Stand: 04.10.2013 15:00 Uhr

Äpfel: Supermodels im Supermarkt

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Die Regeln sind streng: Nicht jeder Apfel schafft es ins Supermarktregal.

Nicht zu klein, nicht zu leicht, genau richtig gefärbt muss ein Apfel sein, damit er in Deutschland im Obstregal landen darf. Welche Regeln es für die Hersteller beim Anbau gibt und welche Kriterien die beliebteste Frucht der Deutschen für den Verkauf erfüllen muss, regelt unter anderem die EU-Vermarktungsnorm für Äpfel. Erfüllt ein Apfel diese Kriterien nicht, ist er nur noch für die Verarbeitung zu Saft zu gebrauchen.

Mindesteigenschaften und Güteklassen  

Äpfel werden in drei Güteklassen eingeteilt, die vornehmlich auf visuellen Kriterien beruhen: Klasse Extra, Klasse I und Klasse II. Obst der Klasse Extra ist makellos. Die Früchte dieser Klasse müssen von höchster Qualität sein, die sortentypische Form, Größe und Färbung aufweisen und einen unverletzten Stiel haben. Außerdem ist das Fruchtfleisch frei von jeglichen Mängeln. Äpfel der Klasse I müssen von guter Qualität sein und dürfen kleinere Mängel wie leichte Farb- oder Formfehler aufweisen. Der Stiel darf fehlen und die Äpfel können kleinere Flecken zeigen. Obst der Klasse II darf neben Form- und Farbfehlern auch leichte Druckstellen haben.

Größe und Gewicht sind exakt vorgegeben

Damit die Äpfel im Supermarkt verkauft werden können, müssen sie laut EU-Verordnung mindestens 90 Gramm wiegen oder einen Durchmesser von 60 Millimetern vorweisen - in den einzelnen Güteklassen gibt es dabei noch detailliertere Vorgaben. Außerdem dürfen sich die Äpfel der einzelnen Güteklassen nur minimal in Größe und Gewicht voneinander unterscheiden. Früchte einer Sorte der Klasse Extra dürfen in ihrem Durchmesser beispielsweise nur zehn Millimeter voneinander abweichen, wenn sie nebeneinander im Supermarktregal liegen sollen.

Auflagen bei der Färbung

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Die meisten Äpfel landen nicht unmittelbar nach der Ernte im Regal - sie lagern teilweise mehrere Monate, bis sie verkauft werden.

Auch bei der Farbgebung der Äpfel gibt es Auflagen, die das Obst erfüllen muss. Die Apfelsorten lassen sich nach ihrer Färbung in vier Gruppen einteilen: rote, gemischt-rote, gestreift/schwach-gefärbte und andere Sorten. Ein Beispiel: Bei roten Sorten der Güteklasse Extra müssen mindestens drei Viertel der Apfel-Oberfläche rot eingefärbt sein.

Zusatzstoffe und ökologischer Anbau

Um Parasiten fernzuhalten und Pilzkrankheiten wie dem Apfelschorf oder dem Apfelmehltau vorzubeugen, greifen viele Apfelbauern im konventionellen Obstanbau zu Pestiziden. Welche Mittel beim Anbau eingesetzt wurden, kann der Verbraucher im Nachhinein aber nicht feststellen. Im ökologischen Anbau dürfen keine Pestizide verwendet werden. Allerdings ist es erlaubt, Pilzkrankheiten mit Kupfer- und Schwefelpräparaten zu bekämpfen.

Lageräpfel werden in den "Winterschlaf" versetzt

Damit es das ganze Jahr über Äpfel aus der Region zu kaufen gibt, müssen Lageräpfel lange frisch bleiben. In sogenannten CA-Lagern (CA steht für "controlled atmosphere", also kontrollierte Atmosphäre) werden die Äpfel bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und bei einem niedrigen Sauerstoff- sowie einem erhöhten Kohlendioxidgehalt in der Luft in eine Art "Tiefschlaf" versetzt.

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Umstritten: Konservierung mit "SmartFresh"

Neben dem künstlich herbeigeführten "Winterschlaf" durch die CA-Lagerung hat sich in den vergangenen Jahren eine weitere Methode am Markt etabliert, um Äpfel über Monate hinweg frisch zu halten: die MCP-Konservierung. Das Obst wird mit dem Produkt "SmartFresh" - einer Methyl-Cyclopropen-Verbindung - begast. Damit soll die Reifung gestoppt werden. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit lässt die Behandlung der Äpfel mit "SmartFresh" zu - eine Kennzeichnungspflicht besteht nicht. Der Verbraucher kann also nicht erkennen, welche Äpfel damit behandelt wurden und welche nicht. Dabei ist "SmartFresh" unter Experten umstritten. Kritiker sind der Meinung, dass die damit begasten Äpfel an Aroma verlieren.

Vitamin-C-Gehalt bei Frühsorten und Lageräpfeln

Erntezeit von Äpfeln in Deutschland ist ab Anfang August bis etwa Anfang September für die Frühsorten und ab September für die sogenannten Lageräpfel. Frühsorten lassen sich nicht besonders lange aufbewahren, Lagersorten reifen dagegen nach dem Pflücken nach und erreichen erst später ihr optimales Aroma. Allerdings sinkt mit zunehmender Lagerdauer der Vitamingehalt - nach zwei Monaten Lagerung an einem kühlen, dunklen Ort haben die Äpfel nur noch etwa 20 Prozent ihres ursprünglichen Gehalts an Vitamin C. Außerdem verliert die Frucht an Feuchtigkeit und wird mehlig.

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