Stand: 13.03.2017 12:34 Uhr

Autos mit Keyless-System leicht zu knacken

von David Peuyn
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Mit einem Spezialgerät lassen sich Keyless-Systeme von Fahrzeugen innerhalb weniger Sekunden knacken.

Das Auto öffnen und starten, ohne den Schlüssel aus der Tasche zu holen: Das ist mit einem sogenannten Keyless-System möglich, das viele Autohersteller gegen Aufpreis anbieten. Dabei kommuniziert der Schlüssel über einen Funkchip mit dem Fahrzeug. Doch mit einem speziellen Gerät können Autodiebe das Signal abfangen und dem Auto vorgaukeln, dass sich der Schlüssel in der Nähe befindet. In einer Stichprobe von Markt auf einem Hamburger Parkplatz konnte Sicherheitsexperte Udo Hagemann mehrere Autos mit Keyless-System jeweils in wenigen Sekunden knacken.

Der Startknopf eines Pkw

Autos mit Keyless-System leicht zu knacken

Markt -

Autos mit Keyless-System lassen sich öffnen und starten, ohne den Schlüssel aus der Tasche zu holen. Die Technik ist komfortabel, aber leicht zu knacken.

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Auto mit Keyless-System vor Diebstahl schützen

Zum Schutz des eigenen Wagens können Autofahrer das Keyless-System deaktivieren. Bei einigen Herstellern ist das im Bordcomputer möglich, bei einigen muss das Auto dazu in die Vertragswerkstatt. Die Deaktivierung der Keyless-Funktion ist in der Regel kostenlos. Damit Autodiebe die Funksignale nicht abfangen können, den Autoschlüssel in Alufolie einwickeln oder in einer abgeschirmten Tasche aufbewahren, zum Beispiel "Secubag" für rund 23 Euro.

Das sagen die Hersteller

Die Sicherheitsdefizite bei den Keyless-Systemen sind den Autoherstellern schon lange bekannt. Bisher warten viele Kunden allerdings immer noch auf Nachbesserungen am Keyless-System.

  • Audi

    "Für Kunden besteht die Möglichkeit, die Keyless-Funktion im Fahrzeug zu deaktivieren. Sie können sich dazu an jeden Audi-Partner wenden. Nach der Deaktivierung der Keyless-Funktion kann der Kunde den Schlüssel wie gewohnt als aktive Fernbedienung nutzen und das Fahrzeug per Tastendruck öffnen und verschließen."

  • BMW

    "Alle BMW-Fahrzeuge verfügen über den neuesten Stand der Diebstahlsicherung. (...) Der Kunde kann die Sicherheit weiter erhöhen, indem er zum Beispiel den Autoschlüssel nicht in unmittelbarer Nähe der Haustüre ablegt. Wenn der Kunde sich trotz all dem unsicher fühlt, kann er die Funktion in der BMW-Werkstatt auscodieren lassen. (...) Eine Weiterentwicklung zur Vermeidung der Angriffstechnik wird ab Mitte 2017 in die Fahrzeuge einfließen."

  • Citroën

    "Wir arbeiten (...) ständig an unseren Systemen und tun alles, um Sicherheitslücken zu schließen. Unsere Zentrale in Frankreich arbeitet in diesen Zusammenhang mit dem BKA in Deutschland zusammen, um den Totaldiebstahl zu analysieren und die richtige Maßnahme zu setzen. Falls es dennoch verunsicherte Kunden geben sollte, hilft ein ganz einfacher Trick: Den Schlüssel in einer abgeschirmten Schlüsseltasche aufbewahren (...)"

  • Daimler

    "Unsere Keyless-Go-Schlüssel neuerer Generation bieten die Option, durch zweimaliges Drücken auf die Verriegeln-Taste am Schlüssel die Keyless-Go-Funktion auszuschalten. Dies wird durch kurzes Aufleuchten der LED (zwei kurze und ein langer Flash) am Schlüssel quittiert. Damit ist das System (...) nicht mehr kompromittierbar."

  • Mazda

    "Falls ein Kunde eines Mazda-Fahrzeuges mit schlüssellosem Zugang den kriminellen Einsatz (...) in jedem Fall verhindern will, kann er bei einem Mazda Vertragspartner die Funktion des schlüssellosen Zugangs deaktivieren lassen. Dann muss das Fahrzeug wie bei einer konventionellen Funk-Fernbedienung über die Tasten an der Fernbedienung ent- bzw. verriegelt werden. Alternativ kann der Kunde seinen Fahrzeugschlüssel entsprechend abgeschirmt lagern, zum Beispiel in einer Metalldose."

  • Renault

    "Wir passen unsere technischen Lösungen ständig an, um die Sicherheit unserer Fahrzeuge gewährleisten zu können. Unsere Kunden haben darüber hinaus die Möglichkeit, die 'Keyless-Entry-Function' problemlos über den Bordcomputer zu deaktivieren."

  • Volkswagen

    "Unsere Schließ- und Öffnungssysteme sind im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen geprüft und abgenommen worden. Entwickeln Dritte mit kriminellem Hintergrund Überwindungsmethoden, so ist aus unserer Sicht auch der Gesetzgeber gefordert, dem Vertrieb solcher Geräte Einhalt zu gebieten."

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Sicherheitslücken bei Funkschlüsseln

Sicherheitsforscher haben die Funkfernbedienungen für Autos von 15 Herstellern geknackt. Die Lücken erlauben es Angreifern, die Wagen spurlos zu öffnen und zu schließen. extern

Dieses Thema im Programm:

Markt | 13.03.2017 | 20:15 Uhr

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