Stand: 10.10.2014 11:05 Uhr  | Archiv

Dias digitalisieren - so einfach geht's

von Thomas Roß

Viele Hobby-Fotografen besitzen eine Menge Dias. Die kann man nicht nur per Projektor auf einer Leinwand präsentieren, sondern auch am Fernseher oder Computer. Dafür muss man die Dias digitalisieren, also als Fotodatei speichern. Zum Digitalisieren gibt es spezielle Geräte, sogenannte Dia-Scanner, und Fotodienste im Internet. Welche Methode ist schnell, günstig und einfach? Und welche liefert die beste Bildqualität? Markt hat es ausprobiert. Im Vergleich:

  • Dia-Scanner Rollei DF-S 190 SE für rund 100 Euro
  • Dia-Scanner Reflecta DigitDia 6000 für rund 1.200 Euro, erhältlich zur Miete für rund 100 Euro pro Woche inklusive Versand
  • Online-Service Digiscan für rund 40 Euro pro 50 Dias inklusive Versand

Bildqualität: So groß sind die Unterschiede

Wie erzielt man beim Scannen eine möglichst gute Bildqualität?

Wichtig für eine gute Bildqualität sind vor allem die Bildauflösung und das Dateiformat. Für den Praxistest hat Markt eine Bildauflösung von rund 3.000 dpi und und das Dateiformat JPEG festgelegt.

Wer zu Hause selbst scannt oder Dia-Scans im Internet bestellt, sollte Folgendes beachten:

Die Anzahl der Bildpunkte (Auflösung) lässt sich bei vielen Diascannern einstellen - entweder am Gerät oder mithilfe der mitgelieferten Software. Beim Scannen werden Dias Punkt für Punkt "abfotografiert". Je mehr Bildpunkte erfasst werden, umso mehr Speicherplatz belegt die Bilddatei - und umso länger dauert das Scannen. Wie viele Punkte optimal sind, hängt vor allem vom Einsatzzweck ab:

  • Für die Wiedergabe am Bildschirm (Fernseher, Computer) empfiehlt Fotojournalist und Fotograf Ralf Spoerer eine Bildauflösung von rund 3.000 dpi (Punkte pro Zoll).
  • Für Ausdrucke ist die Bildauflösung des Druckers maßgeblich. Mindestens 300 dpi sollten es aber sein.

Auch die Wahl des Dateiformats hat Einfluss auf den Speicherplatzbedarf. Je stärker der Scanner das Bild komprimiert, umso weniger Speicher ist nötig, aber umso schlechter ist die Bildqualität. Als guten Kompromiss empfiehlt Foto-Experte Ralf Spoerer das JPEG-Format in der besten Qualitätseinstellung. Profis, die Fotos umfangreich nachbearbeiten wollen, sollten ein unkomprimiertes Format wie RAW verwenden.

Wie lassen sich Dias zum Scannen vorbereiten?

Für den Praxistest hat Markt Dias aus dem Jahr 1981 ohne spezielle Vorbereitung verwendet. Tipp: Wer Dias mit Glasrahmen hat, kann diesen vorher entfernen, um störende Reflexionen im Bild zu vermeiden. Verstaubte oder verschmutzte Dias lassen sich mit einem weichen Pinsel oder Mikrofasertuch reinigen. Wählen Sie nur die besten Dias zum Digitalisieren aus. Dadurch sparen Sie Zeit oder - beim Auftrag an einen Online-Service - Geld.

Was ist beim Dia-Service im Internet zu beachten?

Markt hat ein Magazin mit 50 Dias als versichertes Paket an einen Dia-Service geschickt. So ist zumindest der materielle Verlust abgesichert, wenn das Paket unterwegs verloren geht. Beim Rücktransport schließen Online-Anbieter in der Regel eine Haftung für den Verlust der Dias aus.

Fazit: Dias besser scannen lassen

Wer Dias selbst scannen möchte, muss viel Zeit und Geduld haben. Im Praxistest war der Scanner von Rollei umständlich zu bedienen. Fotojournalist und Fotograf Ralf Spoerer bezeichnete die Bildqualität als "unbrauchbar". Der Reflecta-Scanner liefert seiner Ansicht nach "brauchbare" Bilder, die sich durch Nachbearbeiten am Computer noch verbessern lassen. Die besten Ergebnisse erzielte der Online-Service Digiscan. Hobby-Fotografen können ihre Dias einfach einschicken und bekommen nach rund zwei Wochen die Originale und eine DVD mit ihren gescannten Dias zurück.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 13.10.2014 | 20:15 Uhr

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