Stand: 06.02.2017 13:11 Uhr

Fertiggerichte: Zutaten können krank machen

von Nadine Becker

Fertiggerichte enthalten Zutaten, die bei häufigem Verzehr zu Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen können. Davor warnen Ernährungsmediziner wie Dr. Niels Schulz-Ruhtenberg. In einer Stichprobe hat Markt 30 sogenannte Instantprodukte von Maggi, Knorr, Erasco, Birkel, Aldi und Lidl untersuchen lassen. Alle Gerichte enthielten Geschmacksverstärker und zugesetzte Aromen, einige auch viel Salz und Zucker.

Fertiggerichte im Vergleich

Kaum Gemüse und Fleisch in Fertiggerichten

Oft enthalten Fertiggerichte nur wenig von der sogenannten namensgebenden Zutat wie Gemüse oder Fleisch. Zum Beispiel stecken in der Champignoncreme Heiße Tasse von Erasco 0,6 Gramm Pilze und Pilzextrakt. Die Spargelcreme-Suppe von Maggi enthält gerade einmal 2,5 Gramm Spargel, die Rindfleischsuppe von Knorr 0,3 Gramm Rindfleischextrakt.

Zusatz von Aromen und Geschmacksverstärkern

Keines der mehr als 30 untersuchten Fertiggerichte kommt ohne zugesetzte Aromen aus. Ernährungsmediziner Dr. Schulz-Ruhtenberg befürchtet, dass "Aromen den Geschmack umprägen und letztendlich verderben". Alle Gerichte der Stichprobe enthielten Hefeextrakt. Der Geschmacksverstärker besteht zu einem großen Teil aus Glutamat: Die Substanz steht im Verdacht, in die Appetitregulation des Körpers einzugreifen. Laut einer Studie erhöht Glutamat das Risiko für Übergewicht und entsprechende Folgeerkrankungen.

Irreführende Werbung?

Einige Hersteller werben mit Versprechen wie "ohne den Zusatzstoff Geschmacksverstärker" oder "natürlich ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe", obwohl die Gerichte Hefeextrakt enthalten. Die Substanz gilt laut der deutschen Zusatzstoff- Zulassungsverordnung nicht als Zusatzstoff, sondern als Zutat. Juristisch sei das zwar richtig, sagt Ernährungsmediziner Dr. Schulz-Ruhtenberg, er sieht darin jedoch eine Irreführung des Verbrauchers.

Diverse Fertigprodukte.

Fertiggerichte: Zutaten können krank machen

Markt -

Fertiggerichte enthalten statt der beworbenen "natürlichen" Zutaten häufig viel Salz, Zucker und Geschmacksverstärker. Bei häufigem Verzehr drohen ernsthafte Erkrankungen.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 06.02.2017 | 20:15 Uhr