Sendedatum: 26.11.2012 20:15 Uhr

Bedenkliche Anti-Schuppen-Shampoos

von Uwe Leiterer

Jeder zweite Deutsche hatte schon mal Schuppen. Weiße Flocken auf den Schultern sind den Betroffenen meist unangenehm. Vermehrte Schuppenbildung ist aber nicht nur ein ästhetisches, sondern auch ein medizinisches Problem. Zu trockene oder stark fettende Kopfhaut kann die Ursache sein. Dagegen sollen Anti-Schuppen-Shampoos helfen. Mehr als hundert verschiedene gibt es. Doch einige enthalten Substanzen, die von Hautärzten als "nicht empfehlenswert" eingestuft werden. Welches Shampoo ist unbedenklich?

Gang zum Arzt nicht nötig

Dass die Haut die oberste Hornschicht abstößt, ist ein natürlicher Prozess. Meist geschieht es unbemerkt, denn die einzelnen Hautplättchen sind sehr klein. Gibt es allerdings Ansammlungen von 500 oder mehr abgestorbenen Hautzellen, sind sie sichtbar und heißen Schuppen. Die wenigsten Betroffenen gehen damit zum Arzt. Das ist im Normalfall auch nicht nötig, denn es gibt eine Reihe von Produkten, die das Problem in den Griff bekommen sollen.

Welches Shampoo hilft?

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Je nach dem, ob die Kopfhaut zu trocken oder zu fettig ist, sind verschiedene Shampoos empfehlenswert.

Welches Shampoo hilft, lässt sich pauschal nicht sagen, weil die Ursachen der Kopfschuppen vielfältig sind. Es gibt Schuppen bei trockener, es gibt sie bei fettiger Haut. Sie treten aber auch aufgrund von Hautkrankheiten wie Ekzemen oder Neurodermitis auf. Es klingt paradox, aber es kann sein, dass ein Schuppen-Shampoo selbst der Auslöser für die weißen Flocken ist. Wer beispielsweise trockene Haut hat und ein Shampoo mit entfettenden Tensiden benutzt, laugt die Kopfhaut weiter aus. Sie wird noch trockener. Umgekehrt ist ein rückfettendes Shampoo bei einer fettigen Kopfhaut nicht zu empfehlen. Problematisch ist es, wenn eine Unverträglichkeit gegen einen Inhaltsstoff oder eine Allergie vorliegt. Dann treten die Symptome verstärkt auf. Hier helfen tatsächlich nur der Hautarzt und ein Allergietest.

Die Inhaltsstoffe

Shampoos bestehen im Grunde aus drei Komponenten: waschaktive Substanzen (Tenside), pflegende Stoffe (für Haut und Haar) und Wasser. Wie die Rezeptur im Einzelfall aussieht, bleibt dem Hersteller überlassen. Zumindest dann, wenn er die europäische Kosmetikrichtline und deren Grenzwerte für die einzelnen Substanzen einhält. Ökotest hat eine Kosmetikliste angefertigt, die einzelne Stoffe anhand der Wirkung auf Mensch und Umwelt berücksichtigt. Interessant dabei ist, dass teilweise problematische Stoffe verwendet werden, die sich durch harmlosere Alternativen ersetzen ließen.

Drei Beispiele für problematische Inhaltsstoffe:

  • Zink-Pyrithion ist ein Zellteilungsgift. Es verhindert die Vermehrung von Hefepilzen auf dem Kopf, die an der Schuppenbildung beteiligt sind. Es wirkt desinfizierend, ist aber beispielsweise in Mundpflegemitteln verboten.
  • Bei dem Konservierungsstoff Methylchloroisothiazolinone handelt es sich um eine halogenorganische Verbindung. Sie ist im Tierversuch fruchtschädigend, stört also die Entwicklung eines Ungeborenen. Außerdem gilt es als allergieauslösend. Absurd: Befindet sich der Konservierungsstoff in einer Wandfarbe, muss die Nummer einer Allergiker-Hotline auf der Verpackung stehen. Bei Shampoos dagegen nicht, obwohl direkter Hautkontakt besteht.
  • DMDM Hydantoin ist ein Konservierungsmittel, das im Produkt und auf der Haut Formaldehyd freisetzen kann. Formaldehyd gilt wiederum als krebserzeugend.

Markt hat die problematischen Inhaltsstoffe von 101 Schuppen-Shampoos mit Daten des Verbraucherportals codecheck.infozusammengetragen. Die Einschätzungen zur Bedenklichkeit der Stoffe stammen von der Kosmetikliste von Ökotest. Die Auswahl der Shampoos erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Codecheck ist eine gemeinnützige Organisation, die Angaben zu Inhaltsstoffen von Produkten sammelt und darüber hinausgehende Informationen liefert.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 26.11.2012 | 20:15 Uhr