Sonntagsspaziergang im Waldhusener Forst

von Maxi Schmeißer

Der Waldhusener Forst gehört zu den schönsten Erholungsgebieten Lübecks. Auf 400 Hektar erstreckt sich der urige Wald, der voller historischer Schätze ist. Der archäologisch-naturkundliche Wanderweg im Waldhusener Forst lädt ein, diese bei einem Spaziergang zu entdecken und zu bestaunen. NDR 1 Welle Nord Reporterin Maxi Schmeißer hat sich an die Fersen eines Försters geheftet, um auf Entdeckungsreise zu gehen.

Idyllische Ruhe im Wald

Der Waldhusener Forst liegt im Nordosten Lübecks und wird von Kreuzkamp, Pöppendorf, Kücknitz, Siems und Offendorf umschlossen. Ursprünglich war der Waldhusener Forst ein Buchenwald. Durch das jahrhundertelange Bewirtschaften der umliegenden Dörfer wurden viele Buchen gefällt und neue Bäume gepflanzt. Heute wachsen hier unter anderem Fichten, Eichen und Douglasien. Der Wald lädt zum Erholen ein, nichts ist vom Lärm der Stadt zu hören. 

Brunnen liefern Lübecker Trinkwasser

Der Waldhusener Forst dient jedoch nicht nur der Naherholung. Auch heute wird hier noch Waldwirtschaft betrieben. An viele Stellen lagern bereits gefällte Bäume. Es wird jedoch versucht, so naturnah wie möglich zu arbeiten und nicht sinnlos zu roden. Was viele nicht wissen ist, dass bis heute noch 40 Prozent des Lübecker Trinkwassers aus den Tiefen des Waldhusener Forsts gewonnen werden. Dafür fördern im Wald verteilt, verschiedene Brunnen das Wasser aus dem Boden.

Wegbeschreibung

Start des archäologisch-naturkundlichen Wanderwegs ist der Parkplatz an der Pöppendorfer Allee direkt im Waldhusener Weg. Diesen erreicht man von der B226 kommend über die Landstraße. Eine Schautafel am Anfang des Weges zeigt die Route des etwa sechs Kilometer langen Rundweges an. Dieser führt im Kreis an 21 ausgewählten Sehenswürdigkeiten vorbei. Darunter sind neben historischen Grenzsteinen auch ausgegrabene Hünengräber. Für einen ausführlichen Spaziergang braucht man ungefähr zwei Stunden. Falls man die mit einem Mal nicht schafft, kann man durch die verzweigten Wege jederzeit abbrechen und beim nächsten Mal weiter laufen.

Mehr als 100 Hügelgräber aus der Bronzezeit

Ein Haufen gestapeltes Holz im Waldhusener Forst. © NDR Fotograf: Maxi Schmeißer Detailansicht des Bildes Der Waldhusener Forst wird immer noch bewirtschaftet. An einigen Stellen liegen Bäume, die bereits gefällt wurden. Der Waldhusener Forst und seine nähere Umgebung ist bis heute besonders reich an Bodendenkmälern. Im Wald befinden sich bis heute viele Erdwälle, die früher für die Flureinteilungen der umliegenden Dorfgemeinschaften dienten. Außerdem beherbergt der Waldhusener Forst noch mehr als 100 Hügelgräber aus der Bronzezeit (3.800 bis 2.600 vor Christus). Erstaunlich ist ebenso, dass hier auch slawische Hügelgräber aus der Zeit um 900 nach Christus erhalten geblieben sind. Gleich in der Nähe eines solchen Hügelgrabes befindet sich auch die slawische Burganlage des Pöppendorfer Ringwalls. Eine steile Treppe führt empor auf den Wall. Von hier aus hat der Besucher einen Ausblick auf das Areal der ehemaligen slawischen Anlage. Hierher flüchteten sich die Menschen, wenn sie sich von anderen bedroht fühlten.

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Moosbedecktes Holz ragt unter einer Laubdecke hervor. © NDR Fotograf: Maxi Schmeißer
 
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Hier finden Sie eine Übersichtskarte und weitere Informationen zum Waldhusener Forst.

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