Stand: 13.06.2017 12:15 Uhr

Essen aus Alu-Schalen kann krank machen

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Salz- und säurehalige Lebensmittel lösen besonders viel Aluminium aus Folien und Schalen.

Aluminium ist geschmacksneutral und günstig. Deshalb werden aus dem Leichtmetall zum Beispiel Menüschalen für die Außer-Haus-Verpflegung gefertigt. Doch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin warnt, dass Lebensmittel aus unbeschichteten Aluminiumschalen für Verbraucher gesundheitsschädlich sein können. Viele Menüschalen haben keine Kennzeichnung, ob sie beschichtet oder unbeschichtet sind. Oft werden die günstigeren unbeschichteten Schalen verwendet.

Ein Fabrik stellt Alu-Schalen Nahrung her

Essen aus Alu-Schalen kann krank machen

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Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt davor, Lebensmittel in Aluminium-Schalen aufzubewahren und zu erhitzen. Wie können sich Verbraucher vor dem Metall schützen?

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Aluminium überwindet Blut-Hirn-Schranke

Tierversuche haben gezeigt, dass Lebewesen zu viel Aluminium nicht vertragen: Fische sterben, weil das Metall ihre Kiemen zerstört. Bei Mäusen beeinträchtigt Aluminium die Gehirnentwicklung. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium und der Alzheimer-Krankheit. Aluminium kann die sogenannte Blut-Hirn-Schranke überwinden, die das Gehirn vor Schadstoffen schützen soll.

Säurehaltige Lebensmittel nehmen viel Aluminium auf

Im Labor hat das BfR nachgewiesen, dass säurehaltige Lebensmittel wie Sauerkraut, Apfelmus oder geschälte Tomaten beim Zubereiten und Warmhalten in unbeschichteten Aluminiumschalen weit mehr Aluminium aufnehmen als die vom Europarat als Grenzwert festgelegten fünf Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel. Ähnliche Probleme sehen Wissenschaftler bei Aluminiumfolie.

Grenzwerte für Aluminium stark überschritten

Generell sollte ein Mensch nicht mehr als ein Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht und Woche aufnehmen, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Doch die Werte werden in Europa um ein Vielfaches überschritten - auch weil Aluminium als Verpackungsmaterial für Lebensmittel verwendet wird. In einem Versuch des BfR mit säurehaltigen Nahrungsmitteln lag der Aluminiumgehalt bei 20 bis 30 Milligramm pro Mahlzeit.

Salz und Säure lösen Aluminium-Ionen

Unter dem Einfluss von Säure und Salz lösen sich Aluminium-Ionen und können in Lebensmittel eindringen. Werden Speisen wie Fischfilets in Tomatensauce in einem Aluminiumgefäß erhitzt, beschleunigt die Wärme die Reaktion und somit auch den Übergang von Aluminium-Ionen. Werden Lebensmittel auf einer Metallplatte gelagert und mit Aluminium abgedeckt, entsteht praktisch eine Batterie: Das Aluminium gibt Elektroden ab, die Metallplatte zieht Elektroden an. Das salz- oder säurehaltige Lebensmittel dazwischen sorgt dafür, dass sich Aluminium-Ionen lösen.

Hohe Aluminium-Belastung vermeiden

  • Verbraucher sollten in Aluminium verpackte Lebensmittel so schnell wie möglich umpacken und nicht in der Verpackung erwärmen.
  • Alufolie nicht zum Einwickeln säurehaltiger Nahrungsmittel wie Äpfel oder Tomaten verwenden.
  • Nahrungsmittel nicht in Aluminiumschalen erhitzen. Zum Beispiel lässt sich Fisch auch in Backpapier einpacken und in einer Auflaufform im Ofen erhitzen.

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Interviewpartner

Interviewpartner im Beitrag:
Prof. Dr. Dr. Andreas Luch, Leiter
Abteilung Chemikalien- und Produktsicherheit
Bundesinstitut für Risikobewertung
Max-Dohrn-Straße 8-10, 10589 Berlin
Internet: www.bfr.bund.de

Prof. Dr. Edmund Maser, Direktor
Institut für Toxikologie und Pharmakologie für Naturwissenschaftler
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Kiel
Brunswiker Straße 10, 24105 Kiel           
Internet: www.toxi.uni-kiel.de

Silke Schwartau, Ernährungsexpertin
Verbraucherzentrale Hamburg
Kirchenallee 22, 20099 Hamburg
Tel. (040) 24 83 2-240
Internet: www.vzhh.de

Weitere Informationen:
Bundesamt für Risikobewertung
Forschung: Nachweis des Übergangs von Aluminium aus Menüschalen in Lebensmitteln
Internet: www.bfr.bund.de

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Visite | 13.06.2017 | 20:15 Uhr

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