Stand: 27.11.2014 13:42 Uhr

Ein Schloss und seine Stadt: Bückeburg

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Ehemals ein Wasserschloss und noch heute Sitz des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe: das Schloss.

Im niedersächsischen Bückeburg geht kaum etwas ohne das Fürstenhaus. Bereits ihre Entstehung verdankt die Kleinstadt einer um 1300 errichteten Wasserburg, dem heutigen Schloss Bückeburg. Graf Ernst zu Holstein-Schaumburg verlegte 1601 seinen Regierungssitz von Stadthagen nach Bückeburg und ließ das Schloss prunkvoll ausbauen. Bis heute ist das Anwesen Wohnsitz des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe. Dennoch öffnet die Familie das Schloss auch für Besucher, bietet die Möglichkeit dort zu heiraten und lädt zu Veranstaltungen ein.

Gepflegte Altstadt

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Das Rathaus am Marktplatz stammt aus dem Jahr 1905.

Das Schloss mit dem stattlichen Park liegt malerisch auf einer Insel am Zentrum der 20.000-Einwohner-Stadt. Nur wenige Schritte sind es zum Marktplatz, der in den 1990er-Jahren nach historischem Vorbild rekonstruiert wurde. Das angrenzende Rathaus im Stil der Weser-Renaissance stammt aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen zahlreiche gepflegte Fachwerkhäuser neben schmucken Massivbauten. Alte Villenviertel zeugen vom einstigen Wohlstand der Bürger.

Stadtkirche mit Fürstenloge

Bei einem Stadtbummel empfiehlt sich der Weg zur evangelischen Stadtkirche, die Elemente der Spätgotik mit dem Frühbarock verbindet. Besonders das Taufbecken von 1613 und die Kanzel gelten als Kunstschätze. Über dem Eingangsbereich hat das Fürstenhaus eine eigene Loge.

Fürstliche Hofreitschule pflegt Traditionen

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Die Mitarbeiter der Hofreitschule beherrschen die hohe Kunst des Reitens perfekt.

Im 18. Jahrhundert war Schloss Bückeburg eines der bedeutendsten Reitkunstzentren Europas. Seit 2004 ist die Fürstliche Hofreitschule wieder eröffnet. Bei Vorführungen oder beim öffentlichen Training können Besucher Reitkunst aus der Zeit der Renaissance und des Barocks erleben. Edle Hengste zeigen fast vergessene Gangarten wie den stolzen spanischen Schritt. Das Marstallmuseum zeigt Ausstellungsstücke rund um die Historie der Reiterei. Sie stammen aus der ganzen Welt, aus fürstlichem Besitz und aus Privatsammlungen.

Alles über Hubschrauber

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Mehr als 40 Exponate, Getriebe und Triebwerke dokumentieren die Hubschrauber-Geschichte.

Das Kontrastprogramm findet sich im Bückeburger Hubschraubermuseum mitten in der Altstadt. Dort erfahren Besucher alles über die Entwicklung der Vertikalflugtechnik. Das Museum zeigt insgesamt rund 50 ein- und mehrrotorige Hubschrauber, Tragschrauber sowie Flugschrauber verschiedenster Bauarten und Epochen. Ein Rundgang führt am ersten einsatzfähigen Hubschrauber vorbei, der legendären "Focke-Wulf Fw-61" aus dem Jahre 1936. Zu den ungewöhnlichsten Exponaten zählt der "Rotorcar 3", ein Gefährt mit Straßen- und Luftzulassung, sowie der Nachbau des "Fliegenden Fahrrads" vom französischen Fahrradhersteller Paul Cornu. Neueste Errungenschaft des Museums ist ein ein moderner Kampfhubschrauber vom Typ "Tiger". Der Standort des Hubschraubermuseums ist kein Zufall, denn bei Bückeburg befindet sich die Heeresflieger-Waffenschule, die die Ausstellung unterstützt.

Weitere Informationen für einen Besuch in Bückeburg bietet die Website der Stadt.

Weitere Informationen

Zu Gast im fürstlichen Schloss Bückeburg

Im prunkvollen Schloss Bückeburg lebt noch eine echte Adelsfamilie. Besucher sind in dem Anwesen mit der üppigen barocken Innenausstattung aber stets willkommen. mehr

Karte: Schloss Bückeburg

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 29.11.2014 / 18:00 Uhr