Verkehrsmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern
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Ruhige Orte und Naturparadiese sind in der Regel recht abgeschieden und nicht leicht zu erreichen. Poel bildet da eine Ausnahme: Mecklenburgs größte Insel liegt in Sichtweite der Hansestadt Wismar in der Ostsee. Auch die Anreise ist unkompliziert, denn ein Damm führt direkt dorthin.
Felder, Wiesen und Naturstrände prägen die nur etwa 20 Kilometer lange Insel.
Das rund 37 Quadratkilometer große Eiland besticht durch seine intakte Tier- und Pflanzenwelt. Felder, Wiesen und schöne Sandstrände prägen die Landschaft. Da die Insel flach und nicht sehr groß ist, lässt sie sich gut mit dem Fahrrad erkunden. 20 Kilometer lang ist der ausgeschilderte Rundkurs, der auf einem Großteil der Strecke einen freien Blick aufs Wasser bietet. Außerdem gibt es verschiedene kürzere Touren, eine entsprechende Karte ist bei der Kurverwaltung erhältlich. Für Reiter bietet die Insel ebenfalls gute Möglichkeiten, etwa Ausritte am Strand.
Ein Teil der Insel steht unter Naturschutz, zum Beispiel Rustwerder im Südwesten. Die dortigen Salzwiesen sind ein idealer Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen. Die kleine Insel Langenwerder im Norden Poels ist bereits seit 1910 Seevogelschutzgebiet, dort leben und nisten viele Vogelarten, unter anderem verschiedene Möwen, Brandgänse, Austernfischer und Schwalben. Außerdem bietet das Gebiet im Frühjahr und Herbst einen Rastplatz für Zugvögel wie Kraniche. Die Insel ist grundsätzlich nicht zugänglich, Besucher können Langenwerder aber außerhalb der Brutzeiten im Rahmen einer ornithologischen Führung in kleinen Gruppen erkunden.
Hauptort und geografischer Mittelpunkt der Insel ist Kirchdorf. Dort befindet sich auch einer der beiden Häfen sowie das Wahrzeichen Poels - die Inselkirche aus Backstein im romantisch-gotischen Stil. Ihr 47 Meter hoher Turm ist schon von Weitem zu sehen. Unweit der Kirche können Reste des Schlosswalls besichtigt werden. Sie waren Teil der Festungsanlage, die einst das Schloss des Mecklenburgischen Herzogs Johann Albrecht der II. umgab. Die Anlage wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Wie sie ausgesehen hat, zeigt ein Modell im Heimatmuseum. Die Ausstellung dokumentiert außerdem die Geschichte der Insel sowie die Traditionen und Lebensweise der Bewohner.
Bootstour auf dem Kirchsee
Genau in der Mitte bei Kirchdorf liegt der Kirchsee, Startpunkt für viele Segler Richtung Ostsee. Der Kirchsee ist ein Teil der Wismarer Bucht und - anders als der Name vermuten lässt - kein See, sondern eine tief von Süden in die Insel Poel einschneidende Bucht. Touristen können den Kirchsee auch ohne Segel- oder Bootsführerschein befahren. Motorboote gibt es im Verleih, nach einer kurzen Einweisung geht es los. Die Boote bieten Platz für vier Personen. Eine Stunde Fahrt kostet 20 Euro inklusive Sprit und Haftpflichtversicherung. Die Ufer des Kirchsees, der etwa drei Kilometer lang ist, sind mit Steilküste und flachen Sandufern landschaftlich sehr abwechslungsreich.