Sendedatum: 10.02.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Früchtemüsli: Viel Zucker, wenig Frucht

von Saskia Engels

Himbeeren und Birnen, Äpfel und Pflaumen: Früchtemüsli-Hersteller versprechen auf den Verpackungen eine abwechslungsreiche Obstvielfalt. Aber enthält das Müsli wirklich so viele Früchte? Markt hat den Inhalt von fünf Früchtemüslis unter die Lupe genommen:

  • Edeka Gut & Günstig Früchte-Müsli (1,75 Euro pro Kilogramm)
  • Aldi Activ-Müsli-Frucht (2,39 Euro pro Kilogramm)
  • Seitenbacher Vollkorn-Früchte-Müsli (3,79 Euro pro Kilogramm)
  • Dr. Oetker Vitalis (4,98 Euro pro Kilogramm)
  • Kellogg's Müslix Fruit (5,78 Euro pro Kilogramm)

So viel Obst steckt in den Früchtemüslis

Bis zu 75 Prozent Rosinen im Fruchtanteil

In allen Müsli-Mischungen fand Markt vor allem Rosinen. Im Activ-Müsli-Frucht von Aldi besteht der Fruchtinhalt zu knapp 75 Prozent aus Rosinen. Ähnlich sieht es bei den Früchtemüslis von Seitenbacher und Edeka aus. Auch im Vitalis-Früchtemüsli von Dr. Oetker und im Kellogg's Müslix Fruit machen Rosinen den größten Fruchtanteil aus.

Rosinen als relativ billige Zutat

Dass die Hersteller gern auf Rosinen zurückgreifen, habe wirtschaftliche Gründe, meint Ernährungsexperte Stefan Koffinke: "Wenn es um Früchtemüsli geht, wird der Hersteller natürlich das Günstigste nehmen, was er findet, und das sind die Rosinen. Wenn ich keine Rosinen möchte, muss ich auf teurere Produkte zurückgreifen."

Bis zu 29 Prozent Zucker im Früchtemüsli

Getrocknete Rosinen haben einen sehr hohen Zuckergehalt und machen Früchtemüslis zu einer kleinen Zuckerbombe. Das Vitalis-Früchtemüsli von Dr. Oetker und das Vollkorn-Früchte-Müsli von Seitenbacher enthalten pro 100 Gramm 24 Gramm Zucker. Doch den meisten Zucker der fünf Müslis enthält das Kellogg's-Produkt. Hier wurde auch die Flockenmischung mit Zucker gesüßt. 100 Gramm Müslix Fruit enthalten so satte 29 Gramm Zucker.

Seitenbacher will Müsli-Verpackung ändern

Markt hat bei den Herstellern nachgefragt, warum auf der Verpackung mehr Früchte abgebildet sind als im Müsli stecken. Edeka schreibt Markt, dies sei branchenüblich und mache dem Verbraucher sofort deutlich, was in der Verpackung enthalten ist. Ähnlich äußern sich die anderen Müslimacher. Aldi schreibt: "Bei der Abbildung auf der Verpackung (...) handelt es sich um einen Serviervorschlag." Seitenbacher allerdings gibt Markt recht und plant eine Müsliverpackung ohne Früchte auf dem Etikett.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 10.02.2014 | 20:15 Uhr