Stand: 01.12.2017 14:14 Uhr

Alexa im Selbstversuch: Einkaufen

Kennen Sie Alexa? So heißt die Sprachassistentin im Lautsprecher Echo von Amazon. Sie kann zum Beispiel Musik wiedergeben, Geräte im Haushalt steuern und Produkte beim Online-Händler Amazon bestellen. Wie gut klappt das im Alltag? Und wie sieht es mit dem Datenschutz und der Privatsphäre aus? Markt Autor Uwe Leiterer probiert es aus. Heute: Einkaufen mit Alexa.

Amazon möchte natürlich, dass wir über Alexa einkaufen - das geht bis heute nur im Amazon Shop. Und da tauchen bei einer Sprachsteuerung völlig neue juristische Fragen auf: Wer haftet bei Bestellungen von Unbefugten?
Was ist, wenn die Kinder im Haus wild drauflos bestellen? Wer trägt das Risiko bei sprachlichen Missverständnissen?

Uwe Leiterer testet das Einkaufen mit Alexa. © NDR

Einkaufen mit Alexa

Markt -

Markt Autor Uwe Leiterer testet das Einkaufen mit der Sprachassistentin Alexa. Wie funktioniert es und lohnt es sich wirklich?

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Einkaufen per Stimme ist (noch) kein Vertrag

Tatsächlich kommt durch die Bejahung der Alexa-Frage "Willst du den Artikel jetzt kaufen?" noch kein wirksamer Kaufvertrag zustande. Wenn jedoch der Anbieter eine Bestätigungs-E-Mail versendet, ist der Vertrag besiegelt. Zwar könnte der Sprachassistent ermüdungsfrei die AGBs herunterbeten, doch das würde sich kein Mensch antun. Deshalb verschicken die Anbieter alle wichtigen Informationen noch einmal per Mail.

Unbefugtes Einkaufen - so ist die rechtliche Lage

Unbefugtes Einkaufen per Sprachassistent nennt man juristisch "Handeln unter fremdem Namen" und das ist strafbar. Schwieriger wird es, wenn es die eigenen Kinder sind. Nach gängiger Rechtsprechung sind solche Einkäufe unwirksam. Wenn allerdings der Inhaber von Alexa (ein Elternteil) von der Fremdnutzung (des Kindes) weiß und sie duldet, dann liegt die Haftung bei den Eltern. Zwar sind Kinder erst mit 18 Jahren vollständig geschäftsfähig, jedoch hat Amazon die Möglichkeit geschaffen, Einkäufe per Alexa mit einem Code, den man dann laut aussprechen muss, zu sichern oder gänzlich zu sperren.

Amazon beruhigt

Amazon möchte grundsätzlich jeden Rechtsstreit über Alexa vermeiden und gibt sich extrem kulant. Alle Einkäufe in der Vorweihnachtszeit können ohne Angabe von Gründen und ohne Versandkosten bis zum 15. Januar 2017 zurückgegeben werden. Wer allerdings haftet, wenn Alexa Funktionsstörungen hat beziehungsweise falsche Kommandos an angeschlossene Smart-Home-Geräte (Heizungssteuerung, Lichtsteuerung, Gerätesteuerung) abgibt, ist juristisch noch nicht geklärt. Das gilt auch für Funktionsstörungen im Internet - denn ohne funktionierende Internetverbindung kann Alexa nicht arbeiten.

Mein Fazit: Nicht wirklich praktisch

Einkaufen per Sprachassistent ist meines Erachtens nicht wirklich praktisch. Nur wenn man genau weiß, was man will, und das Produkt schon einmal bei Amazon gekauft hat, dann spart man sich das Öffnen einer App oder das Starten des Computers. Schon allein die Tatsache, dass ich die Produkte nicht sehen kann, macht den Spracheinkauf für mich extrem unpraktisch.

Was nutzt mir die Handyhülle, wenn mir Alexa nicht mitteilt, dass sie orange ist? Auch die geringe Auswahl macht Alexa zu einer intransparenten Assistentin, mit der man im Zweifel mehr bezahlt als bei einer eigenen Suche im Internet.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 20.11.2017 | 20:15 Uhr

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