Stand: 25.01.2016 12:25 Uhr

In Mogelpackung des Jahres steckt Hautcreme

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Die früheren Packungen (oben) enthielt mehr Creme als die neuen Dosen.

Deutlich weniger Inhalt bei gleicher Packungsgröße, dazu ein neuer Konservierungsstoff und teils höhere Preise im Handel. Diese Kombination beschert der "Bebe Zartcreme" den Titel "Mogelpackung des Jahres 2015". Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte zu einer Online-Abstimmung über fünf Produkte aufgerufen, an der mehr als 26.000 Menschen teilnahmen. 32,6 Prozent entschieden sich für die Hautcreme des Herstellers Johnson & Johnson, auf Rang zwei wählten sie mit 25,4 Prozent das Kaffeegetränk "Tassimo Latte macchiato classico" von Jacobs Douwe Egberts. Den dritten Platz belegte die Kopfsteherflasche Curry Ketchup von Heinz mit 20,2 Prozent.

Bis zu 40 Prozent weniger Inhalt

Nach Angaben der Verbraucherschützer reduzierte Johnson & Johnson den Inhalt der "Zartcreme" bei drei Packungsgrößen: von 250 auf 150 Milliliter, von 75 auf 50 sowie von 30 auf 25 Milliliter - ein Minus von bis zu 40 Prozent. Zwei der Packungen seien dabei äußerlich nicht kleiner geworden. Mit der Umstellung habe sich auch die Zusammensetzung der Creme verändert, die nun den Konservierungsstoff Phenoxyethanol enthalte. Zuvor sei das Produkt ohne Konservierungsstoff ausgekommen. Schließlich habe der Handel teilweise die Preise für die neuen Dosen erhöht. Konsequenz: Die Creme wurde bis zu 84 Prozent teurer.

Latte macchiato ohne echte Milch

Bei dem Kaffeegetränk bemängelte die Verbraucherzentrale, dass die neue Packung nicht nur weniger, sondern auch eine qualitativ schlechtere "Milchkomposition" enthalte. Statt echter Milch steckten in dem Latte macchiato nur noch einzelne Milchbestandteile und das Verdickungsmittel Gummi arabicum (E 414).

Auch beim Drittplatzierten gab es weniger fürs Geld. Die Ketchup-Flasche von Heinz enthalte statt 500 nur noch 400 Milliliter, der Preis sei leicht gestiegen.

Rekordbeteiligung an Abstimmung

An der Abstimmung beteiligten sich in diesem Jahr sechsmal so viele Verbraucher wie ein Jahr zuvor. "Das Rekordergebnis zeigt, dass sich immer mehr Leute über die Preistricksereien der Hersteller ärgern und ihnen einen Denkzettel verpassen wollen", so Armin Valet von der Verbraucherzentrale.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Hamburg Journal / 21.06.2015 / 19.30 Uhr