Herbst bei den Müritzfischern in Boek
NDR 90,3 Reiseexperte Markus Lobsien hat die Müritzfischer besucht.
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Die Müritz - gerade auch im goldenen Herbst eine Reise wert.
Die Müritz im Herbst: Das sind unendliche Wälder am Ufer, klares Wasser und Wanderwege. Baden gehen um diese Zeit nur noch wenige, und auch mit dem Segeln wird es auf dem großen Gewässer langsam schwierig. Aber auch an Land lässt sich viel von der Faszination Müritz erleben - so zum Beispiel in Boek, einer kleinen Siedlung zwischen Rechlin und Waren am Ostufer.
Maränen, Aale und Zander - die Fischvielfalt der Müritz ist groß.
Hier treffen Besucher auf die Müritzfischer - und die haben immer etwas Interessantes von ihrer harten Arbeit zu erzählen. Die Müritzfischer sind ein Zusammenschluss von etwa sechs bis acht Pächtern, die GmbH beschäftigt insgesamt rund 100 Menschen. Die Fischer fangen in der sauberen und recht tiefen Müritz Maränen, Aale, Hechte, Zander oder Brassen. Verkauft wird die Ware an Ständen auf Märkten oder in einer Rotunde in Boek bei Rechlin. Im Sommer bietet die Müritz auch Angelspaß in Angelteichen, mit prächtigen Stören etwa. Die Saison dafür beginnt wieder im Mai. Jetzt im Herbst wird besonders gern Hecht verkauft und zubereitet, auch in Boek. Bei den am 9. Oktober zu Ende gehenden Müritzer Fischtagen gab es zahlreiche Veranstaltungen und Kochshows in Plau, Waren und auch Boek - und natürlich reichlich Fisch. Die Veranstaltung wird nächstes Jahr wieder aufgelegt. Schirmherrin in diesem Jahr war Sarah Wiener.
Den NDR 90,3 Reiseexperten Markus Lobsien hat das Anglerglück bereits ereilt.
Noch bis Ende Oktober ist das Fischereimuseum der Müritzfischer geöffnet. Es wurde 2007 eröffnet. Hier ist auch ein 54 Kilogramm schwerer Wels ausgestellt, der 2004 von einem der Fischer erbeutet wurde. Der präparierte Fisch ist ganze 2,14 Meter lang. Wer gern einmal selbst angeln will, kann über die Müritzfischer auch begleitete Angeltouren machen. Sie starten in Waren und kosten 35 Euro pro Angler, inklusive Angelberechtigungsschein. Noch bis in den Dezember hinein werden solche Touren angeboten.
Damit in den Herbstferien die Lektüre nicht knapp wird, gibt Reise! Reise! ein paar Lesetipps. Zunächst mit einem wirklich lustigen Werk des Hamburgers Marc Bielefeld. "Sturzflug mit Krokodil: Abenteuer zwischen Himmel, Hölle und sonstwo - Nachmachen erlaubt!" heißt es. Marc Bielefeldt ist ein Reisejournalist, der von Zeitungen wie der "Süddeutschen" oder dem Magazin "Stern" in alle Welt gesandt wird. Da geht es zum Beispiel ins Outback Australiens, wo er als ungeübter Reiter mit knallrotem Kopf Meile um Meile durch den Staub zurücklegt - bei 45 Grad Celsius, versteht sich. Oder er bewältigt seinen ersten Solofallschirmsprung über Schleswig-Holstein. Als Leser leidet man ordentlich mit. Allerdings schreibt der Autor gleich zu Beginn, er hasse es, nur langweilig spazieren zu gehen. Das hat er dann davon.
ISBN: 978-3-453-60165-9, Heyne, 368 Seiten, Preis: 8,99 Euro.
"Stille Watten, weites Meer" - besser könnte ein Bildband über unser Wattenmeer nicht heißen. Der Delius Klasing Verlag zeigt auf 144 Seiten gleich 133 Farbfotos, die das Leben zwischen Sylt und Borkum, beziehungsweise im Watt um die Inseln, hervorragend einfangen. Nico Krauss war im Matsch und auf Sandbänken unterwegs und knipste, was das Kamerazeug hielt. Ständiger Wechsel des Lichts, auflaufendes, dann wieder ablaufendes Wasser, heftige Winde - alles nahm er in Kauf für das Foto vom Watt. Es ist nicht das Foto geworden, sondern ein opulent aufgemachter Bildband mit 133 davon. Das tut dem Auge gut, auch wenn man gerade nicht ans Meer zum Watt fahren kann.
ISBN: 978-3-7688-3321-9, Delius Klasing, 141 Seiten, Preis: 24,90 Euro.
Vor 100 Jahren versuchten zwei Teams separat, den geografischen Südpol zu erreichen. Ohne Outdoorbekleidung, ohne GPS, ohne Webcams. Die beiden Teams wurden vom Briten Robert Scott und dem Norweger Roald Amundsen geleitet. Viel ist schon über diesen Wettlauf zum Pol geschrieben worden. Was das neue Buch "Der tödliche Wettlauf zum Pol" aus dem Verlag Frederking und Thaler besonders macht, ist, dass hier neue Fotos von damals zu sehen sind. Auch befasst sich Autor Peter Laufmann besonders mit dem Virus, das Scott und Amundsen gleichermaßen befallen hatte: das Virus, als erster am Pol zu sein, koste es, was es wolle. Scott verlor dabei bekanntlich sein Leben, Amundsen kehrte als Nationalheld nach Norwegen zurück. Ein packendes, bewegendes Buch zum Jubiläumsjahr.
ISBN: 978-3-89405-905-7, Frederking und Thaler, 136 Seiten, Preis: 24,95 Euro.