Stand: 11.02.2016 09:32 Uhr

Online-Reisen: Gebucht ist gebucht

Bild vergrößern
Für online gebuchte Reisen gilt das Recht auf Widerruf nicht.

Einkaufen per Internet liegt im Trend. Auch eine Urlaubsreise buchen viele Menschen gern online. Rund um die Uhr, unabhängig von Öffnungszeiten eines Reisebüros, steht eine riesige Auswahl bereit: Pauschalreisen, einzelne Flüge, Hotels und Ferienwohnungen. Doch bei der schnellen und bequemen Buchung im Netz lauern Fallen. So weist die Verbraucherzentrale Niedersachsen darauf hin, dass bei Reise- und Beförderungsverträgen grundsätzlich kein Widerrufsrecht besteht. Die im Online-Handel übliche Frist von 14 Tagen für den Rücktritt vom Kauf gilt bei Reisen also nicht.

Wer ist der Vertragspartner?

Die Suche nach der passenden Urlaubsreise beginnt online meist in einem der zahlreichen Reiseportale. Dort können Interessenten das gewaltige Angebot nach Urlaubsziel, Reisezeitraum, Abflughafen und vielen weiteren Kritierien durchsuchen lassen. Nach wenigen Klicks landen sie auf einem Buchungsformular und können die gewünschte Reise kaufen. Solche Portale arbeiten jedoch nur als Vermittler, ähnlich dem Reisebüro vor Ort. Vertragspartner für den Urlaubstrip selbst ist der Reiseveranstalter. Dazu gehören die Branchenriesen TUI, Thomas Cook, Rewe-Group (ITS, Dertour) und Alltours, aber auch viele kleine Firmen. Sie organisieren die Reise und sind der Ansprechpartner bei Rücktritten, Umbuchungen oder Beschwerden über Flug und Hotel. Gibt es Probleme, gelten die Geschäftsbedingungen (AGB) des Veranstalters.

Mehrere Partner, verschiedene Regeln

Links

Reisebuchungen im Internet

Hinweise der Verbraucherzentrale Niedersachsen als pdf zum Download. extern

Tipps für die Online-Reiseplanung

Zwölf "Goldene Regeln" auf einer Seite der Verbraucherzentralen. extern

Wer seine Reise selbst zusammenstellt, also etwa einen Flug bucht, dazu Hotels und einen Mietwagen, hat es daher mit mehreren Vertragspartnern zu tun - auch wenn alle Elemente bei einem Portal ausgewählt wurden. So können in den verschiedenen Geschäftsbedingungen unterschiedliche Regelungen festgeschrieben werden, etwa über die Höhe der Stornogebühr bei Rücktritt.

Direkt beim Veranstalter buchen

Ein anderer Weg ist es, direkt beim Veranstalter zu buchen, also etwa auf der Website des Reiseunternehmens, der Fluggesellschaft oder des Hotels. Dann entfällt der Umweg und damit das zusätzliche Vertragsverhältnis zum Reiseportal. Allerdings erhält man im jeweiligen Internetauftritt der Firmen nur deren Angebote. Der Vergleich mit konkurrierenden Anbietern - eine Stärke der Portale - fehlt. Besonders bei Ferienwohnungen und -häusern lohnt sich ein kritischer Blick auf die Anbieter der Webseite. Immer wieder gibt es Fälle, in denen Objekte angeboten und Anzahlungen kassiert werden, obwohl den Anbietern die Wohnung nicht gehört.

Gleicher Preis, unterschiedliches Angebot

Finanziell wirkt sich der direkte Weg kaum aus. In der Regel sind die Preise beim Veranstalter, in den Portalen und auch im Reisebüro vor Ort gleich. Unterschiede kann es in der Vielfalt der Auswahl geben, denn nicht alle Portale und Reisebüros greifen auf die gleiche Zahl von Veranstaltern zu.

Weitere Informationen

Die Regeln beim Online-Shopping

Seit 2014 gelten in der EU neue Bestimmungen für den Einkauf im Netz. Überhöhte Gebühren für Kreditkartenzahlung etwa sind seitdem verboten. Die wichtigsten Neuregelungen. mehr

Welche Reiseversicherungen sind sinnvoll?

Für den Urlaub gibt es Versicherungen, die bei Reiserücktritt, Reiseabbruch, Krankheit im Ausland und Verlust des Reisegepäcks einspringen. Welche sind sinnvoll? mehr

Wie Online-Händler Kunden zum Kauf drängen

"Nur noch drei Stück erhältlich" - so signalisieren Online-Shops: jetzt zuschlagen! Recherchen des NDR zeigen: Dabei wird geschummelt. Versandhändler Zalando wurde abgemahnt - und hat reagiert. mehr