Verkehrsmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern
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Mit dem Kanu kommen Urlauber auf der Peene der Natur am nächsten.
Wer das Peenetal kennenlernen möchte, sollte mit dem Boot fahren. Denn vom Wasser aus lassen sich die 85 Kilometer vom Kummerower See bis zur Mündung der Peene in den Peenestrom östlich von Anklam am besten entdecken. Die Landschaft im Osten Mecklenburg-Vorpommerns strahlt Ruhe aus. Selbst die Peene, ein stattlicher Fluss, fließt träge durch die Region und wird daher "Amazonas des Nordens" genannt. Die Peene ist Lebensader eines der größten zusammenhängenden Niedermoorgebiete Mittel- und Westeuropas mit einer Fläche von etwa 20.000 Hektar.
Im Gegensatz zu Hochmooren haben Niedermoore Kontakt zum Grundwasser. Sie sind daher von einem konstanten Wasserstand in ihrer Umgebung abhängig. In Niedermooren wachen überwiegend niedrige Pflanzen wie Sauergräser, Moose und Röhrich. Geringer Sauerstoffgehalt an den Wurzeln führt dazu, dass sich aus Pflanzenresten Torf bildet. Beträgt die Torfschicht mindestens 30 Zentimeter, spricht man von einem Moor.
Typische, selten gewordene Pflanzen wie Ostsee-Knabenkraut, Mehl-Primel oder verschiedene Sumpfblumen, aber auch etwa zwölf Orchideen-Arten breiten sich dort aus. Ebenso haben viele Tiere ihre Heimat in der Peene und an ihren weitgehend naturbelassenen Ufern. Keine Staustufe, kein Wehr hält den Fluss auf, in dem allein fast 40 Fischarten leben - soviel wie in keinem anderen Fließgewässer Mecklenburg-Vorpommerns. Dazu kommen mehr als 150 Vogelarten, Amphibien, unzählige Insekten und Biber.
Seit 2011 steht diese Landschaft unter Schutz: als Naturpark Flusslandschaft Peenetal. Der achte Naturpark im Nordosten ist das Ergebnis des bislang größten Naturschutzprojektes in Deutschland. Von 1992 bis 2009 flossen 28,5 Millionen Euro in die Renaturierung von rund 40.000 Hektar des Peenetals, die zuvor weitgehend als landwirtschaftliche Flächen genutzt wurden. Jetzt verbindet der Naturpark fünf kleinere Naturschutzgebiete, die bereits zuvor bestanden.
Sanfter Tourismus soll auch eine wirtschaftliche Alternative für die Bewohner des dünn besiedelten Landstrichs bieten. Der Schwerpunkt liegt bisher auf dem Wasser- und Angeltourismus. Zahlreiche Rastplätze für Wasserwanderer, Stadthäfen wie in Demmin und Anklam, Fahrten mit Ausflugsschiffen sowie Kanu-Verleiher bieten viele Möglichkeiten, die Flusslandschaft zu erkunden - etwa um Biber zu beobachten. Wer in der Dämmerung mit dem Boot unterwegs ist, sieht mit etwas Glück bis zu 20 dieser kräftigen Nager.
Gleichzeitig ist die Peene Bundeswasserstraße und darf auch von größeren Motorschiffen befahren werden. Selbst Flusskreuzfahrtschiffe sind dort gelegentlich unterwegs.
Eine Anlaufstelle für Besucher des Naturparks entsteht derzeit in einem neuen Reetdachhaus im kleinen Ort Stolpe. Dort wird auch die Park-Verwaltung mit ihren sechs Mitarbeitern einziehen, die ihren Sitz derzeit noch in Anklam hat (siehe Box rechts). Park-Ranger bieten regelmäßig geführte Touren an, etwa von Mai bis September freitags eine Radtour ab Anklam oder montags eine Moorwanderung ab dem Hafen Menzlin. Die Parkverwaltung plant, künftig weitere Wege für Fußgänger oder Radfahrer auszuschildern, um das Peenetal auch von Land aus besser für Besucher zu erschließen.
Nach einem Engpass in Anklam fließt die Peene in ihr Mündungsdelta.
Von Anklam aus, der größten Stadt im Peenetal, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Natur zu erkunden, ob bei Wanderungen durch wiedervernässte Wiesen, einer Kanutour oder Radtouren. Auf dem neu gestalteten Marktplatz im Zentrum der Altstadt zeigt die Hansestadt ihre Geschichte in gepflasterten "Jahrhundertbändern": von 1243, der ersten Erwähnung Anklams, über die Blütezeit im 15. Jahrhundert, die französischen Besetzung 1806 bis zur Neuzeit. Auch das Museum im Steintor verschafft Besuchern einen anschaulichen Blick auf die Historie der Stadt - und einen aktuellen Überblick aus der fünften Etage des 32 Meter hohen Torhauses im Stil der Backsteingotik. Ein weiteres Museum widmet sich dem Flugpionier Otto Lilienthal, der am 23. Mai 1848 in Anklam zur Welt kam und bis 1864 dort das Gymnasium besuchte.