Sendedatum: 17.03.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Kostenfalle Kombi-Kredit?

von Alexa Höber
Bild vergrößern
Der Wunsch nach einem Eigenheim: viele Banken versuchen daraus Kapital zu schlagen - nicht immer mit fairen Mitteln.

Wohnen in den eigenen vier Wänden ist für viele ein Traum. Doch kaum einer kann die komplette Summe für eine Immobilie auf den Tisch legen. Viele Banken locken mit attraktiven Konditionen für die Baufinanzierung. Aber häufig stecken hinter den Angeboten komplizierte Kreditkonstruktionen, die kaum ein Verbraucher versteht - und die nicht selten teurer sind als eine herkömmliche Finanzierung.

Was sind Kombi-Kredite?

Bei einem Kombi-Kredit wird das Darlehen zur Finanzierung einer Immobilie mit einem Bausparvertrag kombiniert. Typisch sind zwei Phasen:

  • In der Sparphase zahlt der Bankkunde monatlich Beiträge in einen Bausparvertrag. Das Darlehen zahlt er zunächst nicht ab, die Schuld bleibt also konstant. Das bedeutet auch: Der Kreditnehmer zahlt in dieser Phase Zinsen für die gesamte Darlehenssumme, und das möglichweise über einen langen Zeitraum.
  • In der Darlehensphase wird - meist nach einigen Jahren - die Summe aus dem Bausparvertrag verwendet, um einen Teil des Darlehens auf einen Schlag abzulösen. Danach zahlt der Kreditnehmer für das verbleibende Darlehen Raten aus Zins und Tilgung.

Welche Vorteile hat ein Kombi-Kredit?

Bausparkassen werben für die Kombiprodukte mit der Aussage, dass sie eine Zinssicherheit über einen langen Zeitraum bieten. Tatsächlich können sich Bankkunden bei einem Kombi-Kredit die Zinsen für die gesamte Kreditlaufzeit festschreiben lassen.

Und welche Nachteile gibt es?

Bild vergrößern
Finanzexperte Christian Schmid-Burgk warnt vor hohen Kosten in der Sparphase.

Bankkunden erkaufen sich die lange Zinsbindung für das Darlehen mit einem in der Regel schlecht verzinsten Bausparvertrag, kritisiert Finanzexperte Christian Schmid-Burgk von der Verbraucherzentrale Hamburg. In einem Vergleich von Markt liegen die Guthabenzinsen in der Sparphase zwischen 0,1 und einem Prozent. Dem stehen deutlich höhere Zinsbelastungen für das Darlehen gegenüber. Schmid-Burgk warnt deshalb vor hohen Verlusten in der Sparphase, die ein niedriger Kreditzins in der Darlehensphase oft nicht mehr ausgleichen könne.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 17.03.2014 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

08:10

Farbenfrohe Herbststräuße

19.09.2017 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
01:33

Hohe Gebühren: Oft lohnt ein Bankenwechsel

18.09.2017 16:00 Uhr
NDR//Aktuell
14:56