Stand: 08.11.2017 11:25 Uhr

Richtig heizen spart bares Geld

Mit dem Herbst hat auch die Heizsaison begonnen. Wer es in der Wohnung gemütlich warm haben möchte, muss in den kommenden Monaten viel Geld für Energie ausgeben - zumal der Heizölpreis im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen ist. Allerdings können schon einfache Maßnahmen dafür sorgen, dass die Rechnung nicht zu hoch ausfällt.

Wie warm soll es sein?

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Die Einstellung "3" am Thermostatventil entspricht etwa 20 Grad Raumtemperatur.

Menschen empfinden Temperaturen sehr unterschiedlich. Als Faustregel gilt: In Wohnbereichen sollten es 20 Grad sein, im Schlafzimmer reichen 16 bis 18 Grad. Ein Grad weniger Wärme spart rund sechs Prozent Energie. Ein Thermometer gibt Auskunft über die tatsächliche Raumtemperatur, Thermostatventile an den Heizkörpern halten die Temperatur konstant. Mit elektronischen Ventilen lässt sie sich im Tagesverlauf automatisch senken und erhöhen. So können etwa Berufstätige die Heizung am Tag drosseln und trotzdem abends in eine warme Wohnung zurückkehren.

Regelmäßig entlüften

Wenn Heizkörper gluckern und auch bei voll geöffnetem Ventil nicht richtig warm werden, hat sich wahrscheinlich Luft darin gesammelt. Sie kann durch ein Entlüftungsventil an der Seite des Heizkörpers abgelassen werden: Becher unterhalten, Ventil mit kleinem Schlüssel öffnen und Luft ablassen, bis nur noch Wasser herauskommt. Wurde viel Luft entfernt, muss eventuell Wasser in den Heizkreislauf nachgefüllt werden. Ein Blick auf die Druckanzeige am Kessel oder der Heiztherme zeigt, ob das notwendig ist. Wer sich das regelmäßige Entlüften sparen möchte, kann am Heizkörper spezielle automatische Entlüftungsventile anbringen.

Zugluft vermeiden

Bei leichtem Luftzug im Raum fühlt sich die Temperatur niedriger an als sie ist. Fenster und Türen sollten daher gut schließen. Mit einer brennenden Kerze lassen sich undichte Stellen entdecken, Klebedichtungen aus dem Baumarkt sorgen für Abhilfe. Besonders die Tür zum kalten Treppenhaus sollte auch nach unten keine Luft hereinlassen. Dichtungen mit Bürstenstreifen sind flexibel und überbrücken selbst zentimeterbreite Lücken.

Frische Luft muss sein

Auch wenn dabei Energie verloren geht: Mindestens zweimal am Tag muss gründlich gelüftet werden. Am schnellsten geht es mit der Querlüftung, bei der Fenster in gegenüberliegenden Zimmern weit geöffnet werden. Der Luftzug tauscht die feucht-warme Luft schnell aus. Langes Lüften mit gekippten Fenstern verschwendet dagegen viel Energie.

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Nicht durch die Wand heizen

Häuser aus den 1950er- bis 70er-Jahren haben meist dünne, schlecht gedämmte Wände. Dann ist es hilfreich, hinter den Heizkörpern dünne Polystyrolschaum-Platten mit Alu-Beschichtung zu montieren. Sie reflektieren die Wärme und halten sie so im Zimmer. Das Material aus dem Baumarkt wird an die Wand geklebt. Damit Heizkörper die Wärme gut in den Raum abgeben können, dürfen sie nicht von Vorhängen oder Möbeln verdeckt werden und müssen von unten ungehindert Luft ansaugen können.

Der Keller bleibt kalt

In Einfamilienhäusern steht der Heizkessel meist im Keller. Auf dem Weg in die Wohnräume geben die Heizungsrohre unnötig Wärme ab. Dämmende Rohrschalen aus dem Baumarkt lassen sich einfach selbst montieren und sind laut Energieeinsparverordnung sogar vorgeschrieben.

Vorhang zu

Besonders in kalten Nächten geht viel Wärme durch die Fenster verloren. Selbst moderne Scheiben mit Doppel- oder Dreifach-Verglasung lassen sich mit geschlossenen Rollos oder Vorhängen optimieren. Das gilt besonders für große Glasflächen an Balkonen oder Terrassen.

Hier muss der Fachmann ran

Neben diesen Self-made-Tipps gibt es Maßnahmen, die man einem Fachbetrieb überlassen muss. Dazu gehört es, die Heizungsanlage regelmäßig zu warten und zu reinigen. Dabei lohnt ein Blick auf die Umwälzpumpe. Alte Modelle verbrauchen viel Strom, da sie stets mit voller Last arbeiten. Moderne Pumpen passen ihre Leistung dem Bedarf an und sind daher sparsamer. Eventuell lohnt ein Austausch. Bei einem sogenannten hydraulischen Abgleich werden alle Komponenten der Heizungsanlage optimal aufeinander und den Wärmebedarf im Haus angepasst. Allerdings kostet diese Einstellung bis zu 1.000 Euro.

Wer seine alte Heizungsanlage umfassend erneuern möchte, kann unter bestimmten Voraussetzungen Kredite und Zuschüsse der KfW und des Bundesamtes für Wirtschaft beantragen. Weitere Tipps zum energiesparenden Heizen bietet eine Website der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

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