Lüneburg - Salz, Stint und Studenten

Lüneburgs "Bachkirche": St. Michaelis

Blick über Lüneburg vom Kalkberg aus - im Vordergrund die Michaeliskirche, rechts die Johanniskirche. © Britta Probol Detailansicht des Bildes Der mächtige Bau der Michaeliskirche stammt aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Im Gebiet der westlichen Altstadt gibt es noch mehr unterirdische Zeugnisse der Vergangenheit zu entdecken. Ausgrabungen legten Reste eines ehemaligen Benediktinerklosters frei. Die alten Gewölbe sind vermutlich Teil des Kapitelsaals, des Hauptversammlungsraums der Mönche. Sie liegen gleich nördlich der St.-Michaelis-Kirche, deren trutziger Turm von einer barocken Haube mit Dachlaterne gekrönt wird. Urkunden belegen, dass schon im Jahr 956 ein Michaeliskloster in der Burg der Billunger auf dem Kalkberg stand.

St. Johannis in Kürze

Bau: 1289-1308, Erweiterungen im 14. und 15. Jh.
Besonderheit: Der mehr als 108 m hohe Turm ist einer der höchsten Kirchtürme Niedersachsens; durch eine Verformung des Dachstuhls wirkt er von allen Seiten aus betrachtet schief.
Architektur: St. Johannis liegt wie ihre Nachbarinnen St. Nicolai und St. Michaelis an der Europäischen Route der Backsteingotik
Konfession: evangelisch-lutherisch

Nach dem Schleifen dieser Feste 1371 wurden Kirche und Kloster innerhalb der Stadtmauern neu aufgebaut - dummerweise auf der Abbruchkante eines Salzstocks, was die Pfeiler im Kirchenschiff bis zu 70 Zentimeter aus dem Lot brachte. St. Michaelis wird auch "die Bachkirche des Nordens" genannt, denn hier hat einst Johann Sebastian Bach musiziert, der um 1700 als Jugendlicher die Partikularschule des Klosters besuchte.

Die jüngste Hauptkirche Lüneburgs ist St. Nicolai, deren Backsteinturm erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde.

Besuch im Salzmuseum

Salz, das "weiße Gold", bestimmte jahrhundertelang die Geschichte der Stadt. Es war wertvoll und begehrt, wurde über Lübeck im ganzen Ostseeraum gehandelt und diente in erster Linie zur Konservierung von Lebensmitteln wie Hering. Aus Salzstollen, die bis zu 20 Meter unter die Erde führten, beförderten die Lüneburger die Sole, eine Salzwasserlösung, an die Erdoberfläche. Dort wurde die Sole in Wannen auf Feuer erhitzt: Das Wasser verdampfte, das Salz kristallisierte aus. Wie das genau funktioniert und wie sich Salzkristalle anfühlen, können Besucher im Deutschen Salzmuseum erfahren. Das Haus steht am Ort der alten Produktionsstätten, die 1980 geschlossen wurden, und versteht sich als "Museum zum Anfassen". Es vermittelt auf anschauliche Weise Wissenswertes über Salz und dessen Bedeutung.

Weitere Informationen
Ein Salzsieder führt im Deutschen Salzmuseum in Lüneburg die Verarbeitung von Salz vor. © picture-alliance/HB-Verlag Fotograf: Urs F. Kluyver
 

Auf den Spuren des Salzes

Schmecken und Anfassen sind im deutschen Salzmuseum in Lüneburg ausdrücklich erlaubt. So macht es auch Kindern Spaß, Wissenswertes und Kurioses über Salz zu erfahren. mehr

Entspannen in der Salztherme

Salz ist auch das Thema im "Salü" - der Salztherme am alten Kurpark. Dort können Besucher in verschiedenen Salzwasserbecken, zum Beispiel einem Wellenbad und einem Sole-Außenbecken, baden und entspannen. Das Wasser enthält bis zu vier Prozent Sole. Zusätzlich bietet die Therme verschiedene Saunen, Wellness-Anwendungen, ein spezielles Kinderbecken und eine Riesenrutsche.

Ausflugstipps
Zug des Heide-Express © Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg e.V.
 

Auf Nebenstrecken durch die Heide

Ob mit dem Triebwagen oder im historischen Zug mit der Diesellok: Der Heide-Express fährt auf landschaftlich reizvollen Routen durch die Lüneburger Heide und an die Elbe. mehr

Der Radweg entlang des Elbe-Lübeck-Kanals. © NDR/Friedrich Keller Fotograf: Friedrich Keller
 

Unterwegs auf der Straße des "weißen Goldes"

Im Mittelalter brachten Händler ein kostbares Gut von Lüneburg nach Lübeck: Salz. Heute können Radfahrer die Alte Salzstraße mit ihren Handelsstädten per Fahrrad erkunden. mehr

 

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 01.03.2014 / 18:00 Uhr

Ausflugstipp
Der Dom in Bardowick © picture-alliance / Bildagentur Huber
 

Historischer Spaziergang durch Bardowick

Der Dom ist eine von zahlreichen Sehenswürdigkeiten des Ortes bei Lüneburg. mehr

Links

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