Stand: 01.04.2015 12:15 Uhr

Drei Flüsse - eine Stadt: Hann. Münden

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Wasser und Fachwerk: Die Werrabrücke führt in die Altstadt von Hann. Münden.

Wo Werra sich und Fulda küssen, ... - liegt Hann. Münden, die malerische Drei-Flüsse-Stadt. Für ihre Attraktivität sorgen nicht nur das Wasser, sondern auch viele gut erhaltene Fachwerkhäuser und die waldreiche Umgebung mit dem Naturpark Münden.

Gleich mehrere Tourismus-Routen wie die Deutsche Märchenstraße, die Fachwerkstraße und die Straße der Weserrenaissance treffen sich dort im südlichsten Zipfel Niedersachsens. Für Radwanderer beginnt in Hann. Münden der Weser-Radweg, dem sie durch das Weserbergland bis nach Bremen folgen können. An Fulda und Werra führen gut ausgebaute Strecken nach Hessen oder Thüringen.

Der offizielle Name der Stadt, Hann. Münden, ist eine Abkürzung von Hannoversch Münden. Dieser Begriff, einst zur Unterscheidung vom ähnlich klingenden Minden eingeführt, hatte sich als zu lang erwiesen.

Fachwerkhäuser und Weserrenaissance

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Wie am Rathaus lassen sich an vielen Fachwerkhäusern kunstvolle Details entdecken.

Schmuckstück Hann. Mündens ist die Altstadt mit ihren mehr als 700 Fachwerkhäusern. Viele der Gebäude aus sechs Jahrhunderten wurden in den vergangenen Jahren renoviert und bilden mit ihren historischen Verzierungen, Türen und Inschriften die Kulisse für einen historischen Stadtbummel. Zwischen den Fachwerkhäusern ragt ein typisches Bauwerk der Weser-Renaissance heraus: das Rathaus von 1608, in dem auch die Tourist-Information ihren Sitz hat. Seine Schmuckfassade gilt als eine der schönsten aus dieser Epoche.

Ebenfalls im Stil der Weserrenaissance wurde um 1570 das Schloss der Welfen nach einem Brand wieder aufgebaut. Das mächtige Gebäude am Werra-Ufer beherbergt das Städtische Museum, Amtsgericht und Stadtbücherei.

Doktor Eisenbart treffen

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Am Ortseingang begrüßt Doktor Eisenbart Münden-Besucher.

Dreimal am Tag - um 12, 15 und 17 Uhr - erklingt vom Giebel des Rathauses unter der Uhr ein Glocken- und Figurenspiel mit einem Spottlied auf Doktor Eisenbart. Der Wanderarzt aus der Barockzeit ist der berühmteste Mündener. Mit zahlreichen Aktivitäten hält die Stadt die Erinnerung an ihn wach: Er führt Stadtrundgänge an, hält Sprechstunden ab und ist im Sommerhalbjahr sonnabends um 13.30 Uhr Titelheld eines Bühnenspiels am Rathaus. Auch wenn der Doktor seit fast 300 Jahren tot ist, gibt es immer wieder Neues über ihn und seine unkonventionellen Heilmethoden zu erfahren. "Auch heute werden die Menschen noch neugierig, wenn sie die historischen Klänge oder das Glockenspiel des Dr. Eisenbart vor dem Weserrenaissance-Rathaus hören", sagt Antje Jahn von der Tourist Information der Stadt.

Doktor Eisenbart

Johann Andreas Eisenbart kam am 27. März 1663 zur Welt. Wie sein Vater wurde er Arzt, zog durch den gesamten deutschsprachigen Raum und behandelte Patienten auf Märkten. Er erfand eine Nadel zur Behandlung des Grauen Stars und einen Haken, um Polypen zu entfernen, setzte mit Erfolg künstliche Augen ein. Zahlreiche Fürsten gestanden ihm Privilegien zu. Am 11. November 1727 starb der trinkfreudige Arzt in Hann. Münden.