Stand: 01.08.2016 12:42 Uhr

Verden: Pferde, Kirchen und Natur

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Hufeisen, in verschiedenen Gangarten von Pferden angeordnet, zieren einen Straßenzug in Verden.

Wer genau hinschaut, bemerkt schnell, dass das Glück in Verden auf der Straße liegt: Auf einer Flaniermeile zwischen der Fußgängerzone Große Straße und dem Holzmarkt finden Spaziergänger 500 in Gehwegplatten eingelassene Hufeisen.

Verden an der Aller ist nämlich die Stadt der Reiter und Pferde. Jedes Hufeisen trägt den Namen seines Spenders, darunter so prominente Pferdesportler wie Rainer Klimke, Alwin Schockemöhle und Isabell Werth. Auch sonst stehen Ostertorstraße und die Straße Herrlichkeit ganz im Zeichen der Vierbeiner: mit Pferdemotiven an Fahrradständern und zwei von Pferdesilhouetten verzierten Granitsäulen.

Virtueller Ritt im Pferdemuseum

Verden = Pferde?

Der Name der Stadt hat nichts mit Pferden zu tun, sondern mit Karl dem Großen, der die Siedlung um 800 gründete. Damals wurde sie als "Ferdi in Saxonia" bezeichnet, was so viel wie Furt oder Fähre bedeutete. Nach 1648 wurde Verden Garnisonsstadt mit einem Reiterregiment, das als Wiege der hannoverschen Pferdezucht gilt.

So wundert es nicht, dass sich neben dem Bahnhof in einer ehemaligen Kavalleriekaserne von 1831 das Deutsche Pferdemuseum angesiedelt hat. Hier erfahren Besucher alles über die Geschichte der Tiere, von grauer Vorzeit bis zum heutigen Reitsport. Zum Museum gehört auch eine umfangreiche Bibliothek mit mehr als 18.000 Büchern, Zeitschriften und Dokumenten zum Thema Pferde sowie ein großes Fotoarchiv. Wer möchte, kann in einen Sattel steigen und zu einem virtuellen Ritt über die Verdener Rennbahn starten. Zu dem Gebäudekomplex gehören die Stadthalle und ein Einkaufszentrum.

Kirchtürme überragen die Stadt

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Dom - Wahrzeichen von Verden

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Mit 38 Metern Höhe ragt der Dom St. Maria und Cäcilia über alle anderen Gebäude der Altstadt von Verden an der Aller hinaus. Audio (00:33 min)

Auch wer sich nicht für Pferde interessiert, findet in Verden viel Sehenswertes. Wahrzeichen der Stadt ist der Dom St. Maria und Cäcilia von 1490, der die umstehenden Häuser der Altstadt weit überragt. Bereits 1290 wurde mit dem Bau begonnen, vollendet wurde er erst 200 Jahren später. Die verschiedenen Bauabschnitte lassen sich besonders an der Südfassade anhand der unterschiedlichen Materialien gut nachvollziehen. Stilistisch vermischt der Dom romanische und gotische Elemente. Dennoch gilt er als der erste gotische Dom in Niedersachsen. Zu den architektonischen Besonderheiten zählen die 38 Meter hohen Seiten- und Mittelschiffe sowie der Turm, der noch von einer früheren Basilika aus dem 12. Jahrhundert stammt. Im Chorraum an der Ostseite des Domes befanden sich einst sieben bunte Glasfenster, die der Seeräuber Klaus Störtebeker 1402 der Kirche gestiftet haben soll.

Störtebeker und die Lätare-Spende

Der Legende nach soll der Freibeuter Klaus Störtebeker kurz vor seiner Hinrichtung im Jahr 1401 der Stadt Verden einen Schatz hinterlassen haben. Dafür sollte sie jedes Jahr 530 Schwarzbrote und 1.600 Salzheringe an Bedürftige, Beamte und Geistliche verteilen. Noch heute werden die Speisen am Montag nach dem Lätare-Sonntag in der Mitte der Fastenzeit ausgegeben.

Bei der Sprengung der Aller-Brücken im Jahr 1945 wurden sechs der Fenster zerstört und später durch schlichte Glasfenster ersetzt. Für Kirchen in Lüneburg, Lübeck und Stendal diente der Dom zu Verden als architektonisches Vorbild.

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Kirchtürme und der weiße Turm des Rathauses überragen die Stadt.

Noch älter als der Dom ist die St. Johanniskirche. Sie wurde um 1150 als einer der frühesten romanischen Backsteinbauten in Niedersachsen errichtet. Sehenswert sind ihre mittelalterlichen Wand- und Deckenmalereien. Die Kirche steht unmittelbar neben dem Rathaus von 1730 mit seinem markanten weißen Turm.

Ein Spaziergang an die Aller

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Das sogenannte Ackerbürgerhaus ist ein Musterbeispiel für kunstvolles Fachwerk.

Bei einem Stadtbummel fallen die vielen gut erhaltenen Fachwerkhäuser auf. Am Anfang der Strukturstraße findet sich ein besonders schönes Exemplar. Es stammt von 1577 und zeigt Einflüsse der Weserrenaissance, die oberen Schwellen sind mit Ranken und Blattwerk verziert. Auch ein Blick in das Innere des "Ackerbürgerhauses" lohnt sich. Zu einem Rundgang durch Verden gehört ein Schlenker an die Aller. Von jeher verdankt der Ort seine Entwicklung auch dem Schifffahrtsweg, der nach wenigen Kilometern in die Weser mündet. Direkt am Ufer führt ein Spazierweg entlang. Eine andere Naturschönheit sind die Verdener Dünen im Stadtwald. Die Sandhügel entstanden nach der letzten Eiszeit vor 15.000 Jahren und stehen seit 1930 unter Naturschutz.

Wer sich näher mit der Vergangenheit Verdens beschäftigen möchte, sollte das Historische Museum besuchen. Im Domherrenhaus, einer herrschaftlichen Hofanlage aus dem frühen 18. Jahrhundert, gibt es einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der Stadt und der Region. Weitere Tipps für einen Besuch bietet die Website der Stadt Verden.

Karte: Sehenswertes in Verden
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Dieses Thema im Programm:

NDR Info / 05.01.2017 / 09:55 Uhr

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