Stand: 15.01.2015 09:43 Uhr  | Archiv

Pommern im Spiegel der Zeit

Die Hanse brachte einst Wohlstand in die Städte, Schweden und Preußen hinterließen ihre Spuren und an der Küste lockten die Kaiserbäder Prominente an: Pommerns Vergangenheit ist spannend und vielseitig. In Greifswald bietet das Pommersche Landesmuseum tiefe Einblicke in die Geschichte der Region an der südlichen Ostseeküste.

Ein Blick in die Geschichte Pommerns

Die Ausstellung gliedert sich in mehrere Bereiche, beginnend mit der Erdgeschichte. Besucher können Millionen Jahre alte Bernsteine bestaunen und sich informieren, wie die jüngste Eiszeit in Pommern eine Landschaft mit Kreideformationen und Steilküsten schuf. Im Garten liegen einige Findlinge, die die Eismassen hinterlassen haben.

Schwerpunkt Landesgeschichte

Pommersches Landesmuseum

Rakower Str. 9
17489 Greifswald
Tel. (03834) 831 20

aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise siehe Link im Text unten

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Landes- und Kulturgeschichte Pommerns. Die Schau mit multimedialen Elementen führt Besucher durch mehrere Jahrhunderte, lässt sie am Rechenbrett eines Kaufmanns zur Hansezeit kalkulieren und zeitgenössische Musikstücke hören. Als Prunkstück des Landesmuseums gilt der Croÿ-Teppich aus dem Jahr 1554, eine Leihgabe der Universität Greifswald. Herzog Ernst Bogislaw von Croÿ und Arschot schenkte ihn der Hochschule 1554. Ursprünglich war der gut vier mal sieben Meter große Teppich für das Residenzschloss in Wolgast gefertigt worden. Der mit Gold- und Silberfäden durchwirkte Wandbehang zeigt insgesamt rund 20 Angehörige des sächsischen Kurfürstenhauses und des pommerschen Herzoghauses. 2014 wurde der Croÿ-Teppich in das Verzeichnis national wertvoller Kulturgüter aufgenommen.

Große Meister in Öl

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So sah sich der Künstler selbst: Caspar David Friedrichs Selbstportät aus dem Jahr 1810.

Meisterwerke der Malerei bietet die Gemäldegalerie. Allein von Caspar David Friedrich, 1774 in Greifswald geboren, stammen sieben Werke. Andere ausgestellte Künstler wie Frans Hals, Gerard van Honthorst oder Max Liebermann schätzten Motive, die die pommersche Landschaft bietet. Im März 2015 beginnt eine Sonderschau mit mehr als 100 Werken von Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff.

Traditionsreicher Standort

Das Pommersche Landesmuseum entstand in den Jahren 2000 bis 2005 auf dem Gelände eines ehemaligen Franziskaner-Klosters unmittelbar an der historischen Stadtmauer Greifswalds. Die Ursprünge des Klosters reichen bis ins 13. Jahrhundert. Eine Glas-Stahl-Konstruktion, die sogenannte Museumsstraße, verbindet das Hauptgebäude mit einem mittelalterlichen Komplex um die einstige Bibliothek des Klosters. Neben dem Findlingsgarten pflegt das Museum auch den einstigen Gemüse- und Apothekergarten der Franziskaner. Die Anlage der Beete und Wege dokumentiert die religiösen Ansichten und medizinischen Erkenntnisse des Mittelalters.

Das Museum versteht sich auch als Begegnungsstätte und möchte mit grenzüberschreitenden Projekten die Zusammenarbeit mit Kultureinrichtungen in Polen und Skandinavien fördern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 09.05.2015 / 18:00 Uhr

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