Ostfriesische Inseln - die sieben Schönheiten
Unendliche Weite, eine frische Brise und herrliche lange Strände machen ihren Reiz aus. mehr
Gut zwei Stunden dauert die Überfahrt mit der Fähre auf die größte und westlichste der Ostfriesischen Inseln, aber das hat seine Vorteile: Auf der Fahrt können sich Besucher langsam auf ihren Inselaufenthalt einstimmen und die geografische Lage Borkums hat positive Auswirkungen auf das Klima. Neben Helgoland kann Borkum als einzige deutsche Insel mit Hochseeklima punkten - die pollenarme, jodhaltige Luft ist ideal zum Durchatmen und kann Atemwegserkrankungen kurieren. Außerdem ist Borkum mit durchschnittlich 2.000 Sonnenstunden im Jahr einer der sonnigsten Orte in Deutschland. Urlauber haben also reichlich Gelegenheit, den rund 26 Kilometer langen, feinen Sandstrand bei gutem Wetter zu genießen.
Allerdings lohnt es sich, den Urlaub auf Borkum nicht nur am Strand zu verbringen, denn die Insel bietet weitaus mehr: eine abwechslungsreiche Natur mit Dünen, Wald, Heide und Watt sowie eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Zu den Besonderheiten gehören etwa Greifvögel und seltene Orchideenarten. Etwa 120 Kilometer markierte Wanderwege führen über die Insel. Wer echte Ruhe sucht, sollte das Ostland besuchen. Dieser Inselteil ist nur sehr dünn besiedelt und ideal, um die Natur zu genießen.
Neben der inseltypischen Natur kann Borkum mit einer interessanten kulturellen Vergangenheit aufwarten, die im Heimatmuseum "Dykhus" dokumentiert ist. Zu den besonderen Exponaten gehört ein komplettes Pottwalskelett. Der Walfang, der im 18. Jahrhundert seine Blütezeit hatte und den Einwohnern zu etwas Wohlstand verhalf, spielte bei der Entwicklung der Insel eine wichtige Rolle. Nach seinem Niedergang versank Borkum zunächst in Armut und viele Menschen verließen die Insel. 1834 kamen die ersten Badegäste, 1850 erfolgte die Anerkennung als Nordseebad. Seitdem ist der Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig.
Gut 60 Meter hoch ist der Neue Leuchtturm im Westen der Insel.
Mit seiner exponierten Lage am westlichen Rand der ostfriesischen Inselgruppe ist Borkum ein wichtiger Orientierungspunkt für die Schifffahrt in der Deutschen Bucht. Seezeichen und Leuchttürme spielen deshalb bis heute eine große Rolle. Der Neue Leuchtturm steht im Westen der Insel, ist gut 60 Meter hoch und wurde 1879 aus schwarzbraunen Ziegelsteinen erbaut. Er ist bis heute in Betrieb, dient zum einen als Tagesmarke und zum anderen als sogenanntes Seefeuer. Nachts orientieren sich Schiffe vor der Emsmündung an ihm. 315 Stufen führen auf die Plattform, die in der Saison für Besucher geöffnet ist und einen wunderbaren Blick über die Insel bietet.
Einst diente der rot-weiße Leuchtturm Schiffen zur Orientierung, heute trägt er ein Radarsystem.
Knapp 28 Meter hoch und rot-weiß-gestreift ist der kleine, elektrische Leuchtturm. Er wurde 1889 im Südwesten Borkums auf einer Düne errichtet und war der erste für den elektrischen Betrieb gebaute Leuchtturm in Deutschland. Seit 2004 ist er nicht mehr in Betrieb, da das Fahrwasser, für das er bestimmt war, inzwischen von einer Sandbank durchwandert wird. Stattdessen dient er als Träger für ein Radarsystem. Der markante Alte Leuchtturm auf dem Walfängerfriedhof erfüllt heute ebenfalls einen anderen Zweck. Der quadratische Backsteinbau gehört dem Heimatverein Borkum e.V., der ihn umfassend renoviert hat. Im ehemaligen Wachraum wurde eine ostfriesische Teestube eingerichtet, die auch für Trauungen in luftiger Höhe genutzt werden kann.
Das ehemalige Feuerschiff "Borkum Riff" liegt im Neuen Hafen. An Bord ist eine Ausstellung über das Wattenmeer zu sehen.
Teile von Borkum und des angrenzenden Wattenmeers gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Das bedeutet, dass es dort eine besondere Tier- und Pflanzenwelt gibt, die geschützt werden soll. Dazu zählen unter anderem viele Vogelarten sowie Seehunde. Natürlich können Besucher diese einzigartige Natur auch erkunden und genießen. Exkursionen unter professioneller Führung geben dazu Gelegenheit. Die erfahrenen und staatlich geprüften Wattführer informieren über den faszinierenden Lebensraum Watt und beantworten Fragen. Umfangreiche Informationen über das Wattenmeer und seinen Schutz erhalten Urlauber auch auf dem Nationalparkschiff, dem ehemaligen Feuerschiff "Borkum Riff", das im Neuen Hafen liegt. Dort gibt es unter anderem ein Wattboden-Modell zu sehen.