Stand: 02.12.2016 13:10 Uhr

Greifswald: Tradition und junges Leben

1249 gründeten deutsche, dänische und slawische Siedler unter Herzog Wartislaw III. eine Stadt an Ryck und Greifswalder Bodden. Ende des 13. Jahrhunderts gehörte Greifswald bereits zu den führenden Städten des Hansebundes. Noch heute zeugen Häuser im Stil der Backsteingotik - etwa am Marktplatz - vom wirtschaftlichen Reichtum dieser Zeit.

Ein Straße in Greifswald.

Greifswald und seine Umgebung

Nordtour -

Die Exkursion von Claudia Krüger startet in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Nach einer Spurensuche durch die Stadt geht es nach Freest und Kröstlin.

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Im Jahre 1456 folgte die Gründung der Universität, die damit zu den ältesten in Deutschland und weltweit gehört. Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität hat sich mit ihren verschiedenen Forschungseinrichtungen einen guten Ruf bis weit über die Landesgrenzen Mecklenburg-Vorpommerns erworben. Das Hauptgebäude mit seinem Barocksaal kann, wie viele andere Gebäude der Universität auch, besichtigt werden. 11.500 Studierende hat die Universität und trägt so dazu bei, dass Greifswald bei knapp 60.000 Einwohnern eine junge Stadt bleibt.

Der Marktplatz als Mittelpunkt

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Schön restaurierte alte Giebelhäuser säumen den Marktplatz.

Das Zentrum der Greifswalder Altstadt bildet der rechteckige, fast quadratische, historische Marktplatz. Diese Form war typisch für die Bauweise zur Zeit der Hanse. Umsäumt wird der Platz von Gebäuden aus unterschiedlichen Epochen, die ein sehenswertes architektonisches Gesamtbild ergeben. Dazu gehören gotische Backsteingiebelhäuser mit üppiger Ornamentik, Schmucksteinen aus Glas und Blenden sowie das Rathaus mit seinem barocken Dachreiter und dem mittelalterlichen Gewölbe. An den Hauptplatz grenzt - getrennt durch das Rathaus - der etwas kleinere Fischmarkt. Dort stehen zwei imposante Wohnspeicherhäuser.

Bedeutende Backsteinkirchen

Schon von Weitem fallen Greifswald-Besuchern drei markante Bauwerke ins Auge: die gotischen Backsteinkirchen St. Marien, St. Jakobi und der Dom St. Nikolai. Die dreischiffige Marienkirche, aufgrund ihres wuchtigen Westturms auch "dicke Marie" genannt, wurde von 1280 bis 1350 erbaut. Damit ist sie die älteste der drei großen Stadtkirchen.

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Der Dom ist das Wahrzeichen der Stadt und Gründungsort der Universität.

Besonders sehenswert ist der Dom, der zu den bedeutendsten Backsteinkirchen Mecklenburg-Vorpommerns gehört und als Wahrzeichen von Greifswald gilt. Mit seinem fast 100 Meter hohen Turmhelm überragt der "schlanke Nikolaus" die gesamte Stadt. Er wurde seit Baubeginn im 13. Jahrhundert - auch durch Einstürze bedingt - immer wieder baulich verändert. Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt er unter Gottlieb Giese, einem Schüler Schinkels, seine gotische Ausstattung. Der Dom dient auch als Konzertsaal, etwa im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern sowie der jährlich stattfindenden Greifswalder Bachwoche.

Erinnerungen an Caspar David Friedrich

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Um 1815/20 hielt Caspar David Friedrich mit "Wiesen bei Greifswald" seine Heimatstadt im Bild fest.

Zu den berühmten Söhnen der Stadt gehört neben dem Schriftsteller Hans Fallada der Maler Caspar David Friedrich. Seine Motive der Klosterruine Eldena, des Marktplatzes sowie anderer Silhouetten der Stadt und ihrer Umgebung haben sich eingeprägt. Der Caspar-David-Friedrich-Bildweg erinnert Besucher an wichtige Lebensstationen des Künstlers und führt zu Aussichtspunkten, die Friedrich für seine Motive gewählt hat. Ausgangspunkt ist das Geburtshaus des Malers, das heutige Caspar-David-Friedrich-Zentrum. Das Ende bildet das Pommersche Landesmuseum, in dem Bilder des Romantikers ausgestellt sind.

Multimediales Museum

Das Landesmuseum zählt zu den jüngeren Bauten der Stadt. Es entstand von 2000 bis 2005 auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters. Eine Glas-Stahl-Konstruktion, die sogenannte Museumsstraße, verbindet das Hauptgebäude mit einem mittelalterlichen Komplex um die einstige Bibliothek des Klosters. Die Ausstellung über die Landes- und Kulturgeschichte ist vielfältig und multimedial - sie reicht von der Frühzeit über die Hanse bis zur Gegenwart. Die Gemäldegalerie zeigt Meisterwerke der Malerei.

Klosterruine Eldena

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Romantische Kulisse für Veranstaltungen: die Klosterruine Eldena.

Ein Motiv, das Caspar David Friedrich immer wieder gewählt hat, ist die Klosterruine Eldena vor den Toren der Stadt. Durch Bilder wie "Abtei im Eichenwald" wurde das 1199 gegründete Zisterzienserkloster weltberühmt. Nach der Säkularisation verfiel die Anlage im 17. Jahrhundert zusehends. Erst mit Beginn der Romantik wurden Anfang des 19. Jahrhunderts erste Maßnahmen ergriffen, um die Reste des Bauwerks zu konservieren. Erhalten geblieben sind unter anderem die Westwand und die für die Zisterzienser-Architektur typischen monumentalen Spitzbogenfenster. Heute finden in der Klosterruine vor allem kulturelle Veranstaltungen statt.

Alte Fischerdörfer am Bodden

Lohnend ist ein Ausflug an den Greifswalder Bodden. Dort liegt das ehemalige Fischerdorf Wieck, das heute ein Ortsteil der Hansestadt Greifswald ist. Wahrzeichen und beliebtes Fotomotiv des kleinen Ortes ist die über 800 Jahre alte Wiecker Klappbrücke. Seit 1951 hat das Segelschulschiff "Greif", zu DDR-Zeiten "Wilhelm Pieck", in Wiek seinen Heimathafen. In den Sommermonaten ist Wieck mit seinen vielen reetgedeckten Häusern und dem kleinen Fischereihafen ein beliebteste Ausflugsziel.

Idyllisch und verträumt wirkt auch das kleine Fischerdörfchen Freest. Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise vor fast einem Jahrhundert hatten dort die Fischer mit dem Knüpfen von Teppichen begonnen, um sich etwas Geld dazu zu verdienen. Die sogenannten Fischerteppiche aus Schafwolle besitzen eine ganz eigene nordische Ornamentik. Das Heimatmuseum in einem ehemaligen Zollhaus zeigt neben alten Wohneinrichtungen und einem damaligen Schulzimmer mehrere besonders schöne Fischerteppiche.

Greifswald - Vorne die Uni, hinten das Meer

Karte: Sehenswürdigkeiten in Greifswalds Altstadt
Weitere Informationen

Tierpark Greifswald

Rund um den Schwanenteich leben Tierarten wie Stachelschwein, Präriehund und Erdmännchen. Pflanzenfreunde begegnen botanischen Raritäten wie Sumpfzypresse und Blumenesche. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Nordtour | 03.12.2016 | 18:00 Uhr