Mecklenburg: Kultur und Natur ganz nah
Felder, Wälder, Seen, alte Städte und Alleen geben der Region ihr Gesicht. mehr
Rund 90 Seen, wie dieser kleine Waldsee bei Brüel, prägen die Landschaft des Naturparks.
Wälder, Seen und Mecklenburgs zweitlängster Fluss, die Warnow, prägen das Sternberger Seenland. Urlauber finden in dem 2005 geschaffenen Naturpark östlich des Schweriner Sees und rund um die kleinen Orte Neukloster, Warin und Sternberg ein ursprüngliches Stück Natur. Biber und Bachforellen, Seeadler und Fischotter sind in der wasserreichen Landschaft zu Hause. Im Warnow-Mildenitz-Durchbruchstal mit seinen schönen Mischwäldern ragen die Steilhänge bis zu 30 Meter auf. Zum Naturpark gehört auch die größte Binnensalzwiese Mecklenburg-Vorpommerns bei Sülten. Hier wachsen viel seltene salzliebende Pflanzenarten.
Eine Holzbrücke führt hier bei Groß Görnow über die Warnow - ein herrliches Revier für Kanuwanderungen.
Aktivurlauber finden im Sternberger Seenland ideale Bedingungen zum Radfahren, Wandern und vor allem zum Wasserwandern. Allerdings ist der Abschnitt beim Warnow-Durchbruchstal wegen seiner starken Strömung und seiner wildwasserartigen Beschaffenheit nur erfahrenen Kanuten und Paddlern zu empfehlen. Vor und hinter diesem Abschnitt zeigt sich die Warnow aber wieder von ihrer gutmütigen Seite.
Ein guter Ausgangspunkt für alle, die lieber zu Fuß statt mit dem Boot unterwegs sind, ist das Naturparkzentrum in Warin (Am Markt 1, geöffnet Mai bis September täglich von 10 - 18 Uhr, Oktober bis April nur Mo - Fr, 10 - 16 Uhr). Hier können sich Besucher über die Tier- und Pflanzenwelt sowie lohnende Ausflugsziele im Naturpark informieren und einen Entdecker-Rucksack für die Wanderung ausleihen.
Zum Verzehr nicht geeignet: Der Sternberger Kuchen besteht aus Schichten versteinerter Muscheln, Schnecken und anderer Meerestiere.
Wer auf seinen Touren durch das Sternberger Seenland die Augen aufhält, findet mit Glück auch ein Stück Sternberger Kuchen. Dabei handelt es sich allerdings nicht etwa um eine kulinarische Spezialität der Region, sondern um ein rund 25 Millionen Jahre altes Gestein. In den an einen geschichteten Kuchen erinnernden Sandsteinstücken finden sich dicht an dicht fossile Muscheln, Schnecken und Haifischzähne. Sie stammen von Tieren, die vor vielen Jahrmillionen in einem Meer lebten, das damals weite Teile Europas bedeckte. Durch Eiszeit und Gletschertransporte gerieten die Fossilien später an die Erdoberfläche.
Sehenswert ist das Freilichtmuseum von Groß Raden mit seiner rekonstruierten Ringwallburg.
Von der kulturhistorischen Bedeutung des Landstrichs und der frühen Besiedlung durch slawische Stämme zeugt die Slawenburg Groß Raden. Der mehr als 1.000 Jahre alte Tempelort mit seinem Ringwall wurde rekonstruiert und ist heute ein archäologisches Freilichtmuseum.
Ende des 12. Jahrhundert begann die Einwanderung deutscher Siedler. Aus dem 13. Jahrhundert stammen mehrere Klöster, darunter Neukloster, Temzin, Rühn und Dobbertin. Die Reste der Anlagen sind heute zu besichtigen. Über Jahrhunderte lebten die Menschen in der Region vor allem von der Landwirtschaft und dem Fischfang. Noch heute wohnen in den kleinen Orten viele alteingesessene Fischerfamilien. Erst in jüngerer Zeit hat sich der Tourismus zu einer weiteren wichtigen Einnahme entwickelt.