Sendedatum: 17.02.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Gentechnik im Essen: Wo steckt was drin?

von Benjamin Cordes

Die Zulassung für den Anbau der umstrittenen Genmaissorte 1507 in der EU hat auf politischer Ebene für Streit gesorgt - und viele Verbraucher verunsichert. In welchen Produkten stecken genetisch veränderte Zutaten? Und woran kann man das erkennen? Markt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Gentechnik: Was bedeuten die Siegel?

Wie verbreitet sind gentechnisch veränderte Lebensmittel?

Bisher sind in Deutschland keine Obst- und Gemüsesorten zum Verkauf zugelassen, die mithilfe von Gentechnik verändert wurden. Lebensmittel, die gentechnisch veränderte Zutaten enthalten, zum Beispiel Stärke und Zucker aus Gen-Pflanzen, sind zwar in Deutschland erhältlich. Aber man muss sie fast schon mit der Lupe suchen. Meistens handelt es sich um Produkte aus Asien oder Süßwaren aus den USA. Einen Teil der Lebensmittel hat Greenpeace aufgelistet.

Auch Speisefette können aus gentechnisch veränderten Zutaten hergestellt werden. Werden sie zum Beispiel in der Gastronomie zum Frittieren von Pommes verwendet, muss eigentlich ein Hinweis in der Speisekarte stehen. Aber nicht alle Gastwirte halten sich daran.

Wie viel Gentechnik dürfen Lebensmittel enthalten?

Konventionell erzeugte Lebensmittel dürfen ohne Kennzeichnung bis zu 0,9 Prozent gentechnisch veränderte Zutaten enthalten, wenn es sich um sogenannte technisch unvermeidbare Spuren handelt. Tiere wie Hühner, Schweine und Kühe dürfen mit gentechnisch verändertem Futter, meistens Soja, gefüttert werden. Auf einer Milchpackung zum Beispiel ist das aber nicht zu erkennen, eine Kennzeichnung ist nicht vorgeschrieben. Auch eine Milch, die mit dem Namen "Weidemilch" wirbt, bietet keine Garantie. So schreibt zum Beispiel Hersteller Hansano, man könne nicht ausschließen, dass die Tiere auch Gen-Futter bekommen.

In Lebensmitteln mit dem deutschen oder europäischen Bio-Siegel ist Gentechnik verboten. Zum Beispiel dürfen Biomilch-Kühe nicht mit Gen-Soja gefüttert worden sein. Aber: Auch hier gilt der Schwellenwert von 0,9 Prozent sogenannter technisch unvermeidbarer Spuren. Sie können zum Beispiel dadurch entstehen, dass in einer Futtermittel- oder Lebensmittelspedition genfreie und gentechnisch veränderte Rohstoffe gelagert und transportiert werden.

Noch strenger sind die Vorschriften für das 2009 eingeführte Siegel "Ohne Gentechnik". Für die Produktion von Lebensmitteln mit diesem Siegel ist Gentechnik absolut verboten. Erlaubt sind höchstens 0,1 Prozent technisch unvermeidbarer Gentechnik-Spuren. Bislang führen aber nur wenige Hersteller das strenge Gen-Siegel.

Welche Rolle spielt die Politik?

Die Große Koalition will die Kennzeichnungslücke zwischen konventionellen und biologischen Lebensmitteln schließen. Im Koalitionsvertrag steht: "Wir treten für eine EU-Kennzeichnungspflicht für Produkte von Tieren, die mit genveränderten Pflanzen gefüttert wurden, ein". Doch auf Nachfrage von Markt räumt das Bundeslandwirtschaftsministerium ein, durch das EU-Recht sei eine nationale Regelung gar nicht möglich.

Sind Lebensmittel mit Gentechnik ungesund?

Diese Frage lässt sich nicht seriös beantworten. Es gibt nur wenige Studien, insbesondere Langzeituntersuchungen fehlen.

Links

So viel Gentechnik steckt in unserem Essen

Überblick der Stiftung Warentest zum Thema Gentechnik in Lebensmitteln extern

Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern gibt Antworten auf Fragen rund um das Thema Gentechnik. extern

Dieses Thema im Programm:

Markt | 17.02.2014 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

07:21

Weihnachtsbaum im Kleinformat

07.12.2017 16:20 Uhr
NDR Fernsehen
07:43

Elegante Mode zum Weihnachtsfest

07.12.2017 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
01:02

Winter-Deko: Weidenzaun selbst flechten

07.12.2017 16:20 Uhr
Mein Nachmittag