Stand: 30.09.2016 16:11 Uhr

Kreditkarte: Tipps für Anschaffung und Gebrauch

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Das Logo des Anbieters prangt auf jeder der Karten.

8,5 Zentimeter breit, 5,4 Zentimeter hoch - ein kleines Stück Plastik hat das Bargeld teilweise abgelöst. Besonders im Ausland ist es praktisch, ohne fremde Währungen und Gedanken an Wechselkurse einzukaufen. Kreditkarten werden auch bei deutschen Verbrauchern immer beliebter. Mehr als 30 Millionen Karten sind hierzulande im Umlauf. Allerdings sollte die richtige Kreditkarte sorgfältig ausgewählt werden, denn es gibt Hunderte Varianten. Die Unterschiede liegen im Detail: Gebühren, Abrechnungsmodus, Zusatzleistungen. Ein Überblick:

Was bieten die Karten?

Die Grundfunktionen sind bei allen Kreditkarten gleich: Besitzer können in Geschäften, Hotels, Restaurants und bei anderen Dienstleistern weltweit mit der Karte bezahlen. Allerdings akzeptiert nicht jedes Unternehmen jede Karte. Das gilt besonders für kleine Firmen, denn die Händler müssen eine Provision (etwa 2-4 Prozent) an die Kartenunternehmen zahlen. Ein Anspruch auf Kartenzahlung besteht nicht. Auch im Online-Handel sind Kreditkarten beliebt. Mit den Karten kann man außerdem an vielen Geldautomaten weltweit Bares abheben. Neben diesen Basisfunktionen bieten viele Karten unterschiedliche Zusatzleistungen wie Versicherungen, Bonusprogramme und Rabatte.

Welche Anbieter gibt es?

Zwei Anbieter dominieren in Deutschland: Marktführer Visa und Mastercard (früher Eurocard). Beide vertreiben ihre Karten vor allem über Banken und große Unternehmen. Diese treten als Emittenten auf, das heißt, sie geben die Karten aus, bestimmen das Design und legen die Gebühren fest. Den Zahlungsverkehr wickeln die Kreditkarten-Unternehmen ab. Die Nummer drei auf dem deutschen Markt, American Express (Amex), arbeitet direkt mit Endkunden.

Wie wird abgerechnet?

Wesentliche Unterschiede gibt es bei der Abrechnung: Bei einer Chargekarte erhält der Kunde monatlich eine Abrechnung. Die ausgegebene Summe wird sofort oder in einer festgelegten Frist fällig. Bei einer Credit- oder Revolving-Card kann die Monatsrechnung in Raten abgestottert werden. Eine Debitkarte ist mit einem Girokonto gekoppelt, die Kartenzahlungen werden sofort abgebucht. Damit ähnelt sie der Girocard, die Banken und Sparkassen zum Girokonto ausgeben und die früher als ec-Karte bekannt war.

Und die Prepaid-Karten?

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Praktisch, aber nicht ohne Risiko: Interneteinkäufe per Kreditkarte.

Eine Sonderform ist die Prepaid-Kreditkarte. Die Funktionsweise ist vom Handy bekannt: Ein Guthaben wird auf die Prepaid-Karte geladen und kann dann verbraucht werden. Die Ausgaben sind also begrenzt. Dieses Prinzip nutzen auch Prepaid-Kreditkarten. Der Besitzer kann nur so viel Geld ausgeben, wie zuvor auf die Karte gebucht wurde. Die Karten sind bei Eltern beliebt, deren Kinder für längere Zeit ins Ausland reisen, etwa zum Schüleraustausch oder Studium. Und auch bei Menschen, die nicht (mehr) kreditwürdig sind. Jedoch akzeptieren nicht alle Firmen Prepaid-Karten als vollwertige Kreditkarte. Viele Autovermieter lehnen sie als Sicherheit ab. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt vor unseriösen Anbietern, die solche Karten zu überhöhten Gebühren oder mit dem Versprechen anbieten, Kredit zu gewähren. Wer sich eine Prepaid-Karte zulegen will, sollte die Bedingungen vorab genau prüfen.

Was kostet eine Karte?

Die Kosten für eine Kreditkarte sind sehr unterschiedlich. Manche Emittenten werben mit einer kostenlosen Karte, viele nehmen eine Jahresgebühr in unterschiedlicher Höhe oder verstecken die Kosten in der Gebühr für ein Girokonto. Dazu kommen Kosten für die Nutzung: Wird nicht in Euro gezahlt, fällt meist eine Fremdwährungsgebühr an. Im Ausland verlangen manche Einzelhändler zusätzlich eine Gebühr. Auch das Geldabheben am Automaten ist überwiegend nicht gratis. Die Höhe der Gebühren legt der Herausgeber der Karte fest. Ein Bezahlvorgang in Ausland kann bis zu fünf Prozent der Rechnungssumme kosten - oder bei anderen Karten gratis sein. Hinzu kommen Zinsen, wenn das hinterlegte Konto nicht genügend Guthaben aufweist.

Wie finde ich die passende Karte?

Der bequemste, aber nicht immer günstige Weg ist es, bei der eigenen Hausbank eine Kreditkarte zu beantragen. Die Karten werden jedoch auch ohne Bindung an ein Girokonto angeboten. Über die günstigste Karte entscheidet vor allem die Nutzung. Wer häufig im Ausland in fremden Währungen bezahlt, kann eine andere Karte wählen als Verbraucher, die nur in der Eurozone reisen. Wer regelmäßig beim selben Anbieter einkauft, kann eventuell von Bonusprogrammen profitieren. Im Internet gibt es diverse Seiten, die die Konditionen von Kreditkarten vergleichen.

Können Fremde die Karte missbrauchen?

Hilfe, die Karte ist weg!

Wenn die Kreditkarte gestohlen wird oder verloren geht, sollte sie so schnell wie möglich gesperrt werden. Die meisten Herausgeber von Karten haben sich dem zentralen Sperrnotruf unter der Telefonnummer 116 116 angeschlossen. Die Nummer funktioniert mit der Vorwahl +49 auch aus dem Ausland.

Ein Missbrauch ist nicht völlig auszuschließen. Immer wieder gelingt es Kriminellen, Kreditkarten-Daten zu stehlen. Vielfach wird dabei das sogenannte Phishing verwendet: Datendiebe fälschen eine E-Mail oder Website und fordern den Kartenbesitzer darin auf, seine Kreditkartendaten einzugeben. Zum Bezahlen im Internet reicht es, die Kartennummer und die CVC-Prüfziffer auf der Rückseite zu kennen. Dort kann die Karte also leicht missbraucht werden.

Allerdings ist die Haftung des Kartenbesitzers gesetzlich auf 150 Euro begrenzt, wenn er sich nicht fahrlässig verhalten hat. Fahrlässig wäre etwa, die Karte gemeinsam mit der Geheimzahl aufzubewahren. Viele Anbieter verzichten auf die Beteiligung des Kunden.

Wie kann ich vorbeugen?

Kartendaten sollten im Netz wie auch persönlich nur in seriösen Geschäften verwendet werden. Besitzer sollten ihre Kreditkarte möglichst nicht aus der Hand geben und die Geheimzahl nicht notieren, sondern auswendig lernen. Auf der Abrechnung genau prüfen, ob alle Zahlungen selbst veranlasst und nicht doppelt abgebucht wurden.

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Wer erfand die Kreditkarte?

08.07.2010 18:00 Uhr
NDR Info

Die Taschen voller Geld - dies ist seit der Erfindung der Kreditkarte überflüssig. Man kann überall und sofort mit der kleinen Plastikkarte zahlen, heutzutage gar nicht mehr weg zu denken. Audio (03:50 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 26.01.2016 | 16:00 Uhr

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