Der Mauerfall auf dem Brocken
Der Fotograf war dabei, als der Brocken geöffnet wurde.
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Das Brockenplateau wurde nach der Wiedervereinigung renaturiert. Neben einem Garten gibt es dort ein Museum mit Caféteria und eine Herberge.
Der Harz ist Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge, der Brocken mit 1.141 Metern seine höchste Erhebung. Der sagenumwobene Berg, auf dem angeblich Hexen, Gespenster und der Teufel ihr Unwesen treiben, wird im Volksmund auch Blocksberg genannt und ist das Ziel vieler Wanderer. Schon Goethe bestieg ihn vier Mal und setzte dem Berg mit der Walpurgisnacht-Szene in "Faust I" ein literarisches Denkmal.
Hexen sollen auf dem Brocken ihr Unwesen treiben.
Die Hexe ist noch heute eine Harzer Symbolfigur und ein beliebter Souvenirartikel. Und jedes Jahr versammeln sich am Abend des 30. April in Thale zahlreiche "echte" Hexen, um mit einem großen Show- und Musikprogramm die Walpurgisnacht zu feiern.
Schon vor Jahrhunderten war der Brocken ein beliebtes Ausflugsziel. 1736 errichtete der damalige Besitzer, Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode, dort eine kleine Schutzhütte, das heute noch stehende "Wolkenhaus". Im Sommer 1800 eröffnete das erste Gasthaus, das in den folgenden Jahren mehrfach erneuert und im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Während der deutsch-deutschen Teilung lag der Berg im Grenzgebiet der DDR und war als militärsche Sperrzone bis 1989 nicht zugänglich. Nach der Wiedervereinigung wurde das Plateau renaturiert. Es entstanden unter anderem der Brockengarten mit Hochgebirgspflanzen wie Enzian und Edelweiß. Außerdem wurde das Brockenhaus neugestaltet. Das Museum ist ganzjährig geöffnet und beherbergt neben einer Cafeteria eine Ausstellung über die Geschichte und Magie des Berges. Dazu gehören eine Multivisionsschau, historische Filme sowie Informationen über Naturpark und Hexen. Nebenan liegt die Brockenherberge, das höchst gelegene Hotel-Restaurant Deutschlands.
Der Brocken liegt im Hochharz. So wird das Gebiet bezeichnet, das über 700 Meter hoch ist und sich vom umgebenden Oberharz wesentlich durch sein Klima unterscheidet. Tiefe Temperaturen, hohe Niederschlagsmengen und starke Winde sind für diese Region charakteristisch. Wegen seiner exponierten Lage liegt der Brocken oberhalb der natürlichen Baumgrenze. Hier herrschen extreme Klimabedingungen, die denen auf Island ähneln. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt nur 2,9 Grad. Auf dem Brocken befindet sich auch eine wichtige Wetterstation. Von dort schicken die Beobachter jede Stunde ihre Daten an den Deutschen Wetterdienst. Sie helfen den Meteorologen dabei, das Wetter der nächsten Tage vorauszusagen.
Keine Seltenheit: Wanderer kämpfen auf dem Brocken mit stürmischen Böen.
Viele verschiedene Wege führen auf den Brocken. Einer ist der 13 Kilometer lange Heinrich-Heine-Wanderweg. Er beginnt auf dem Marktplatz von Ilsenburg und führt hinauf zum Gipfel. Auch auf den Spuren Goethes lässt sich der Brocken erkunden. Vom Altenauer Ortsteil Torfhaus aus können Wanderer den Gipfel über den Goetheweg erklimmen. Dieser ist 16 Kilometer lang, der Aufstieg dauert etwa sechs Stunden. An schönen Tagen mit Sonne und klarer Luft wird die Mühe mit einer atemberaubenden Fernsicht von bis zu 180 Kilometern belohnt. Das ist aber leider eher selten. In den meisten Fällen erwartet den Besucher Nebel: an durchschnittlich 306 Tagen im Jahr. Oft ist es auf dem Brocken auch sehr stürmisch und in den Wintermonaten liegt natürlich - teils meterhoch - Schnee. Wer den Berg besteigt, sollte deshalb auf jeden Fall die passende Kleidung dabei haben. Oft ist es auf dem Gipfel nämlich empfindlich kalt, an 85 Tagen im Jahr liegt die Temperatur unter null Grad.
Eine romantische und bequeme Art, den Berggipfel zu erreichen, ist eine Fahrt mit der Brockenbahn. Die alte Dampflok mit Personenwagen bringt Touristen mit der Kraft von 700 PS und 3,5 Tonnen Kohle auf den Berg. Liegt im Winter Schnee, bietet der Blick aus dem Fenster auf die in dickes Weiß getauchten Zweige ein besonders friedliches Bild. Die Harzer Schmalspurbahn startet mehrmals täglich von Wernigerode aus Richtung Brocken. Die Fahrt dauert gut eineinhalb Stunden - von Schierke aus 30 Minuten - und führt mitten durch die herrliche Landschaft des Nationalparks Hochharz mit dem Quellgebiet der Bode.