Stand: 24.03.2016 18:25 Uhr

An der Elbe entlang zu den Störchen

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Weißstörche bauen ihre Nester bevorzugt auf hohen Masten oder Türmen.

Kaum irgendwo in Deutschland leben ähnlich viele Störche wie in der Elbtalaue. Dort brütet ab April fast in jedem Dorf ein Paar. Die Deutsche Storchenstraße führt Besucher auf mehreren Hundert Kilometern von Nest zu Nest - in Niedersachsen von Brietlingen nördlich von Lüneburg bis Schnackenburg im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Abseits viel befahrener Straßen und hektischer Städte können Tierfreunde die mächtigen Vögel in freier Wildbahn an ihren Brutplätzen beobachten, malerische Dörfer erkunden und die Faszination der Flusslandschaft Elbe erleben.

Mit Auto oder Fahrrad

Die Deutsche Storchenstraße ist als Rundtour für Autofahrer ausgeschildert. Noch eindrucksvoller lässt sie sich als Radtour fahren, teilweise auf dem Elberadweg. Kleine Teilstrecken eigenen sich gut für Tagestouren. Eine mögliche Route führt gut 40 Kilometer durch die nördliche Neuhauser Elbmarsch von Darchau über Amt Neuhaus und Preten nach Bleckede.

Menschen mit Fahrrädern

Storchenroute auf dem Elbe-Rad-Weg

Nordtour -

Von Hitzacker aus kann man Rad- und Schiffstour miteinander kombinieren: Treffpunkt ist das Museum Altes Zollhaus in der Altstadt.

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Störche aus der Nähe beobachten

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Wenn die Störche auf dem Rand des Nestes stehen, ist der Nachwuchs bereits geschlüpft.

Wer am frühen Morgen an der Elbe zur Radtour startet, erlebt eine besondere Atmosphäre. Wenn der Tag erwacht, beginnt auch in den Storchennestern das Leben. An der Haltung der Altvögel auf dem Nest lässt sich erkennen, ob die Brut bereits geschlüpft ist. Stehen die Eltern die meiste Zeit am Rand des Nestes, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass bereits Jungvögel da sind. Im Juni, wenn der Nachwuchs über den Nestrand schauen kann, bietet sich die beste Sicht auf Alt- und Jungtiere. Ab Ende Juli werden die Jungstörche flügge. In der Nähe jedes Nestes an der Storchenstraße informiert ein Schild, wie viele Tiere dort bereits ausgebrütet wurden.

Eine Stiftung bewahrt die Lebensräume

Stichwort Storch

In der Elbtalaue brüten Weißstörche, eine von weltweit 19 Arten. Die Flügelspannweite erreicht gut zwei Meter. Markant sind die dünnen, roten Beine und die roten, fast 20 Zentimeter langen Schnäbel. Der Weißstorch zählt zu den gefährdeten Arten. In Deutschland brüten rund 4.500 Paare, wenn sie aus ihren Winterquartieren in Afrika zurückgekehrt sind. Dabei finden sie immer wieder ihr angestammtes Nest. Aus den zwei bis sechs Eiern schlüpfen nach 30 Tagen Küken. Sein lautes Klappern mit dem Schnabel hat dem Weißstorch den Namen Klapperstorch eingebracht.

Detaillierte Informationen über Störche bietet die Stork Foundation in Preten in der Sude-Niederung. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lebensräume für die Vögel zu schaffen. Die Tiere sind auf Feuchtgebiete angewiesen, in denen sie Nahrung für ihren Nachwuchs finden. Durch intensive Landwirtschaft, die Trockenlegung von Äckern und Wiesen und Überdüngung ist der Lebensraum für Weißstörche knapp geworden. Auf der Suche nach geeigneten Brutgebieten ziehen die Tiere heute vielfach weiter, statt zu nisten. In den Wiesen der Sude, einem kleinen Nebenflusses der Elbe, finden Störche Nahrung: Kleintiere wie Mäuse und Würmer. Eine Ausstellung der Stiftung in einem alten Fachwerkhaus informiert über diese Zusammenhänge.

Live-Bilder aus dem Nest

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In Bleckede blickt eine Kamera ins Storchennest.

Wer den Schildern entlang der Storchenstraße weiter folgt, gelangt über Krusendorf und Stipelse wieder an die Elbe. Mit der Fähre geht es über den Fluss nach Bleckede. Dort führt der Weg zum Elbschloss mit dem Informationszentrum Biosphaerium Elbtalaue, das per Kamera einen Blick in ein Storchennest im Ort bietet. Vom mittelalterlichen Schlossturm des Naturschutzzentrums aus reicht die Aussicht kilometerweit über die Elbtalaue.

Auch als Rundtour möglich

Wer eine Rundtour fahren möchte, kann am westlichen Elbufer zurück nach Süden radeln und gelangt über Alt Garge und Walmsburg nach Neu Darchau. Dort geht es mit der Fähre zurück zum Ausgangspunkt am anderen Elbufer. Weitere Routenvorschläge und die Standorte aller Nester bietet die Website der Deutschen Storchenstraße.

Karte: Radtour an der Storchenstraße
Weitere Informationen
mit Video

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 26.03.2016 / 18:00 Uhr