Stand: 26.08.2016 12:40 Uhr  | Archiv

Greifswalder Oie - Geheimtipp für Naturfans

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Im Dornröschenschlaf als militärisches Sperrgebiet entwickelte sich die Greifswalder Oie zum Naturparadies.

Sie gehört zu Europas wichtigsten Rastplätzen für Zugvögel und ist ein Dorado für Naturliebhaber: die Greifswalder Oie, eine kleine Insel mitten in der Pommerschen Bucht zwischen Rügen und Usedom gelegen. In der NS-Zeit und zu DDR-Zeiten war die Oie militärisches Sperrgebiet, sodass sich seltene Tier- und Pflanzenarten ungestört entwickeln konnten. Das kleine Eiland ist nur rund 1,6 Kilometer lang und misst an der breitesten Stelle gut 400 Meter. Im Volksmund wird die Miniatur-Insel auch "Helgoland der Ostsee" genannt.

 

Letzte Eiszeit modellierte die Ostseeinsel

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Ein Kliff und große Findlinge im Wasser prägen die östliche Küste der Greifswalder Oie.

Entstanden ist die Insel durch eine eiszeitliche Moräne, die aus der Ostsee hinausragt. Die Oie steht unter Naturschutz, im Osten prägt eine Steilküste die Landschaft. Ansonsten herrschen Wald- und Wiesenlandschaft vor, ein ideales Rastgebiet für Zugvögel wie Kraniche. Das Riff vor der Insel ist mit großen Findlingen durchsetzt und ebenfalls geschützt. Neben einem knapp 40 Meter hohen Leuchturm und einem kleinen Hafen befinden sich einige wenige Gebäude auf der Insel - darunter die Vogelberingungsstation des Naturschutzvereins Jordsand.

Brutgebiet für Singvögel - Refugium für Zugvögel

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Naturschützer zählen und beringen jährlich Hunderte Zugvögel bei ihrem Zwischenstopp auf dem Weg in den Süden.

Im Frühjahr und Sommer brüten viele Singvögel im Inselwald, doch die Jungtiere sind auf der Greifswalder Oie extrem bedroht. Fast nirgends in Deutschland leben auf so engem Raum so viele Siebenschläfer. Einige Hundert der hungrigen Nagetiere vertilgen jedes Jahr einen Großteil der Singvogelbrut. Da die nachtaktiven Nesträuber unter Naturschutz stehen, dürfen die Mitarbeiter des Vereins Jordsand nichts gegen die Tiere unternehmen.

Besonders im Herbst rasten auf der Greifswalder Oie Tausende Zugvögel auf dem Weg in ihre Winterquartiere im Süden. Dann beginnt für die Mitarbeiter des Vereins Jordsand die spannendste Zeit. Mehrere Hundert Vögel täglich werden gefangen, beringt, gewogen, vermessen und statistisch erfasst.

Schiffssausflüge ins Naturparadies

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Mit einer Höhe von knapp 40 Metern überragt der historische Leuchtturm die kleine Ostseeinsel.

Der Zutritt zur Insel ist nur im Rahmen von Ausflugsfahrten gestattet. In einer 90-minütigen Überfahrt bringt ein Schiff von Anfang Mai bis Ende Oktober von Peenemünde und Freest aus Tagesgäste auf die Greifswalder Oie. Inklusive sind ein zweistündiger Landgang mit einer Führung durch das Informationszentrum des Vereins Jordsand. Ein geführter Rundgang über die Insel und die Besichtigung der Beringungsstation ist in der Saison jeden Dienstag bei Sonderfahrten möglich. Auch vom Hafen Gager auf Rügen gibt es Touren: Nach einer Fahrt über den Greifswalder Bodden müssen die Tagesgäste allerdings in Peenemünde umsteigen. Der Insel-Leuchtturm steht Besuchern gegen ein geringes Eintrittsgeld ebenfalls offen. Gäste dürfen die Insel nur auf den vorgeschrieben Wegen erkunden.

Schiffstouren zur Greifswalder Oie

von Anfang Mai bis Ende Oktober ab Peenemünde und Freest

Apollo GmbH Fahrgastreederei
Hafenpromenade 5
17449 Peenemünde
Tel. (038371) 2 08 29
E-Mail: reedereipeenemuende@gmx.de

Preise und Abfahrtszeiten unter:
http://www.schifffahrt-apollo.de

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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 27.08.2016 | 18:00 Uhr

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