Sonntagsspaziergang auf dem Obstbaumlehrpfad
Reporterin Antje Martin erkundet die Strecke entlang der alten Bahntrasse.
Audiobeitrag starten (02:04 min)Wer Lust hat auf frisches Obst, gerne wandert, Eisenbahnfan ist oder eine Radtour plant, dem wird zwischen Henstedt-Ulzburg und Bad Oldesloe alles geboten. Dort ist die ehemalige Bahntrasse zu einem Kiessandweg geworden und besonders im Frühjahr und Herbst begeistert dort Europas längster Obstbaumlehrpfad.
Von Bad Oldesloe nach Henstedt-Ulzburg oder doch lieber umgekehrt? Egal wie, die Landschaft entlang der gut 23 Kilometer langen ehemaligen Bahntrasse ist äußerst abwechslungsreich. Mal läuft es sich auf dem ehemaligen Bahndamm wie auf einem Deich und der Blick schweift über Wiesen, Weiden und Felder. Dann wieder führt der Weg durch die Hügel der Eiszeit-Endmoränen oder Wald schmiegt sich rechts und links dicht an die Strecke.
Da die Strecke für die Bahnschienen gerade und eben angelegt wurde, ist der Rad- und Wanderweg leicht zu bewältigen und auch für Kinder- oder Fahrradanhänger gut geeignet. Wo die Trasse eine Landstraße kreuzt, lassen sich teilweise noch die Reste der früheren Steinbrücken über die in den 70er Jahren stillgelegte Bahntrasse erkennen.
In Wakendorf und Grabau stehen noch die alten Bahnhofsgebäude, die inzwischen als Wohnhäuser dienen. In Blumendorf sind noch die Schienen zu erkennen. Außerdem laden die Götzberger Mühle bei Henstedt-Ulzburg oder der Findlingspark bei Grabau und viele andere Stationen zu weiteren Ausflügen jenseits der Trasse ein.
Mehr als 160 Obstbäume stehen entlang der gut 23 Kilometer langen Strecke. Damit ist es der längste Lehrpfad dieser Art in Europa. Birnen, Kirschen, Pflaumen und Äpfel warten nur darauf, dass sich Spaziergänger bedienen. So läßt sich testen, welche Sorte wie schmeckt und welche sich vielleicht im eigenen Garten gut machen würde.
Außerdem stellt der Obstlehrpfad auch einen einzigartigen Genpool dar, da dort viele ältere, fast schon vergessene Sorten angepflanzt wurden. Die Beschilderung der Bäume mit Erklärungen zu Wuchs, Reifezeit und Herkunft sind leider in sehr unterschiedlichem Zustand. Einige sind durch Sonne und Wind stark verblichen. Das soll sich aber bald ändern, Natur- und Landschaftsführer der Aktivregion Alsterland setzen sich dafür ein. Sie sind auch Ansprechpartner für Führungen (www.landschaftsführer-sh.de).
Wer einen Ausflug auf der alten Bahntrasse plant, kann diese tatsächlich gut mit der Bahn erreichen. Nach Henstedt-Ulzburg fährt die AKN und nach Bad Oldesloe die Deutsche Bahn. So lassen sich auch Fahrräder gut transportieren. Wer mehr Zeit oder trainiertere Beine hat, kann über Henstedt-Ulzburg auch weiter bis nach Elmshorn radeln. Dort führt die Strecke allerdings teilweise entlang der Straße.