Stand: 20.07.2016 09:50 Uhr

Harriersand - Inselidylle mitten in der Weser

Elf Kilometer lang und stellenweise nur rund 500 Meter breit: Deutschlands zweitgrößte Flussinsel liegt in der Weser zwischen Bremen und Bremerhaven. Ihre einzige Straße verläuft am Westufer, ist einspurig und dient den Landwirten als Wirtschaftsweg. An Sommerwochenenden bilden sich dort rasch Staus, auch die wenigen Parkplätze sind schnell belegt. Am besten lässt sich die Insel daher bei einem Strandspaziergang oder mit dem Fahrrad erkunden.

Im Sommer ist Harriesand ein Bade- und Urlaubsparadies für viele Gäste. © NDR, honorarfrei

Harriersand - Leben am Meer

die nordstory -

Mit elf Kilometern ist Harriersand eine der längsten Flussinseln Europas. Durch Sturmfluten sind die rund 100 Bewohner zeitweise ganz von der Außenwelt abgeschnitten.

4,67 bei 3 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Bild vergrößern
Im Sommer pendelt eine kleine Fähre häufig zwischen Brake und der Insel.

Bis 1965 hatte Harriersand keine Verbindung zum Festland, dann wurde am südöstlichen Ende eine Brücke zu dem kleinen Ort Rade gebaut. Vom westlichen Weserufer gelang man mit der Personenfähre MS "Guntsiet" auf das Eiland. Sie pendelt von März bis Ende Oktober mehrmals täglich zwischen dem Anleger im Norden der Insel und dem Ort Brake.

Sonnenbad am Wasser

Bild vergrößern
Der naturbelassene Strand ist ein schönes Naherholungsgebiet.

Rund um den Fähranleger hat sich eine kleine Urlauberkolonie gebildet. Ein Campingplatz bietet die Möglichkeit, auf der Insel zu übernachten, ein Gasthaus versorgt die Besucher. Der lange, feine Sandstrand lädt zu einem Sonnenbad mit Blick auf den Fluss und die Hafenanlagen von Brake am gegenüberliegenden Ufer ein. Wer in der Weser schwimmen geht, sollte den Schiffsverkehr im Auge behalten. Große Frachter und Containerschiffe, die zum Greifen nah erscheinen, erzeugen stattliche Wellen.

Bei Sturmfluten droht "Land unter"

Auf der Insel stehen auch etwa 150 Wochenendhäuser, die wegen der Sturmflutgefahr meist auf Stelzen gebaut wurden. Harriersand liegt im Einflussbereich von Ebbe und Flut. Bei Sturmfluten, wenn Nordsee-Wasser in die Wesermündung drückt, werden große Teile der Insel überschwemmt. Seine heutige Form bekam Harriersand um 1930. Im Rahmen einer Korrektur des Weser-Verlaufs wurden sieben kleine Flussinseln mit Schlick und Sand verbunden. Seitdem ist der östliche Weserarm erheblich schmaler als die Fahrrinne im Westen und fällt bei Niedrigwasser nahezu trocken. Dieser Bereich mit seinen ausgedehnten Röhricht-Zonen steht unter Naturschutz.

Warften schützen die Bauernhöfe

Harriersand gehört seit 1974 zur Gemeinde Schwanewede am östlichen Weserufer. Etwa 80 Menschen wohnen dauerhaft auf der Insel. Sie leben überwiegend von der Landwirtschaft und nutzen die vielen Wiesen und Weiden. Ihre Höfe stehen auf Warften, die sie vor Überschwemmungen schützen.

Karte: Flussinsel Harriersand

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / die nordstory / 20.07.2016 / 16:10 Uhr