Stand: 14.08.2017 10:47 Uhr

Was tun, wenn das Smartphone weg ist?

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Hat ein Dieb das Smartphone entwendet, sollten Betroffene den Verlust sofort beim Mobilfunkanbieter und der Polizei melden.

Das Smartphone dient längst nicht mehr nur dem Telefonieren: Es empfängt E-Mails, kann im Internet surfen, ist eine Digitalkamera und bietet Zugang zu sozialen Netzwerken. Nicht selten speichern die Nutzer auf ihm Passwörter zu Funktionen wie Online-Banking oder Online-Bezahlsystemen. Geraten diese Funktionen bei einem Verlust in die falschen Hände, kann der Missbrauch kostspielige Folgen haben. Verschiedene Sofortmaßnahmen machen es Dieben im Ernstfall schwerer, an sensible Daten heranzukommen oder hohe Telefonkosten zu produzieren.

SIM-Karte sperren und Anzeige erstatten

Lässt sich des Smartphone - beispielsweise durch einen Anruf - nicht wieder auffinden, muss der Besitzer vom Verlust oder Diebstahl ausgehen. Im ersten Schritt die Kundenhotline des Mobilfunkanbieters anrufen und die SIM-Karte des Geräts sperren lassen. Achtung: Für die Aktualisierung der Nutzerdaten verlangen die Service-Mitarbeiter die Nennung des Kennwortes. Für die Sperrung können Gebühren von bis zu 15 Euro fällig werden, auch eine Ersatz-SIM-Karte lassen sich die Anbieter mit bis zu 30 Euro bezahlen. Ist das verschwundene Gerät durch den Mobilfunkanbieter gesponsert, entstehen dem Verbraucher Kosten, die meist auf die monatliche Grundgebühr umgelegt werden.

Anschließend das Gerät bei der Polizei als gestohlen melden. Dazu ist die Seriennummer des Smartphones, die sogenannte IMEI erforderlich. Die Seriennummer ist auf der Originalverpackung aufgedruckt. Sie lässt sich außerdem mit der Tastenkombination *#06# herausfinden.

Sperren und Daten löschen per Fernzugriff

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Mit dem Fernzugriff können Smartphone-Nutzer alle Daten auf ihrem Gerät löschen, sofern GPS aktiviert ist und eine Internet-Verbindung besteht.

Wer im Falle des Verlusts sicher sein möchte, dass keine persönlichen Daten in fremde Hände fallen, kann per Fernzugriff alle Daten auf dem Smartphone löschen sowie das Gerät sperren und orten. Der Haken an der Sache ist: Das Handy muss eingeschaltet sein und eine Verbindung zum Internet haben. Zudem müssen zuvor in den Android-Einstellungen die Optionen "Fernzugriff" sowie "Standortdienst" (GPS) aktiviert werden. Sind die Dienste ausgewählt, lässt sich über Service-Websites der Handy-Hersteller sowie von Google auf das Smartphone zugreifen.

Auch Apple bietet zu diesem Zweck eine eigene Service-Seite an, unter "Mein iPhone suchen" finden Nutzer die Einstellungsoptionen im Betriebssystem iOS. Bei Windows-Geräten "Mein Handy finden" auswählen und aktivieren. Bei den Service-Websites muss in der Regel zuvor ein persönlicher Account mit einem Passwort eingerichtet werden. Die Ortungsfunktion kann die Arbeit der Polizei erleichtern, wenn Diebe das Gerät entwendet haben. Viele Sicherheits-Apps ermöglichen neben dem Schutz vor Viren bei entsprechender Konfiguration auch einen Fernzugriff auf das Smartphone.

Passwörter von Nutzerkonten ändern

Bei mobiler Nutzung von Online-Banking, Shopping-Portalen, E-Mail-Portalen oder sozialer Netzwerke zur Sicherheit so schnell wie möglich die Passwörter ändern. Wer nur die SIM-Karten sperren lässt, sollte seine Nutzerkonten bei Messenger-Diensten mithilfe des Kundendienstes des Anbieters ganz löschen lassen. So wird ausgeschlossen, dass der Dieb auf die Dienste zugreifen kann.

Im Ernstfall gerüstet: Vorbeugende Maßnahmen

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Sperrbildschirm, Verschlüsselung und der Fernzugriff machen es Dieben schwer, Daten zu stehlen und zu missbrauchen.

Generell sollte man es Dieben so schwer wie möglich machen, an die Funktionen und Daten des Gerätes heranzukommen. Neben dem Fernzugriff mit dazugehörigen Service-Accounts sollte in jedem Fall der Sperrbildschirm des Smartphones aktiviert sein, der sich bei neueren Geräten mit dem persönlichen Fingerabdruck - oder noch sicherer - mit einem Passwort aufheben lässt. So haben Unbefugte bei eingeschaltetem Gerät keinen direkten Zugriff. Damit Diebe bei Android-Geräten trotz des aktivierten Sperrbildschirms keine Daten via USB-Kabel oder SD-Card auslesen können, in den Sicherheits-Einstellungen zudem die Option "Verschlüsselung" aktivieren. Das funktioniert allerdings nur bei Smartphones neuerer Generation. iPhones verfügen standardmäßig über eine Datenverschlüsselung.

Weiterer Tipp: Alle wichtigen Kennwörter sowie die Seriennummer des Smartphones notieren und an einem sicheren Ort aufbewahren, damit im Notfall keine wertvolle Zeit mit Suchen vergeudet wird. Regelmäßige Datensicherung außerhalb des Smartphones verhindert den Totalverlust von Dateien wie Fotos, Videos oder Kontakten. Daten lassen sich online in sogenannten Clouds oder mit spezieller Backup-Software auf dem Computer speichern. Auch die bereits erwähnten Sicherheits-Apps bieten häufig Datensicherungsfunktionen.

Lohnt eine Handy-Versicherung?

Außer bei sehr teuren Geräten lohnt sich eine Handyversicherung in der Regel nicht. Geht man von einer hohen monatlichen Versicherungsprämie von rund 7 Euro für ein Gerät mit einem Neuwert von 600 Euro aus, ergeben sich in zwei Jahren Kosten von 168 Euro. Das sind 28 Prozent vom Anschaffungspreis bei einem Produkt mir sehr hohem Wertverfall. Zudem schränken einige Versicherer im Kleingedruckten ihre Haftung deutlich ein: Im Falle eines Diebstahls zahlen sie häufig nur, wenn das Smartphone aus der Hosen- oder Jackentasche sowie einem verschlossenen Raum gestohlen wird, alle anderen Szenarien werden als "grob fahrlässig" ausgeschlossen. Bei Verlust oder Totalschaden bezahlen Versicherer häufig auch nicht die Neuanschaffung, sondern berücksichtigen den Zeitwert - und der sinkt je nach Versicherer pro Jahr um etwa 20 Prozent.

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