaft reduziert. Zum Beispiel kostet ein Set statt 488 Euro nur 199 Euro oder statt 433 Euro nur 99 Euro. Viele Verbraucher denken, es handele sich um eine aktuelle, kurzfristige Preisreduzierung. Doch nach Recherchen von Markt ist das irreführend: Die Kochtopfsets wurden in einem Zeitraum von mehreren Monaten offenbar nicht zu den Originalpreisen verkauft.

Kochtöpfe im Labortest

WMF lässt einige Kochtopfserien in Asien herstellen

Beworben werden einige Sets von Kauf- und Möbelhäusern mit "Made in Germany". Viele Verbraucher glauben, sie machen ein Schnäppchen und bekämen deutsche Qualität zum Sonderpreis. Auf Nachfrage gibt das Unternehmen WMF zu, dass einige Kochtopfserien in WMF-zertifizierten Fabriken in Asien hergestellt werden. Dies wird auf der Verpackung aber nicht kenntlich gemacht.

Labortest belegt Qualitätsunterschied

Um einen möglichen Qualitätsunterschied zu belegen, hat Markt in einer Stichprobe WMF-Kochtöpfe in einer amtlichen Materialprüfungsanstalt untersuchen lassen:

  • einen WMF-Kochtopf, der häufig in einem preisreduzierten Set angeboten und in Asien produziert wird
  • einen WMF-Kochtopf aus deutscher Herstellung.

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Im Labor wurden Töpfe aus deutscher und asiatischer Herstellung geprüft.

Das Ergebnis: Bei einem der wichtigsten Qualitätskriterien eines Topfes, der Temperaturverteilung im Boden, schnitt der in Asien hergestellte WMF-Kochtopf deutlich schlechter ab als das Modell "Made in Germany". Der in Asien gefertigte Topf hatte einen dünneren sogenannten Sandwich-Boden und eine dünnere Edelstahlwand. Auch bei der Erwärmungsdauer von Wasser und der Temperatur von Griffen entsprach der in Asien produzierte Topf nicht den Werten des "Made in Germany"-Modells.

Experte kritisiert "Markenverbrechen"

Markensoziologe Arnd Zschiesche kritisiert: "WMF ist eine Marke, die in erster Linie davon profitiert, dass die Leute darauf vertrauen, dass sie herausragende Qualität aus Deutschland bekommen. Die Marke suggeriert dem Verbraucher Hochqualität aus Deutschland, die aber in dem Falle nicht existiert. Das ist für mich ein Markenverbrechen."

WMF verteidigt Qualität der Kochtöpfe

WMF rechtfertigt sich gegenüber Markt, dass für die Töpfe nur eine unverbindliche Preisempfehlung vorgegeben werde, es aber allein Sache des Handels sei, zu welchem Angebot die Töpfe schließlich verkauft werden. Das Testergebnis von Markt kann das Unternehmen nicht nachvollziehen: "Wir vermuten, dass es sich bei dem von Ihnen erworbenen Topf um einen Einzelfall handelt." Weiter schreibt WMF: "Die Qualität unserer Topfböden ist identisch. Eine gute Wärmeverteilung ist gewährleistet. Dies ist unabhängig von der je nach Preissegment unterschiedlichen Materialstärke oder Made in Germany/Fernost."

Dieses Thema im Programm:

Markt | 03.02.2014 | 20:15 Uhr