Osnabrück: Buntes Zentrum mit Tradition

Osnabrück im Südwesten Niedersachens ist mit gut 160.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes - nach Hannover und Braunschweig. Für die Region an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen bildet sie das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum. Universität, Fachhochschule sowie der Bischofssitz mit Dom unterstreichen die Bedeutung.

Für einen hohen Freizeitwert der Stadt sorgt ihre Lage zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge. Auch in der Stadt ist der Weg zu Grünflächen selten weit: Wie grüne Finger weisen sie in Richtung Zentrum.

In der Altstadt wird die lange Geschichte Osnabrücks deutlich. Vor mehr als 1.200 Jahren gründete Karl der Große eine Missionszelle am Knotenpunkt alter Handelsstraßen. Im 14. Jahrhundert war Osnabrück Mitglied der Hanse, stand im 19. Jahrhundert unter französischer Herrschaft und gehörte später zum Königreich Hannover und zu Preußen.

Westfälischer Friede

Historisches Rathaus in Osnabrück © dpa Im Friedenssaal des Rathauses fanden einst die langwierigen Verhandlungen statt, die 1648 zum Westfälischen Frieden führten. Das herausragende geschichtliche Ereignis fand im Jahr 1648 statt: In Osnabrück und im benachbarten Münster wurde der Westfälische Friede geschlossen. Nach Verhandlungen der europäischen Gesandten, die fünf Jahre dauerten, endete damit im Oktober 1648 der Dreißigjährige Krieg. Noch heute trägt Osnabrück daher den Beinamen "Friedensstadt".

Das Osnabrücker Rathaus

Das Rathaus in Osnabrück wurde nach 25 Jahren Bauzeit 1512 seiner Bestimmung übergeben. Es ist im spätgotischen Stil errichtet. Berühmt wurde das Rathaus vor allem durch die Verhandlungen zum Westfälischen Frieden, die dort zwischen 1643 und 1648 stattfanden. In den Rathäusern von Osnabrück und Münster wurde der Dreißigjährige Krieg schließlich mit dem Friedensschluss beendet. Auffälligstes Merkmal ist das rund 18 Meter hohe Walmdach. Es ist genauso hoch wie der Rest des Gebäudes vom Sockelgeschoss bis zur Dachtraufe. Unverkennbar ist der Festungscharakter, der durch sechs Türme geprägt wird.

Ein Zeugnis dieser Zeit ist der Friedenssaal des Rathauses, in dem die langwierigen Gespräche stattfanden. 42 Porträt-Gemälde von europäischen Gesandten zum Friedenskongress und den Herrschern jener Zeit, wie Ludwig XIV., Kaiser Ferdinand III. und Königin Christina von Schweden, schmücken die Wände des Saales. Das Rathaus wurde 1512 eröffnet und ist das bekannteste historische Gebäude der Stadt. Heute können Besucher dort unter anderem ein Stadtmodell besichtigen, das Osnabrück im Jahre 1633 darstellt. Außerdem dokumentiert die Dauerausstellung "Zerstörung und Aufbau" die Entwicklung der stark zerstörten Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg.

Dom mit langer Geschichte

Dom St. Petrus in Osnabrück © Dom St. Petrus Osnabrück Detailansicht des Bildes Massives Bauwerk mit romanisch-gotischer Fassade: der Dom St. Petrus Nur wenige Schritte vom Marktplatz mit seinen bunten Treppengiebeln entfernt steht der Dom Sankt Petrus am Ufer der Hase. Bereits 785 gab es dort die erste Kirche, die sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder veränderte. Ab 1200 entwickelte sich allmählich die heutige Form mit dem romanischen Vierungsturm und der romanisch-gotischen Westfassade. Zu den Kostbarkeiten, die die Jahrhunderte überstanden haben, gehört das bronzene Taufbecken aus dem Jahr 1225. Hausherr im Dom ist Bischof Franz-Josef Bode. Zu seinem Bistum Osnabrück gehören rund 580.000 Katholiken. 2008 trafen sich mehr als 60.000 Gläubige zum Deutschen Katholikentag in Osnabrück.

Wissenschaft und Kultur

Spaziergänger im Schlossgarten Osnabrück © dpa Fotograf: Friso Gentsch Detailansicht des Bildes Studierende und Spaziergänger treffen sich gerne im Garten des Schlosses. Am Rande der Altstadt steht das Schloss aus dem 17. Jahrhundert. In seiner wechselvollen Geschichte diente es in der Zeit des Nationalsozialismus unter anderem als Folter-Gefängnis der Gestapo. Eine Gedenkstätte erinnert an diese mörderische Zeit. Heute hat die Verwaltung der Universität ihren Sitz in dem Gebäude. Weitere Häuser der Hochschule und die Stadthalle gruppieren sich um den Schlossgarten, der im Sommer ein beliebter Treffpunkt der rund 9.000 Studierenden ist.

Einen Besuch lohnt das Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum im historischen Stadtkern. Es hält das Andenken an den 1898 in Osnabrück geborenen Autor lebendig. Remarque, der mit dem 1929 erschienenen Antikriegsroman "Im Westen nichts Neues" berühmt wurde, verbrachte seine Kindheit und Jugend in seiner Geburtsstadt. Ebenfalls aus Osnabrück stammt Felix Nussbaum. Das Kulturgeschichtliche Museum widmet sich seit Jahrzehnten dem Werk des Malers, der 1904 geboren und 1944 in Auschwitz ermordet wurde. In den 90er-Jahren entwarf der renommierte Architekt Daniel Libeskind das Felix-Nussbaum-Haus. Seit 1999 zeigt es mehr als 160 Bilder des Künstlers und damit die weltweit umfangreichste Sammlung seiner Werke. Im benachbarten Kulturgeschichtlichen Museum ist eine Ausstellung zur Stadtgeschichte zu sehen. Beide Häuser präsentieren auch Sonderausstellungen.

Freizeit - von Shopping bis Zoo

Eine Frau steht im unterirdischen Zoo Osnabrück und blickt auf ein künstlich angelegtes Höhlensystem. © dpa Fotograf: Friso Gentsch Detailansicht des Bildes Im Osnabrücker Zoo kann man Einblicke in das unterirdische Leben von Mäsuen, Hamstern unhd anderen Erdbewohnern nehmen. In der Innenstadt wird die Bedeutung Osnabrücks als wirtschaftliches Zentrum der Region deutlich. Von der Johannisstraße über die Einkaufsmeile Große Straße bis zur Altstadt laden viele Geschäfte zu einer Shoppingtour ein und locken auch zahlreiche Besucher aus dem Umland an. Wer die Natur schätzt, sollte einen Besuch im Botanischen Garten nicht verpassen, der in einem ehemaligen Steinbruch angelegt wurde. Schautafeln informieren über geologische Detais der Millionen Jahre alten Muschelkalk-Schichten. Themengärten und ein Regenwaldhaus zeigen Hunderte heimische und exotische Pflanzen.

Im Osnabrücker Zoo haben mehr als 2.000 Tiere aus aller Welt eine Heimat gefunden. Ungewöhnlichstes Projekt ist ein begehbares Höhlensystem, das das unterirdische Leben von Hamstern, Feldmäusen und anderen Erdbewohnern zeigt.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 11.02.2012 / 18:00 Uhr

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Zeitgenössische Schrift, die den Friedensschluss des Dreißígjährigen Krieges verkündet. © dpa
 
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25. Oktober 1648: Verkündung des Westfälischen Friedens

Rund sieben Millionen Opfer hatte der Dreißigjährige Krieg gefordert.

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Auskunft

Tourist-Information Osnabrück

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49074 Osnabrück
Tel. (0541) 323-22 02

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