Stand: 10.08.2014 10:00 Uhr  | Archiv

Falscher Fisch: So schummeln Restaurants

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Echte Seezunge ist ein Genuss. Viele Restaurants schummeln mit dem Edelfisch.

In vielen Restaurants wird falscher Fisch serviert. Statt edler Seezunge bekommen Gäste einen viel billigeren Fisch auf den Teller. Das hat eine Stichprobe von Markt ergeben. In fünf von sieben getesteten Restaurants wurde der Gast getäuscht.

Seezunge ist beliebt, gehört aber zu den teuren Speisefischen. Viele Restaurants werben mit dem edlen Fisch auf ihren Speisekarten. Verdächtig ist, wenn die Seezunge zu günstigen Preisen angeboten wird. In einer Stichprobe hat  Markt sieben Restaurants in Hamburg getestet, die Seezunge zu teilweise erstaunlich günstigen Preisen auf der Speisekarte hatten. Markt hat die angeblichen Seezungen in einem zertifizierten Labor auf ihre DNA untersuchen lassen. Das Ergebnis: Nur in zwei Restaurants wurde tatsächlich Seezunge serviert. Zweimal kam Rotzunge beziehungsweise Atlantikzunge auf den Teller, die im Einkauf nur etwa ein Drittel vom Preis einer Seezunge kostet. Dreimal wurde sogar der billige Süßwasser-Fisch Pangasius aufgetischt.

Dem falschen Fisch auf der Spur

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Hier handelt es sich um Verbrauchertäuschung, urteilen Verbraucherschützer wie Silke Schwartau von der Hamburger Verbraucherzentrale und fordern strengere Lebensmittelkontrollen.

So erkennen Sie echte Seezunge

Die Seezunge gehört zu den Edelfischen. Sie hat ein nussiges Aroma und festes Fleisch. Im Restaurant kostet das Filet mindestens 20 Euro, den ganzen Fisch gibts ab 35 Euro. Verdächtig sind nach Ansicht von Profikoch Reiner Ahlf besonders günstige Angebote, zum Beispiel Filet für weniger als 15 Euro oder der ganze Fisch zwischen 15 und 21 Euro. An der Konsistenz lässt sich eine "falsche" Seezunge sofort erkennen: Oft ist das Filet zu flach, das Fleisch zu weich. In der Seezunge sind keine Gräten. Es ist ein Plattfisch, der auf einer Gräte liegt.

Die Ausreden der Gastronomen

Ein Restaurant schreibt Markt: "Es liegt ein Versehen in der Küche vor". Man werde das zum Anlass nehmen, "die Küchenorganisation zu ändern". Ein anderer Gastwirt blieb bei der Behauptung, es handele sich um eine Seezunge. Seine Ausrede: "Das ist Tiefkühlfisch. Den bekomme ich deutlich günstiger als frische Seezungen." In einem anderen Restaurant gab der Chef auf Nachfrage sofort zu, dass es keine echte Seezunge ist: "Das ist eine andere Zungenart, die irgendwo vor Afrika gefangen wird. Das ist doch kein Unterschied. Eine echte Seezunge ist für meine Gäste ja auch viel zu teuer."

Dieses Thema im Programm:

Markt | 11.08.2014 | 20:15 Uhr