Stand: 20.02.2017 12:38 Uhr

Elbtalaue: Der Fluss prägt die Natur

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Regelmäßig überschwemmt die Elbe die Wiesen in Ufernähe.

Über fünf Bundesländer - von Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern bis nach Schleswig-Holstein - erstreckt sich eine der größten naturnahen Flusslandschaften Deutschlands: die Elbtalauen. Seit 1997 ist das 375.000 Hektar umfassende Gebiet von der UNESCO als Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe anerkannt. Die Naturräume dieser Landschaft sind vielfältig: Binnendünen mit offenen Sandflächen einerseits, feuchte Auenwiesen und -wälder in den Überschwemmungsgebieten der Uferzonen andererseits.

Paradies für Tiere und Pflanzen

Mit ihrem Artenreichtum sind die Elbtalauen ein lohnendes Ziel für Naturinteressierte. Rund 150 verschiedene Vogelarten - darunter gefährdete Tiere wie Kranich und Wachtelkönig - sind in der Flusslandschaft zu Hause. Allein rund ein Drittel aller in Niedersachsen brütenden Weißstörche leben dort. Außerdem rasten in dem Gebiet rund 100 Zugvogelarten, darunter Tausende Saat- und Blässgänse, Sing- und Zwergschwäne sowie Gänse- und Zwergsäger.

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Störche finden in der Elbtalaue ein üppiges Nahrungsangebot.

Auch anderen seltenen Tierarten bieten die Elbtalauen ein Quartier: Lurchen und Fröschen ebenso wie Fledermäusen, Fischotter und Bibern. Elb-Biber galten ab 1819 als ausgestorben, seit 1990 sind sie wieder in den Auenwäldern anzutreffen. Neben den Tieren hat sich eine interessante Flora angesiedelt, so etwa die bis zu 1,50 Meter hohe Doldige Schwanenblume mit feinen rosafarbigen Blütendolden. Mit der Fracht von Schiffen wurden aber auch nicht-heimische Arten eingeschleppt. Dazu gehört das Große Büchsenkraut aus Nordamerika, das 1963 erstmals im Elbetal nachgewiesen wurde.

Unterwegs auf dem Wasser und dem Deich

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Die flache Landschaft der Elbtalaue lässt sich besonders gut mit dem Rad erkunden.

Besonders gut lassen sich die Elbtalauen vom Wasser aus entdecken. Spezielle Führungen und Flussfahrten werden zum Beispiel von Bleckede aus angeboten. Mit Ferngläsern können die Besucher dabei die Vögel an den Uferzonen beobachten. Wer mehr über die Natur im Biosphärenreservat Elbtalaue erfahren möchte, sollte einen Abstecher zum "Biosphaerium Elbtalaue" im Schloss Bleckede einplanen. In der multimedialen Ausstellung können Besucher durch eine Glasscheibe einen Blick in eine bewohnte Biberburg werfen sowie Elbfische und Muscheln in Aquarien beobachten.

Lohnend ist eine Tour mit dem Rad über die autofreien Deiche auf dem Elberadweg. Die Tourismusverbände in der Region bietet zudem organisierte Thementouren mit dem Rad an, die etwa zu Biberburgen, zu den Rundlingsdörfern oder zu nahe gelegenen Fachwerkstädtchen wie Dannenberg und Hitzacker führen.

Karte: Biosphärenreservat Elbtalaue (grobe Fläche)
Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Lust auf Norden | 26.08.2016 | 18:15 Uhr

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