Stand: 23.02.2015 10:54 Uhr  | Archiv

Tipps: Wenn die Gebäudeversicherung kündigt

von Alexa Höber
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Nach Sturmschäden wurden viele Gebäudeversicherungen gekündigt.

Viele Gebäudeversicherer befürchten, dass Unwetterschäden an Häusern durch Sturm, Hagel und Überschwemmungen durch die Klimaerwärmung weiter zunehmen könnten. Einige Unternehmen prüfen deshalb offenbar ihre Altverträge und kündigen Hausbesitzern zum Teil schon nach kleinen Schäden - obwohl die Versicherten über Jahre hohe Beiträge bezahlt haben.

Je nach Vertrag deckt die Gebäudeversicherung unterschiedliche Schäden am versicherten Eigentum ab, zum Beispiel durch Brand, Blitzeinschlag, Explosion, Implosion, Flugzeugabsturz, Leitungswasser und Naturgefahren wie Sturm oder Hagel. Tritt der Versicherungsfall ein, können beide Seiten die Gebäudeversicherung innerhalb der vertraglich festgelegten Frist kündigen.

Gebäudeversicherung gekündigt - was tun?

  • Neu verhandeln

    Sprechen Sie mit der Versicherung. In einigen Fällen ziehen Unternehmen die Kündigung zurück oder bieten eine Vertragsänderung an, zum Beispiel mit höherer Selbstbeteiligung oder höherem Versicherungsbeitrag.

  • Selbst kündigen

    Haben Sie bereits kleinere Schäden an die Versicherung gemeldet, kann es sinnvoll sein, den Vertrag selbst zu kündigen und eine neue Versicherung zu suchen. Denn als gekündigter Versicherungsnehmer ist die Suche oft schwierig.

  • Daten überprüfen

    Beantragen Sie eine Selbstauskunft beim Informationssystem der Versicherungswirtschaft. Kontrollieren Sie, ob die dort gespeicherten Schäden und Kündigungen der Wahrheit entsprechen.

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Hohe Schäden durch Stürme

Die Stürme in den vergangenen Jahren haben besonders hohe Kosten für die Versicherungswirtschaft verursacht. Allein nach dem Sommersturm "Andreas" im Juli 2013 mussten sie für Schäden in Höhe von fast zwei Milliarden Euro aufkommen. 2013 war das Jahr mit den höchsten Kosten für Sturm und Hagelschäden seit 1998.

So teuer sind Sturmschäden für Versicherungen

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Ohne Gebäudeversicherung oft kein Kredit

Kündigungen können in einem Informationssystem der Versicherungswirtschaft gespeichert werden. Wer dort als "gekündigtes Risiko" gespeichert ist, bekommt möglicherweise keinen neuen Vertrag. Viele Banken fordern jedoch für Kredite eine Gebäudeversicherung als Sicherheit. Wenn das Haus also kreditfinanziert ist, kann das zum Problem werden: Im schlimmsten Fall bedeute eine gekündigte Gebäudeversicherung, dass der Hausbesitzer den laufenden Kredit verliert, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

Generali-Versicherung gibt Kündigungen zu

Auf Anfrage von Markt bestätigt die Generali Versicherung AG, man habe die Sparte Wohngebäude 2014 detailliert überprüft und auch Verträge gekündigt. Genaue Zahlen nannte das Unternehmen nicht. Auch eine pauschale Aussage, bei welchen Kosten die Versicherung kündigt, will die Generali nicht treffen. Das Unternehmen gibt aber an, man analysiere, wie hoch die Einnahmen durch Versicherungsprämien und die Ausgaben für Schäden sind. Dabei spiele auch das Alter der Verträge der Rolle.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 23.02.2015 | 20:15 Uhr