Sendedatum: 15.02.2016 15:57 Uhr

Teurer Strom: So können Sie sparen

von Thomas Roß

Der Strompreis ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Um Geld zu sparen, können Verbraucher zu einem günstigeren Stromanbieter wechseln oder den Stromverbrauch senken. So lassen sich schon mit einfachen Mitteln mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen.

Wie hoch ist der Stromverbrauch im Durchschnitt?

Das hängt vor allem von der Anzahl der Personen ab, die in einem Haushalt leben. Nach Berechnungen der Verbraucherzentrale Hamburg verbrauchen Single-Haushalte in der Regel zwischen 900 und 1.300 Kilowattstunden pro Jahr. In einen Vier-Personen-Haushalt sind es 2.200 bis 3.300 Kilowattstunden. Bei einem höheren Verbrauch lohnt es sich, über Einsparmöglichkeiten nachzudenken.

Welche Geräte verbrauchen am meisten Strom?

Die größten Stromverbraucher im Haushalt sind Geräte, die kühlen oder erhitzen. Dazu gehören zum Beispiel Kühlschrank, Gefrierkühltruhe, Geschirrspüler, Wasserkocher, Waschmaschine, Wäschetrockner und Geräte für die Warmwasserbereitung wie Durchlauferhitzer und Boiler. Sind solche Geräte älter als zehn Jahre, lohnt sich in der Regel die Anschaffung eines sparsameren Modells.

Wie viel lässt sich bei der Beleuchtung sparen?

In vielen Haushalten sind noch Halogenlampen der ersten Generation im Einsatz. Gehen sie kaputt, sollten sie gegen LED-Lampen ausgetauscht werden, rät Energieberater Bert Jenner von der Verbraucherzentrale Hamburg. Zwar sei die Anschaffung mit rund 15 Euro pro Lampe relativ teuer. Dennoch empfiehlt Jenner die Investition: "Eine LED-Lampe hält bis zu 25.000 Stunden, ein Halogenstrahler maximal 3.000 Stunden." Dabei verbrauche eine LED-Lampe deutlich weniger Strom.

Wie hoch der Standby-Verbrauch?

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Gegen Stromverbrauch im Standby hilft Stecker ziehen.

Der Standby-Verbrauch macht nach Ansicht der Verbraucherzentrale rund zehn Prozent des gesamten Stromverbrauchs im Haushalt aus. Es gibt immer noch Geräte, denen man den hohen Stromverbrauch im Leerlauf nicht ansieht. Zum Beispiel gibt es Kaffeevollautomaten, die im Standby rund um die Uhr heißes Wasser vorhalten und dadurch permanent Strom verbrauchen. Energieberater Bert Jenner empfiehlt: Nach dem Kaffeekochen sofort ausschalten.

Wer auch Computer, Ladegeräte, HiFi-Anlage und Fernseher bei Nichtgebrauch vom Stromnetz trennt, kann viel Geld sparen - in einem Drei-Personen-Haushalt rund 88 Euro pro Jahr, schätzt die Verbraucherzentrale.

Wie kann ich den Stromverbrauch messen?

Viele Verbraucherzentralen bieten eine Energieberatung an und verleihen gegen Pfand ein Strommessgerät, das zwischen die Steckdose und das Elektrogerät geschaltet wird. Damit lässt sich im Haushalt schnell und einfach der Stromverbrauch einzelner Geräte ermitteln. Ein Protokoll mit allen Messdaten ist die Gesprächsgrundlage für eine Energieberatung.

Worauf ist beim Wechsel des Stromanbieters zu achten?

Die meisten Verbraucher suchen auf Vergleichsportalen im Internet nach einem günstigeren Stromanbieter. Doch nicht immer ist der Anbieter ganz oben auf der Ergebnisliste auch tatsächlich der günstigste. Oft wird eine höhere Ersparnis angegeben, als tatsächlich möglich ist. Darauf müssen Sie achten:

  • Vergleichspreis

    Oft wird die Ersparnis gegenüber dem Tarif des örtlichen Grundversorgers angeben, weil sie besonders hoch erscheint. Wer bereits Strom von einem anderen Anbieter bezieht, kann nicht so viel sparen wie angegeben.

  • Neukundenbonus

    In einigen Angeboten ist eine einmalige Bonuszahlung enthalten. Doch oft ist die Auszahlung der Wechselprämie an Bedingungen geknüpft, etwa an einen Mindeststromverbrauch. Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass Sie Anspruch auf den Bonus haben.

  • Kündigungsfrist

    Wenn der Anbieter den Strompreis erhöht, haben Kunden ein Recht auf Vertragskündigung. Doch oft müssen sie mehrere Monate warten, bis der Vertrag endet. Verbraucherschützer empfehlen eine Kündigungsfrist von nicht mehr als einem Monat.

  • Vertragslaufzeit

    Einige Anbieter wollen ihre Kunden möglichst lange an sich binden. Die können dann erst nach Ablauf einer bestimmten Zeit zu einem anderen Anbieter wechseln. Empfehlung des Energieberaters: maximal zwölf Monate Mindestvertragslaufzeit.

  • Vorauskasse

    Es gibt immer noch günstige Stromanbieter, die sich für ein Jahr im Voraus bezahlen lassen. Verbraucher sollten sich darauf nicht einlassen. Geht der Anbieter Pleite, gibt’s für das Geld möglicherweise keinen Strom mehr.

  • Preisgarantie

    Viele Anbieter geben eine sogenannte eingeschränkte Preisgarantie. Das bedeutet: Sie dürfen den Preis zwar nicht erhöhen, aber Erhöhungen durch den Staat an die Kunden weitergeben. Die Stromkosten können also trotz Preisgarantie steigen.

  • Festpreisangebote

    Bei einigen Anbietern gibt’s Strompakete zu Pauschalpreisen, zum Beispiel 6.000 Kilowattstunden für 1300 Euro. Das Problem: Jede weitere Kilowattstunde über das gebuchte Paket hinaus ist meist überdurchschnittlich teuer.

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Wie teuer ist Ökostrom?

Die meisten Ökotarife sind immer noch teurer als konventionell erzeugter Strom. Doch nach Ansicht der Verbraucherzentrale sind die Preisunterschiede geringer geworden. Wer sich für Ökostrom entscheidet, sollte genau darauf achten, aus welchen Quellen der Anbieter seinen Strom bezieht – nicht immer stammt grüner Strom aus Wind- oder Solaranlagen. Ideal seien Ökostromanbieter, die einen Teil des Geldes in erneuerbare Energien investieren.

 

Dieses Thema im Programm:

Markt | 15.02.2016 | 15:57 Uhr

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