Plön: Malerische Residenzstadt am See

Luftaufnahme von Plön © ddp Fotograf: Tourist Info Ploen Detailansicht des Bildes Eingebettet in die Seenlandschaft der holsteinischen Schweiz liegt die Stadt, die im 19. Jahrhundert dem dänischen König als Sommerresidenz diente. "Die kleine Stadt liegt, rings von Seen umgeben, auf einem schmalen Landstrich rings um den mäßigen Hügel herum, dessen Höhe das alte herzogliche Schloss einnimmt, von alten Bäumen, Alleen und terrassenartig abfallenden Gärten umringt. Um die weit gestreckten Wasserflächen der Seen, die man von oben mit einem Blicke überschaut, zieht sich über Hügelreihen ein Gürtel herrlicher Buchenwaldungen, dazwischen eine fruchtbar lachende Landschaft."

So beschrieb der Musikhistoriker Rochus von Liliencron in den "Jugenderinnerungen" von 1902 seinen Geburtsort. Plön ist mit rund 13.000 Einwohnern auch heute noch eine gemütliche Kleinstadt. Ihre malerischen Gassen, die Twieten, rund um die Nikolaikirche laden genauso wie die kilometerlange "Strandpromenade" am Großen Plöner See zu ausgiebigen Spaziergängen ein. Wie die Schwesterstadt Eutin geht Plön auf eine alte slawische Siedlung zurück und bekam im Mittelalter (1236) Stadtrechte verliehen.

Die Stadt der Herzöge

Wahrzeichen der Stadt ist das schon von Ferne zu erkennende Schloss. Die Herzöge zu Schleswig-Holstein-Plön, die 200 Jahre lang in Plön residierten, ließen es während des Dreißigjährigen Krieges auf einem Hügel errichten. Dort stand bereits im 12. Jahrhundert eine Burg. Das Schloss zählt zu den bedeutendsten Renaissance-Bauten im Lande und ist - nach Gottorf - die zweitgrößte Anlage aus dieser Zeit. Bis zum Tod von Herzog Friedrich Karl von Schleswig-Holstein-Plön 1761 diente es als Residenz, danach noch einige Zeit als Witwensitz. Anschließend begann eine bewegte Zeit mit unterschiedlichen Nutzungen, unter anderem als Gelehrtenschule.

Ein Schloss mit bewegter Geschichte

St. Nikolai Kirche und das Plöner Schloss. © picture-alliance / Bildagentur Huber Fotograf: Gräfenhain Detailansicht des Bildes Weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt ist das weiße Schloss. Ab 1840 bewohnte der dänische König Christian VIII. das Schloss als Sommerresidenz. Er war es auch, der den strahlend weißen Putz aufbringen ließ. Nach dem Krieg von 1864 fiel es an Preußen, Startpunkt einer eher militärisch geprägten Phase der Schlossgeschichte. Es wurde nun im Innern kasernenartig umgebaut. Die Söhne von Kaiser Wilhelm II. gingen in Plön Ende des 19. Jahrhunderts auf die Kadettenschule. 1933 zog eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt (Napola) ins Schloss ein. Kurz vor dem Zusammenbruch des Dritten Reichs, am 2. Mai 1945, befand sich hier sogar für einen Tag der Sitz der Regierung Dönitz.

Erst ab 1946 diente das Schloss wieder friedlichen Zwecken, 55 Jahre lang war es Internat. Da dem Land Schleswig-Holstein die Mittel für eine dringend notwendige Sanierung fehlten, verkaufte es das Gebäude 2001 an den Fielmann-Konzern. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten hat eine gemeinnützige Akademie als öffentliche Bildungsstätte für das Augenoptiker-Handwerk eröffnet. Nach Voranmeldung sind Führungen durch die Räume möglich.

Rokoko-Pracht im Prinzenhaus

Doch nicht allein das Schloss ist sehenswert. Das sogenannte Prinzenhaus, in das 1896 die Kronprinzen Wilhelm und Eitel Friedrich als Kadetten einzogen, liegt in Sichtweite auf einer Halbinsel. 1744 war das von außen unscheinbare Gebäude als Gartenhaus für das Herzogspaar entstanden. Von innen ist es reich im Rokokostil ausgeschmückt. Für die Schulausbildung der jungen Prinzen wurden extra zwei Seitenflügel angebaut. Die sogenannte Prinzeninsel ist bis heute im Besitz des Hauses Hohenzollern. Seit 2003 ist das Rokokoschlösschen wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Es wird gelegentlich für Konzerte genutzt, und von Mitte Januar bis Mitte Dezember finden Führungen durch die Dauerausstellung statt.

Natur genießen am See

Eine Frau an der Promenade des Plöner Sees © dpa Fotograf: Carsten Rehder Detailansicht des Bildes Die Promenade am Plöner See lädt zu jeder Jahreszeit zu einem Spaziergang ein. Neben dem Kunst- spielt auch der Naturgenuss in Plön eine große Rolle. Ein lohnenswerter Rundgang über die Prinzeninsel führt auf dem Naturlehrpfad entlang, immer wieder öffnen sich dabei großartige Seepanoramen. Sehr interessant für Groß und Klein ist ein Besuch im Naturpark-Haus, das mit dem Motto "Ausprobieren, anfassen, Geräusche erraten, Interessantes erfahren, Fragen stellen" zum aktiven Erkunden ermutigt. Von April bis Oktober lockt die Aussicht vom Parnaßturm, einer 20 Meter hohen Stahlfachwerk-Konstruktion. Der Plöner Verschönerungsverein hat diesen Aussichtsturm 1888 errichtet.

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Auch ein Blick ins Heimatmuseum lohnt sich - das Museum des Kreises Plön beherbergt die Norddeutsche Glassammlung. Beliebt sind zudem Ausflüge wie die große Plöner Seerundfahrt, die Bosau-Schiffsfahrt oder Radtouren auf den vielen ausgeschilderten Wegen. Ein unübertroffener Zeitvertreib aber ist und bleibt, wie vor mehr als Hundert Jahren, ein romantischer Spaziergang unter den alten Bäumen, wenn der Mond sich im See spiegelt.

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