Stand: 06.11.2015 09:21 Uhr  | Archiv

Wenn das Reh plötzlich auf der Straße steht

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Achtung, Wildwechsel: Autofahrer sollten jetzt die Geschwindigkeit reduzieren.

Wenn die Tage kürzer werden, nimmt die Gefahr von Wildunfällen auf den Straßen deutlich zu. Denn jetzt sind mehr Autofahrer in der Dämmerung unterwegs. Rund 230.000 Zusammenstöße mit Wildtieren werden in Deutschland pro Jahr gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Obwohl die meisten Unfälle mit Blechschäden enden, gibt es auch immer wieder Verletzte: 2013 kamen mehr als 500 Menschen bei Wildunfällen zu Schaden, sieben starben. Im langjährigen Mittel sind es noch deutlich mehr.

Gefahr droht in der Dämmerung

Viele Autofahrer unterschätzen die Gefahr und fahren trotz der Warnschilder oder blauer Reflektoren an den Leitpfählen zu schnell. Die blau schimmernden Plättchen werden dort montiert, wo Tiere häufig die Straße überqueren und sollen sie abschrecken. Besonders aktiv sind Wildtiere in der Dämmerung am Morgen und Abend. Sie verlassen ihre Deckung, um Nahrung zu suchen. Auf Straßen durch Wälder oder am Wald- und Feldrand müssen Autofahrer dann besonders aufmerksam und bremsbereit sein. Wenn ein Tier über die Straße läuft, folgen häufig weitere.

Bremsen und nicht ausweichen

Viele Fahrer versuchen, einem plötzlich auftauchenden Tier auszuweichen. Experten - etwa vom Autoklub ADAC - raten allerdings: bremsen, das Lenkrad gut festhalten und nicht ausweichen - auch bei größeren Tieren. Der Schaden fällt in der Regel geringer aus, als wenn der Wagen ins Schleudern kommt und mit einem entgegenkommenden Auto oder einem Baum kollidiert. Außerdem sollten Autofahrer hupen und das Fahrlicht abblenden. Viel Abstand zum vorausfahrenden Wagen schützt vor Auffahrunfällen, wenn dessen Fahrer abrupt bremsen muss.

Nach einem Unfall die Polizei benachrichtigen

Nach einem Wildunfall muss die Unfallstelle abgesichert werden. Dann sollte man die Polizei benachrichtigen. Sie meldet den Vorfall dem zuständigen Förster oder Jagdpächter. Um weitere Unfälle zu vermeiden, sollte das tote Tier an den Fahrbahnrand gezogen werden. Vorsicht ist allerdings bei Tieren geboten, die nur verletzt sind. Dann sollte man auf den Förster warten. Auch wenn das Tier nach einem Zusammenprall in den Wald flüchtet, müssen Autofahrer die Polizei informieren. Die Beamten stellen eine sogenannte Wildunfall-Bescheinigung für die Versicherung aus. Spuren wie Blut oder Fellreste am eigenen Wagen sollten dokumentiert und möglichst der Versicherung vorgezeigt werden.

Teilkasko zahlt bei heimischen Wildtieren

Wer teilkaskoversichert ist, bekommt die Reparaturkosten nach einem Wildunfall erstattet. In jedem Fall sollte man seine Vertragsbedingungen überprüfen: Viele Versicherungen beschränken ihre Ersatzpflicht auf Unfälle mit Haarwild. Dazu gehören zum Beispiel Wildschwein, Reh oder Feldhase. Nicht erfasst von der Ersatzpflicht sind Vögel. Auch Kollisionen mit Nutz- und Haustieren wie Kühen, Pferden oder Hunden schließt die Teilkaskoversicherung in der Regel aus. In diesen Fällen haftet der Tierhalter. Einige Versicherer bieten Policen an, die bei jeder Art von Tierunfall für den Schaden aufkommen.

Alternative Vollkasko

Eine bequeme Alternative ist die Vollkasko-Versicherung: Sie zahlt in jedem Fall. Allerdings wird der Versicherungsnehmer bei einem Unfall - anders als bei der Teilkasko - hochgestuft und büßt seinen Schadenfreiheitsrabatt teilweise ein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordmagazin / 25.10.2016 / 19.30 Uhr

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