Stand: 18.07.2017 17:39 Uhr

Hotline missachtet Absprachen - Was nun?

von Alex Drost, NDR Info Wirtschaftsredaktion

Schnell mal einen Handy-Vertrag abschließen oder verlängern - das geht mithilfe der Kunden-Hotlines von Telekommunikationsunternehmen theoretisch einfach und schnell. Praktisch kommt es allerdings im Nachhinein immer wieder zu Ärger, wenn Kunden feststellen, dass telefonisch gemachte Zusagen nicht eingehalten werden.

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Verbraucherschützerin Julia Rehberg mahnt an, unbedingt auf die schriftliche Bestätigung des Anbieters bei telefonisch abgeschlossenen Verträgen zu achten.

Internetforen sind voller Beschwerdeeinträge: falscher Preis, falsches Datenvolumen, falsches Handymodell. Das ist zwar ärgerlich, rechtlich dagegen ist die Sache bei telefonisch abgeschlossenen Verträgen sehr klar. Denn den Inhalt der mündlich vereinbarten Vertragsmodalitäten muss ein Telekommunikationsunternehmen schriftlich zusammenfassen und an den Kunden übermitteln, sagt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg: "Bis die schriftliche Zusammenfassung eingegangen ist, hat der Kunde das Recht, den Vertrag zu widerrufen. Es ist also auch im Sinne des Anbieters, diese Bestätigung zu schicken."

14 Tage Widerrufsrecht

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02:29

Kunde oder Hotline: Wer hat recht?

21.07.2017 07:41 Uhr
NDR Info

Wenn telefonisch gemachte Zusagen zu einem Telefonvertrag nicht eingehalten werden, kommt es immer wieder zu Ärger mit dem Telefonanbieter. Die Beweislast ist schwierig. Audio (02:29 min)

Auch nach dem Eingang dieser Bestätigung bleiben einem Kunden 14 Tage, um den Vertrag rückgängig zu machen. Die Frist läuft, wenn die Bestätigung vorliegt. Kompliziert wird es dagegen, wenn Mobilfunkfirmen von sich aus mit vermeintlich günstigen Angeboten an ihre Kunden herantreten, sagt Julia Rehberg: "Da heißt es dann, dass man ein tolles Angebot habe, weil man so ein treuer Kunde sei. Es wird suggeriert, dass etwas umsonst ist, doch am Ende muss man dafür zahlen. Das Problem ist, dass man das erst nach einer Weile merkt. Und wenn man sich beschwert, sagt der Anbieter: 'Wir haben Ihnen doch eine Mail samt Widerrufsbelehrung zugeschickt und da Sie nicht widerrufen haben, läuft jetzt der Vertrag. Das ist Quatsch, macht aber viel Ärger."

Post und E-Mails checken

Wer also an seinem Vertrag telefonisch etwas ändert, sollte genau seinen E-Mail-Eingang und seine Post checken - oder aber bei einem komischen Gefühl schon direkt nach dem Telefonat widerrufen. Trotz dieser Fallstricke hält die Verbraucherschützerin es aber immer noch für sinnvoller, Verträge am Telefon zu machen als in eine Filiale des Anbieters zu gehen, denn dort gilt das Widerrufsrecht nicht: "Da unterschreibt man schnell, unter Zeitdruck. Insofern ist es via Telefon gar nicht so schlecht. Aber unbedingt darauf achten, dass der Anbieter die Bestätigung schickt."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Wirtschaft | 21.07.2017 | 07:41 Uhr

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