Sendedatum: 07.10.2013 20:15 Uhr

So züchten Bauern einen Super-Apfel

von Tim Boehme

Die Auswahl an Äpfeln in Supermärkten und bei Obsthändlern ist riesig. Früchte in vielen Farben und Formen konkurrieren um die Gunst der Käufer. Die meistverkauften Äpfel kommen aus dem Ausland. Das stört die Bauern im Alten Land bei Hamburg. Sie arbeiten deshalb an einem Super-Apfel, der den internationalen Markt erobern soll.

Beliebte und seltene Apfelsorten

Viele Landwirte im Alten Land ärgern sich zum Beispiel über Äpfel mit dem Aufkleber "Pink Lady". Denn dabei handelt es sich um die Apfelsorte "Cripps Pink". "Pink Lady" ist nur ein Markenname. Oft liegen "Pink Lady" und "Cripps Pink" im selben Geschäft nebeneinander. Geschmacksunterschiede gibt es nicht, wohl aber Unterschiede beim Preis: Äpfel mit dem bunten Aufkleber "Pink Lady" sind deutlich teurer.

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"Pink Lady" ist eine Marke, keine Sorte. Äpfel mit diesem Aufkleber kosten mehr als "Cripps Pink", obwohl es dieselbe Sorte ist.

Im Alten Land wachsen jede Menge Äpfel, doch lukrative Stars mit einem modischen Namen wie Pink Lady dürfen nur mit Erlaubnis der internationalen Rechteinhaber angebaut werden. Deshalb landen die Sorten aus dem Alten Land immer öfter im Beutel für Discounter. Doch das soll sich ändern. Die Äpfel-Päpste Jakob-Hinrich Feindt und Werner Dierend wollen wieder einen echten Star auf den Markt bringen und dadurch dem Obstanbau im Norden das Überleben sichern.

"Black Beauty" ist Hoffnungsträger der Züchter

Mit 3.000 neuen Kreuzungen im Jahr wollen Feindt und Dierend einen Spitzen-Apfel züchten. In der ersten Runde geht es nur um Schönheit und Ertrag. 99 Prozent der Kandidaten fliegen raus, etwa wenn sie nicht gut genug aussehen. "Kunden kaufen mit den Augen", weiß Werner Dierend. Die erfolgreichen Kandidaten müssen zur nächsten Runde: An der Hochschule Osnabrück findet eine sensorische Prüfung statt, ein Geschmackstest mit einer fachkundigen Jury.

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Hoffnungsträger der Züchter im Alten Land ist "Black Beauty" - ein Apfel, der gut aussieht und schmeckt.

30.000 neue Apfelsorten haben Feindt und Dierend bereits gesichtet. Ihr bisher größter Hoffnungsträger hat den Arbeitstitel "Black Beauty". Er überzeugte die Jury im Aussehen und Geschmack. Bis "Black Beauty" oder ein anderer Super-Apfel im Handel angekommen ist, werden aber wohl noch ein paar Jahre vergehen.

 

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Markt | 07.10.2013 | 20:15 Uhr