Stand: 26.01.2015 17:43 Uhr  | Archiv

Teure Ersatzteile: Ihre Rechte als Käufer

Welche Rechte haben Verbraucher, wenn zum Beispiel das neue Auto defekt ist? Weist der Wagen Mängel auf oder ist er innerhalb einer bestimmten Frist kaputtgegangen, handelt es sich um einen Sachmangel. Dann greift die gesetzliche Gewährleistung des Verkäufers oder Händlers: Autokäufer müssen Ersatzteile nicht aus eigener Tasche bezahlen.

Zwei Jahre Gewährleistung

Der Verkäufer haftet bei Neuwagen zwei Jahre ab Übergabe des Autos für verborgene Mängel. Für Gebrauchtwagen sind Händler mindestens ein Jahr lang zur Gewährleistung verpflichtet. Wie bei anderen Produkten gibt es jedoch im Gesetz eine Einschränkung: In den ersten sechs Monaten muss der Händler beweisen, dass die von ihm verkaufte Ware fehlerfrei war. Anschließend kehrt sich die sogenannte Beweislast um: Ab dem siebten Monat muss der Verbraucher nachweisen, dass die Ware bereits zum Lieferzeitpunkt defekt war. Allerdings sind nicht alle Schäden am Fahrzeug Mängel, zum Beispiel abgefahrene Bremsen.

Bei Sachmangel Reparatur oder Umtausch

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Gewährleistung oder Garantie? Markt erklärt, wie Käufer bei Sachmängeln am Auto zu ihrem Recht kommen.

Ist ein Autoteil defekt, kann der Käufer vom Händler Reparatur oder Austausch verlangen. Lehnt der Händler das ab, hat der Käufer die Wahl: Er kann vom Kaufvertrag zurücktreten, also das Auto zurückgeben und das Geld wiederbekommen. Eine zweite Möglichkeit: Er behält die Ware und bekommt einen Teil des Kaufpreises zurück. Durch den Mangel entstandene Nebenkosten, etwa für Transport und Montage, zahlt der Händler. Für Reparaturen hat er höchstens zwei Versuche. Nur in besonders komplizierten Fällen ist ein weiterer Versuch zulässig.

Nicht verwechseln: Gewährleistung und Garantie

Die Gewährleistungspflicht von Verkäufern und Händlern ist nicht mit der Garantie auf eine Ware zu verwechseln:

  • Die Gewährleistung gilt im Rahmen eines Kaufvertrages und zwar gegenüber dem Verkäufer, nicht dem Hersteller. Sie ist gesetzlich geregelt.
  • Eine Garantie ist ein freiwilliges Versprechen eines Herstellers oder Händlers. Der Inhalt und die Dauer einer Garantie sind nicht gesetzlich regelt. Der Anbieter kann sie frei festlegen.

Der Käufer hat die Wahl, ob er die gesetzliche Gewährleistung des Händlers oder eine darüber hinaus bestehende Garantie in Anspruch nimmt. Nicht zulässig ist es, wenn der Händler eine Gewährleistung ablehnt und dabei auf die Garantie des Herstellers verweist.

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Markt | 26.01.2015 | 20:15 Uhr