Stand: 19.09.2014 11:42 Uhr  | Archiv

Butter oder Margarine: Was ist besser?

von Christian Jekat

Butter oder Margarine? Manche schwören auf das Produkt aus Milch, andere auf die industriell hergestellte pflanzliche Alternative. Welches Fett eignet sich besser zum Backen, Braten und auf dem Brot? Und wie gesund sind Butter und Margarine?

Bratfett lässt sich hoch erhitzen

In der Pfanne kann Butter bereits bei mittleren Temperaturen dunkel werden. Margarine verträgt mehr Hitze. Ernährungsberater Stefan Koffinke kennt den Grund: "Das liegt an den gesättigten Fettsäuren der Butter. Die haben einen sehr niedrigen Rauchpunkt." Besser als Butter oder Margarine seien spezielle Bratfette, die man auch auf höherer Stufe erhitzen kann. Nicht zum Braten geeignet seien Halbfettmargarinen, die nur etwa 40 Prozent Fett und zur Hälfte Wasser enthalten: "Das Bratgut kocht eher, als dass es brät", erklärt Koffinke.

Fettsäuren: Auf die Menge kommt es an

Cholesterin und Fettsäuren

Cholesterin: Es gibt verschiedene Arten von Cholesterin. Das "böse" Cholesterin (LDL) kann im Blut zu Ablagerungen in den Gefäßen führen, ein Auslöser für Herzinfarkt und Schlaganfall sein. Das "gute" Cholesterin (HDL) lässt den Cholesterinspiegel steigen, gilt aber als ungefährlich.

Fettsäuren: Fett besteht aus schädlichen Fettsäuren (Omega 6) und gesunden Fettsäuren (Omega 3). Gesundes Fett enthält höchstens fünf Mal so viele schädliche wie gesunde Fettsäuren. Bei ungesundem Fett ist der Anteil schädlicher Fettsäuren höher. Die "guten" Omega-3-Fettsäuren sollen den Blutfettspiegel senken, Entzündungen hemmen und blutverdünnend wirken.

Butter enthält eher gesättigte Fettsäuren, die meisten Margarinen mehr ungesättigte. Den gesättigten Fettsäuren der Butter wird nachgesagt, dass sie den Cholesterinspiegel im Blut auf Dauer erhöhen und bei entsprechender Disposition möglicherweise zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können. Für Ernährungsberater Stefan Koffinke macht die Dosis den Unterschied: "Wer insgesamt wenig Fett zu sich nimmt, darf auch Butter essen." Bei Margarine lohnt es sich, genau hinzuschauen. Es gibt eine große Auswahl, zum Beispiel Vollfettmargarine, Halbfettmargarine, Joghurt-, Pflanzen- und Diätmargarine. Fettgehalt und Geschmack können sich stark unterscheiden.

Senken Pflanzensterine den Cholesteringehalt?

Einige Hersteller werben mit einer cholesterinsenkenden Wirkung. Dafür sollen sogenannte Pflanzensterine in der Margarine sorgen. Doch deren Wirkung ist umstritten. "Es gibt Hinweise, dass cholesterinsenkende Margarine sogar schädlich sein könnte, nämlich zu Ablagerungen in den Gefäßen führt", sagt Stefan Koffinke. Gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse liegen aber noch nicht vor. Für Menschen ohne erhöhten Cholesterinspiegel bringe Margarine mit Pflanzensterinen keine Vorteile.

Mischfette als Alternative zu Butter und Margarine

Statt Butter oder Margarine werden Mischfette immer beliebter. Meist handelt es sich um Butter-Öl-Kombinationen. Einige basieren vor allem auf Pflanzenöl, andere enthalten nur Milchfette. Sie sollen den typischen Buttergeschmack mit der Streichfähigkeit von Margarine verbinden. Der Fettgehalt liegt zwischen 25 und 75 Prozent. Ob Mischfette gesünder sind als Butter und Margarine, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 22.09.2014 | 20:15 Uhr

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