Sendedatum: 31.03.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Butter oder Margarine: Was ist gesünder?

von Anna Lena Temme

In keinem anderen Land Europas kommt so viel Streichfett aufs Brot wie in Deutschland: Gut fünf Kilo Butter und etwa genauso viel Margarine verspeist jeder Bürger im Durchschnitt pro Jahr. Die Wahl des Brotbelags ist nicht nur eine Geschmacksfrage: Seit mehr als 50 Jahren tobt auch ein Streit darüber, ob nun Butter oder Margarine gesünder ist. Markt liefert die Fakten.

Butter ist besser als ihr Ruf

Mit einem Cholesterin-Gehalt von 220 Milligramm pro 100 Gramm galt Butter lange als ungesunde Fettbombe. Ihren schlechten Ruf hatte Butter aber zu Unrecht. Viele Ernährungswissenschaftler gehen heute davon aus, dass Cholesterin aus Milchfetten für gesunde Menschen ungefährlich ist. Außerdem enthält Butter ein gutes Verhältnis von ungesunden und gesunden Fettsäuren. Zusätzlich liefert sie Vitamin A und B12, Calcium und Betacarotin.

Die Milch macht's

Ein Pfund Butter wird aus dem Rahm von rund elf Litern Kuhmilch gewonnen. Über die Qualität der Milch - und damit auch der Butter - entscheidet das Futter der Kühe: Je mehr Weidegras sie fressen, umso gesünder ist die Milch. Besonders oft auf die Weide müssen Kühe von Bio-Bauern: Ihre Milch enthält deshalb deutlich mehr gesunde Fettsäuren als konventionelle Milch. Das zeigt eine Untersuchung des Max-Rubner- Instituts für Ernährung und Lebensmittel in Kiel.

Konventionelle Butter im Test

Butter aus gesunder Weidemilch gibt's auch aus konventioneller Landwirtschaft. Wissenschaftler der Uni Gießen haben von Januar bis April 2012 die zehn größten Buttermarken getestet, die nicht biologisch erzeugt wurden. Überprüft wurde der Gehalt von zellschützenden Omega-3-Fettsäuren, Vitamin A und E und Betacarotin. In allen Kategorien hatte die Weidebutter die höchsten Werte. Die höhere Qualität von Weidemilch bedeutet aber eine geringere Wirtschaftlichkeit: Nach Auskunft des Milchindustrie-Verbands geben zum Beispiel irische Weidekühe durchschnittlich 5.200 Kilogramm Milch im Jahr, deutsche Kühe 7.000 Kilogramm und dänische Kühe sogar über 8.500 Kilogramm.

Cholesterin und Fettsäuren

Cholesterin: Es gibt verschiedene Arten von Cholesterin. Das "böse" Cholesterin (LDL) kann im Blut zu Ablagerungen in den Gefäßen führen, ein Auslöser für Herzinfarkt und Schlaganfall sein. Das "gute" Cholesterin (HDL) lässt den Cholesterinspiegel steigen, gilt aber als ungefährlich.

Fettsäuren: Fett besteht aus schädlichen Fettsäuren (Omega 6) und gesunden Fettsäuren (Omega 3). Gesundes Fett enthält höchstens fünf Mal so viele schädliche wie gesunde Fettsäuren. Bei ungesundem Fett ist der Anteil schädlicher Fettsäuren höher. Die "guten" Omega-3-Fettsäuren sollen den Blutfettspiegel senken, Entzündungen hemmen und blutverdünnend wirken.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 31.03.2014 | 20:15 Uhr