Stand: 28.11.2014 16:00 Uhr  | Archiv

Teure Brühe: Rinderfonds im Vergleich

von Thomas Roß
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Auch aus Fleischsaft, der beim Braten entsteht, lässt sich eine leckere Soße zubereiten.

Vor Weihnachten gibt es in vielen Supermärkten und Discountern ein besonders großes Angebot an Fleischbrühe im Glas. Die sogenannten Fonds dienen als Basis für Soßen und verleihen Suppen einen würzigen Geschmack. Zwar können Hobbyköche aus Knochen und Kräutern, Gemüse und Gewürzen selbst einen Fond zubereiten. Weil das aber meist sehr aufwendig ist, greifen viele zur Fertigbrühe im Glas. Wie schmecken günstige Fonds vom Discounter und Markenprodukte aus dem Supermarkt? Markt hat vier Produkte probiert:

  • Lemar Bratenfond mit Rind von Aldi für 2,48 Euro pro Liter
  • Deluxe Rinderfond von Lidl für 2,48 Euro pro Liter
  • Feine Küche Jürgen Langbein Rinderfond für 9,95 Euro pro Liter
  • Rinderfond von Fernsehkoch Johann Lafer für 9,98 Euro pro Liter

Wie gut sind die Rinderfonds?

Für Markt haben Landfrauen die flüssigen Fonds aufgekocht und mit Mehl zu einer Soße angedickt. Zum Vergleich haben sie aus Fleischsaft, der beim Braten entsteht, ebenfalls eine Soße zubereitet.

Mehr Würze durch Geschmacksverstärker

Einige Rinderfondhersteller werben mit Aussagen wie "ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe". Trotzdem kann Fleischbrühe durchaus Geschmacksverstärker wie Glutamat enthalten, sagt Ernährungsberater Stefan Koffinke. Diese verbergen sich in der Zutatenliste hinter Begriffen wie Würze oder Aroma und sollen für einen kräftigen Fleischgeschmack sorgen. Oft werde auch Sojasoße eingesetzt, um eine fade Brühe aufzupeppen.

Pflanzliches Öl in der Fleischbrühe

In den verwendeten Rinderfonds vom Discounter stecken pflanzliche Öle: bei Aldi Rapsöl, bei Lidl Palmöl. Sie gehören nicht in eine Fleischbrühe, sagt Ernährungsberater Koffinke. Sein Verdacht: Die Hersteller verwenden die pflanzlichen Öle statt tierischer Fette, um Kosten zu sparen. Der Hersteller Jütro, der die Fonds für Aldi und Lidl produziert, schreibt dazu: "Der Anteil des (...) pflanzlichen Fettes ist so gering, dass es für die Produktqualität keine Relevanz hat."

Fazit: Selbst gemachte Soße schlägt gekaufte Fonds

Im Geschmacksvergleich schneidet bei den Landfrauen die selbst gemachte Soße am besten ab. Sie besteht aus Fleischsaft, der beim Braten austritt, und geschmacksneutralem Soßenbinder. Bei den Rinderfonds aus dem Glas finden die Landfrauen das Produkt von Fernsehkoch Johann Lafer am besten: Ihrer Ansicht nach hat es einen guten Fleischgeschmack. Die Soßen auf Basis der Rinderfonds von Aldi, Lidl und Jürgen Langbein schmecken künstlich, sagen die Landfrauen.

Diese Zutaten stecken in vielen Rinderfonds

  • Aroma

    Wenn der Geschmack nicht intensiv genug ist, kommen Aromastoffe zum Einsatz. Welche es sind, weiß nur der Hersteller.

  • Fleischextrakt

    Stark konzentrierte Paste aus ausgekochten Rinderknochen.

  • Karamell

    Färbt die Brühe bräunlich.

  • Maltodextrin

    Wird als Füllstoff, Verdickungsmittel und Konservierungsmittel verwendet.

  • Würze

    Besteht meist aus Eiweißen, die von Mikroorganismen zerlegt wurden. Dadurch entsteht ein würziger Geschmack. Würze kann bis zu 25 Prozent Glutamat enthalten, so Ernährungsberater Koffinke.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 08.12.2014 | 20:15 Uhr