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Ein nachgebautes Trojanisches Pferd weist den Weg zum Schliemann-Museum.
Dichtung oder Wahrheit? Der Historiker-Streit über den Krieg um Troja und den Schatz des Priamos dauert an. Unstrittig ist, dass der Mecklenburger Heinrich Schliemann im Jahr 1873 bei Ausgrabungen im Nordwesten der Türkei einen sagenhaften Schatz fand. Seitdem ist er einer der bekanntesten Altertumsforscher weltweit. Schliemann wurde am 6. Januar 1822 als Sohn eines Pfarres in Neubukow geboren. Ein Jahr später zog die Familie nach Ankershagen an der Müritz, wo Heinrich acht Jahre lang lebte. Seit 1980 hält dort das Heinrich-Schliemann-Museum die Erinnerung an den Weltreisenden, Kaufmann und Schatzsucher wach. Sitz des Museums ist das damalige Elternhaus Schliemanns, ein Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert.
Der Schliemann-Wanderweg in Ankershagen am Müritz-Nationalpark erinnert an den bekannten Archäologen. Stationen sind das Pfarramt, das Haus seiner Kindheit und ein Museum.
Der gebürtige Mecklenburger Heinrich Schliemann entdecke 1873 einen Goldschatz.
Eine Dauerausstellung im Erdgeschoss des ehemaligen Pfarrhauses erinnert an die Jugend Schliemanns in Mecklenburg, seine Jahre in Amsterdam und den USA sowie seinen Aufstieg zu einem wohlhabenden Kaufmann im russischen St. Petersburg. Dabei finden sich immer wieder Bezüge nach Mecklenburg: Schliemann hielt Kontakt zu seinen Geschwistern und Jugendfreunden. Außerdem dokumentiert das Museum Schliemanns Grabungen auf der Suche nach Troja, der legendären Stadt, die der griechische Dichter Homer 700 Jahre vor Christus beschrieben hat. Einige Nachbildungen zeigen antike Fundstücke aus dem Fund Schliemanns, dem sogenannten Schatz des Priamos.
Die Originale hatte Schliemann zu Lebzeiten dem deutschen Staat geschenkt. Bis 1939 waren sie im Museum für Völkerkunde in Berlin zu sehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte die Rote Armee große Teile davon, unter anderem den legendären Goldschatz, als Beutekunst nach Russland. Dort befinden sie sich noch heute.
Viele Originale aus den Funden Schliemanns sind heute im Neuen Museum in Berlin zu sehen.
Die weltweit umfassendste Schau der Funde Schliemanns präsentiert heute das Neue Museum in Berlin in seiner "Sammlung Trojanischer Altertümer". Seit 2009 sind viele Originale sowie einige Duplikate in einem eigenen Saal zu sehen. Einer der Höhepunkte ist das große Silbergefäß, in dem der Goldschatz des Priamos 4.000 Jahre lang ruhte. Insgesamt gehören zu Schliemanns Funden mehr als 30.000 Exponate.
Im Dachgeschoss des Museums in Ankershagen wenden sich die Organisatoren im ehemaligen Kinderzimmer Schliemanns an junge Besucher. An acht interaktiven Stationen können sie unter anderem die Aufgaben eines Archäologen kennenlernen und den nachgebildeten Burghügel von Troja Schicht für Schicht abtragen. So begeben sie sich auf die Spuren Schliemanns, der in das Original einen 40 Meter breiten und 17 Meter tiefen Graben gezogen hatte.
Sonderausstellungen zu historischen Themen, Vorträge im ehemaligen Stallgebäude und Veröffentlichungen runden die Aktivitäten des Heinrich-Schliemann-Museums ab.
Heinrich Schliemann starb am 20. Dezember 1890 im Alter von 67 Jahren in Neapel. Sein Leichnahm ruht in einem Mausoleum auf dem Athener Zentralfriedhof.